New York!!!

Der Herbst kommt – mit ihm das graue Seattle Wetter – Allerdings wie ich erfahren habe ist es ein Geheimnis der Seattler, nicht zu verraten, dass es im Grunde überhaupt nicht ständig regnet, sondern alle nicken, ja, ja regnet viel, mhm. Damit nicht so viele Touristen kommen... Also ihr wisst Bescheid: Geheimtipp – wer also in der Sonne sein möchte – come to Seattle.

Das vorneweg, aber ich muss ja noch berichten: ICH WAR IN NEW YORK! Aus, vorbei ich kann nun nicht mehr mit Udo Jürgens grölen, denn jetzt war ich da. Hat sich günstig ergeben, bei einer Dienstreise mitzufliegen und dabei auch mal in diesen amerikanischen Wahnsinnstraum einzutauchen.

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Ist schon „wow“, sozusagen. Wer schon mal dort war, wird es IMAG1158verstehen. Es ist eine riesige Stadt, die sehr quirlig, man könnte auch sagen hektisch ist, wo Menschen von überallher strömen und wo man sich zwischen den verschiedenen Vierteln von Manhatten (dort war ich vorwiegend) wie von einem Kontinent in den anderen bewegt. Gerade eben noch Skyscrapers – dann sieht es aus wie in Paris – dann wieder Hinterhof Berlin – oh dann Shanghai – oder wie ich mit Shanghai vorstelle – und dann wieder in einem Hipster-irgendwie-Cafe mit bärtigen 20jährigen, die dir Cafe, grüne Smoothies und was auch immer anbieten. Beim Abendessen musste ich wieder an Biggi und Watzlawick (den ich Dank meiner Kollegen immer bei mir trage) denken: Je besser das Restaurant, desto düsterer und man möchte gerne um eine Taschenlampe bitten, nur um mal kurz zu sehen, wie das Steak so aussieht – das Auge isst ja mit… IMAG1227

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Dann beim Konzert-Lounge-Event dabei – Hiphop und Rapper muss man da schon mögen. Als dann am Ende der Jay-Z „Empire State of Mind „gsungen“ hat – des war schon nicht schlecht… Haben auch alle mitgesungen – übrigens auch gerne bei den andern Rap-Songs. Für Euch zum mitsingen, die Alicia Keys Passage: „In New York – concrete jungle where dreams are made of – there`s nothing you can´t do…. Now you are in New York  – this streets will make you feel brand new, the lights will inspire you“ Und so weiter, das fasst es recht schön zusammen 🙂

Ich würde das nächste Mal aber mehr als 3 Tage einplanen – vmtl. bräuchte man 3 Monate, um sich grob zu orientieren. Aber in drei Tagen kann man zumindest –  Ground Zero, Statue of liberty (von weitem), Wall-Street, 5th Avenue und Empire State Building für die ersten Eindrücke abgrasen…

Soweit zu New York – gleich gehts weiter mit der letzten Woche und dann steigt ja heute noch Halloween und dem kann man hier definitiv nicht entgehen. Sogar bei der Schulparade (ja, ja Halloween-Kostüm-Parade und anschließend Party) sind mehr Eltern da, als am ersten Schultag.

Sightseeing in Washington State…

Natürlich kommt man mit Besuch (noch) mehr rum und don`t stuck on the island – wie das mal von einer Bewohnerin hier ausgedrückt wurde… Also am Wochenende gleich mal Sightseeing: Pike Market – we call it a Klassiker. So eine Art Viktualienmarkt – jeden Tag viel Obst – Gemüse – Seafood – Blumen und wegen der starken Hanglage Richtung Sund auf mehreren Etagen auch diverse kleine Shops aller Art, IMAG0961

natürlich auch viel Nippes. IMAG0959

Im Markt wird dem dt. Touristen/Anwohner immer Ulis German Bratwurst empfohlen – einem deutschen Metzger, der hier mit Bioschweinefleischwürtschen aller Art die deutsche Bratwurstleitkultur vorgibt. Ich wurde im Englisch Kurs (wir müssen uns ja immer unterhalten, Conversation eben) tatsächlich gefragt, ob ich nicht vor allem die Bratwurst vermisse (oder doch das Kraut 🙂 ) Nein ich vermisse ganz normales Brot, das sich nicht auf 10% zusammendrücken lässt oder einen Kartoffelknödel mit Kirchweihganserl oder so, aber es ist noch auszuhalten. Trotzdem haben wir die drei „deutschen“ Bratwurstsorten, die Uli im Sortiment hatte, zum Braten mitgenommen. Er hat auch noch italienische, spanische und diverse andere Bratwurstsorten im Angebot – die sich aber optisch durchaus ähneln – mal sehen wann wir uns durch alle Geschmacksrichtungen durchgegessen haben.

IMAG0949Dann typisches Seattle Wetter, Regen von allen Seiten, wir ins Aquarium – wo wir jetzt eine Jahrekarte haben und ganz entspannt so oft wir wollen IMAG0907Seeigel und Seesterne streicheln dürfen.

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Bei der Seeannemonenfütterung zuschaIMAG0971uen und  Otterfell streicheln dürfen. Danach war uns komischerweise nach fish and chips, aber es war gar nicht so einfach ein passendes Lokälchen zu finden – schließlich ganz wunderbar im steelhead diner diverses lecker Essen genossen und den Regentropfen an den Fenstern zugesehen.

Sonntag Space Needle Wetter  – also rauf auf die Nadel und oh – ah – Blick über den Sund – über die Skyline und nach Mercer Island rüber… So sche scho. Daneben gibts gleich noch ein recht bekanntes Glas Museum und ein Science Museum für Kinder – das super sein soll – aber wir können ja nicht alles auf einmal abgrasen.

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IMAG0982Mittwoch dann ein bisschen „under the weather“ wie ich gelernt habe – erste Erkältung, weil das Klima irgendwie doch anders ist. Man meint – oh heute morgen ist es frisch und wolkig, also wie daheim auch zwischen 1. Oktober und Ostern schön die Strumpfhose rausgekramt und dann wirds nachmittag – trotz Nieselregen und besonders wenn die Sonne rauskommt – dampfig oder richtig lau, so dass es eine rechte Fehlentscheidung war, das mit der Strumpfhose. Warum auch immer – erster cold und die Feststellung, dass Taschentücher in Päckchen hier eine Rarität sind, schneuz.

Die Schule plätschert so dahin. Vali rechnet jeden Tag ein Blatt, kämpft mit den amerikanischen Rechenzeichen, die haben mehrere Schreibweisen für Multiplizieren und Dividieren und Sophie musste eine Präsentation zum State Washington machen – die anderen zu den anderen States (von Oregon bis zu where the h… is Delaware), die es so gibt. Ich durfte netterweise mithelfen bei der PPP und wir haben schöne Bilder gefunden. Sophie hochmotiviert, wollte auch alles selbst und auf englisch sagen und nach der Schule ist die Lehrerin mit weit aufgerissenen Augen und dem Wort „AMAZING“ auf den Lippen auf mich zugestürmt – ja da lacht das Mutterherz. Auch die Mitschüler waren scheinbar begeistert und Margaret Sophies „Buddie“ hat bei einzelnen Wörtern und der Aussprache unterstützt. (Demnächst berichte ich hier auch noch zur Inklusion, denn zwei Kinder in Sophies Klasse haben hohen Förderbedarf, aber ich muss noch mehr Infos sammeln)

Ich bin tatsächlich sehr froh, dass hier alle so wahnsinnig begeisterungsfähig sind – und die Kinder die Umstellung so smooth wegstecken. Zwischendurch kommen natürlich ein paar Frustanfälle, das ist klar. So und heute abend – der erste Meilenstein in unserer fortschreitendenden Amerikanisierung: „All Band Night“ – wo unser Kind nach 4 Wochen Klarinette zusammen mit der Middle-School-Band und der High-School-Band zur Halbzeit des Middle-School-Footballgame performt. Isn`t that – again – amazing??? Das fragt Euch Julia und wünscht ein schönes Wochenende.

P.S. Hier schneits übrigens nicht 🙂

Die Ersten sind eingeflogen – (Deutsch-Österreich-Schweiz) DÖS-Woche

Meine Lieben! Die Zeit vergeht, ich denke schon immer dran weiter zu schreiben, aber es ist soooo viel los.

Erstmal war gleich – wie gerufen – letztes Wochenende ein Samstag/Sonntag wie im bayrischen Bilderbuch oder man könnte sagen Indian Summer kündigte sich an. Wir also auf zur Hütte in den Ort Snoqualmi Pass, wo die Straßen wohlklinde Namen wie Innsbruck Drive und Garmisch Place haben. Es dauert 50 min von Haustür zu Haustür sozusagen – ist also unser neues Garmisch. Die letzten Meter auf hoppelten wir auf einer wahren „dirtroad“ zum „Berghaus“, mhm. Ja und hier begrüßte uns erstmaIMAG0766l Klaus-Dieter – oder wars Günther. Wie auch immer, es war ziemlich strange so viele deutsche Menschen auf einem Haufen zu treffen. Es wurde dann aber doch sehr, sehr lustig, denn wie sich herausstellte war dies ein Club (gegründet von D-Ö-S in den 60er Jahren, vmtl. unter großem Heimweh, IMAG0740dIMAG0772enn seht selbst…)

Hier kann man auch als nicht Europäer Mitglied werden, ist allerdings nur so eine Art Selbstversorger Hütte. Es war nur IMAG0742Anfangs so bisschen wie im falschen Film, IMAG0749dann wurde es richtig lustig und kristallisierte sich eher als multi-kulti Abend mit netten Kontakten und zu guter Letzt sogar Perspektiven beruflicher Art: Du wir suchen in der SAGA Schule immer Lehrer, odr!

Sehr interessant, was man nach 10 Jahren USA als „bayrische Kulinarik“ empfindet und dabei kombiniert – aber insgesamt – für meine ja am Freitag heimwehgeplagte Seele – Balsam. Bisschen nachdenklich stimmte mich, dass die meisten eben schon meist 8, 10, 15 Jahre hier leben und sich gar nicht so recht zurücksehen bzw. eine Familie (aus der Oberpfalz) hat vor 4 Jahren versucht wieder in Berlin zu starten und sie haben nach 7 Monaten wieder einen Container gepackt und sind zurück nach Seattle…

Sonntag immer noch wunderbar warm und sonnig. Also Hälfte der Familie auf ein Boot – einmal probekentern musste man – und los gings. Die andere Hälfte explorierte einen neuen Off-leash park – auch schön, doch doch.

Und dann Endspurt: Die Großeltern sollten ja einfliegen. Darf man jetzt Backpulver oder nicht, wie es ist mit Gummibärchen, Vanillezucker und Mandelcreme (also die fürs Gesicht…)? Ja das sind die Fragen, die jetzt sich Besucher stellen müssen, denn das war alles auf der Mitbringliste. Im Endeffekt, waren ja wenig Pflanzen und kaum Rohfleisch unter den Sachen, ging alles mit und wurde auch völlig problemlos eingeführt. Gegen die Flugangst – bzw. die Abstürzangst kann man mit einem sehr schönen Beitrag des österreichischen Kabarattisten Niavarani besiegen oder teilen. Bitte schaut unbedingt unter…

Und in diesem Sinne, denkt immer daran: Wos soi sei, de hom 4 Gummirutschn….

bavaria – homesick – beer

So jetzt ist es soweit. Mit all Euren Mails, Whatsappnachrichten und Bildern – die ich mir ja wünsche und worüber ich mich sehr, sehr freue – habt ihr mich jetzt wieder näher gebracht – „nach Haus“. Wir haben schon E.T. angeschaut und manchmal komme ich mir auch so vor hier. (Telefon, Telefon)

Und jetzt rollt grade im Moment doch so kleine Heimwehwelle über mich. Wenn ich mir die Fotos der 3. Klässler in Pöcking ansehe oder die lustigen Sprachnachrichten der 5. Klässlerinnen höre („Wohnst du eigentlich in Amerika in einem Haus aus Stroh?“IMAG0671) oder Eure Wander- und Wiesnbilder, ja dann…. homesick.

Hier ist zwar auch total Oktoberfest und bavaria and so on – soundsoviele Kneipen haben zumindest eine“ Oktoberfestnight“ überall gibts das entsprechende Bier zu kaufen. Und here we go – sind wir schon mitten drin. Wenn es bei uns die Braukunst ist, dann ist es hier die Etiketten-Kunst. Also ich kann mir nicht vorstellen, dass die alle so extrem unterschiedlich schmecken, aber man kann hier nach Anlass und persönlichem Gutdünken eine Biersorte nach Ettikett auswählen – ein paar Beispiele (bitte stellt euch nicht vor, wie ich mir vorkam all diese Biere zu fotografieren)IMAG0676IMAG0685IMAG0683

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IMAG0672Ansonsten ist man hier total crazy about pumpkin… Was also das Nikolausi und die Lebkuchen bei uns sind – stehen doch sicher schon wieder in den Regalen, oder? – sind hier pumpkins und halloween-stuff.

Es gibt Pumpkin- cake, cookies, jam, juice, marmelade, pie, bred, chocolate, cheese, spice und bei starbucks die fall-edition: pumpkin-spiced-latte und eben auch Pumpkin Bier!!!

Ich habe nach Ettiket gekauft und dachte noch, hui Nachteule, das passt IMAG0703zu mir und so ein Kürbis Ale, das ist sicher yummi. Nein, also kannst nicht mit einem Andechser-Doppelbock vergleichen. Eher mit einem Schlenkerla-Rauchbier, aber ohne Rauch. Und es hat was von Glühwein ohne Wein, eher Glühbier eben. Komisch. Da ich mich auch nicht durch alle Sorten durchtrinken möchte, lass ich das erstmal mit dem pumpkinbeer.

In Erinnerung an Steffi (… als erstes brauch ich mal gaaanz viel Alkohol) seht ihr, ich kann mein Heimweh in jeder Geschmacksrichtung hinunterspülen.

Als Kontrastprogramm werde ich mir und der family heute Abend das große „Coming Home“ (irgendwie auch wieder absurd) des Highschool Football Teams mit Cheerleader, Band und allem drum und dran geben. Dazu einen Hotdog und meine Welt ist wieder in Ordnung. Ich bitte aber zusätzlich um ein paar Mails, warum es bei uns daheim grade ganz scheußlich, unangenehm und zum Davonlaufen ist und wer bitte deshalb auch hierherziehen wird!!! Keep me in the loop!