Natürlich kommt man mit Besuch (noch) mehr rum und don`t stuck on the island – wie das mal von einer Bewohnerin hier ausgedrückt wurde… Also am Wochenende gleich mal Sightseeing: Pike Market – we call it a Klassiker. So eine Art Viktualienmarkt – jeden Tag viel Obst – Gemüse – Seafood – Blumen und wegen der starken Hanglage Richtung Sund auf mehreren Etagen auch diverse kleine Shops aller Art, 
Im Markt wird dem dt. Touristen/Anwohner immer Ulis German Bratwurst empfohlen – einem deutschen Metzger, der hier mit Bioschweinefleischwürtschen aller Art die deutsche Bratwurstleitkultur vorgibt. Ich wurde im Englisch Kurs (wir müssen uns ja immer unterhalten, Conversation eben) tatsächlich gefragt, ob ich nicht vor allem die Bratwurst vermisse (oder doch das Kraut 🙂 ) Nein ich vermisse ganz normales Brot, das sich nicht auf 10% zusammendrücken lässt oder einen Kartoffelknödel mit Kirchweihganserl oder so, aber es ist noch auszuhalten. Trotzdem haben wir die drei „deutschen“ Bratwurstsorten, die Uli im Sortiment hatte, zum Braten mitgenommen. Er hat auch noch italienische, spanische und diverse andere Bratwurstsorten im Angebot – die sich aber optisch durchaus ähneln – mal sehen wann wir uns durch alle Geschmacksrichtungen durchgegessen haben.
Dann typisches Seattle Wetter, Regen von allen Seiten, wir ins Aquarium – wo wir jetzt eine Jahrekarte haben und ganz entspannt so oft wir wollen
Seeigel und Seesterne streicheln dürfen.
Bei der Seeannemonenfütterung zuscha
uen und Otterfell streicheln dürfen. Danach war uns komischerweise nach fish and chips, aber es war gar nicht so einfach ein passendes Lokälchen zu finden – schließlich ganz wunderbar im steelhead diner diverses lecker Essen genossen und den Regentropfen an den Fenstern zugesehen.
Sonntag Space Needle Wetter – also rauf auf die Nadel und oh – ah – Blick über den Sund – über die Skyline und nach Mercer Island rüber… So sche scho. Daneben gibts gleich noch ein recht bekanntes Glas Museum und ein Science Museum für Kinder – das super sein soll – aber wir können ja nicht alles auf einmal abgrasen.
Mittwoch dann ein bisschen „under the weather“ wie ich gelernt habe – erste Erkältung, weil das Klima irgendwie doch anders ist. Man meint – oh heute morgen ist es frisch und wolkig, also wie daheim auch zwischen 1. Oktober und Ostern schön die Strumpfhose rausgekramt und dann wirds nachmittag – trotz Nieselregen und besonders wenn die Sonne rauskommt – dampfig oder richtig lau, so dass es eine rechte Fehlentscheidung war, das mit der Strumpfhose. Warum auch immer – erster cold und die Feststellung, dass Taschentücher in Päckchen hier eine Rarität sind, schneuz.
Die Schule plätschert so dahin. Vali rechnet jeden Tag ein Blatt, kämpft mit den amerikanischen Rechenzeichen, die haben mehrere Schreibweisen für Multiplizieren und Dividieren und Sophie musste eine Präsentation zum State Washington machen – die anderen zu den anderen States (von Oregon bis zu where the h… is Delaware), die es so gibt. Ich durfte netterweise mithelfen bei der PPP und wir haben schöne Bilder gefunden. Sophie hochmotiviert, wollte auch alles selbst und auf englisch sagen und nach der Schule ist die Lehrerin mit weit aufgerissenen Augen und dem Wort „AMAZING“ auf den Lippen auf mich zugestürmt – ja da lacht das Mutterherz. Auch die Mitschüler waren scheinbar begeistert und Margaret Sophies „Buddie“ hat bei einzelnen Wörtern und der Aussprache unterstützt. (Demnächst berichte ich hier auch noch zur Inklusion, denn zwei Kinder in Sophies Klasse haben hohen Förderbedarf, aber ich muss noch mehr Infos sammeln)
Ich bin tatsächlich sehr froh, dass hier alle so wahnsinnig begeisterungsfähig sind – und die Kinder die Umstellung so smooth wegstecken. Zwischendurch kommen natürlich ein paar Frustanfälle, das ist klar. So und heute abend – der erste Meilenstein in unserer fortschreitendenden Amerikanisierung: „All Band Night“ – wo unser Kind nach 4 Wochen Klarinette zusammen mit der Middle-School-Band und der High-School-Band zur Halbzeit des Middle-School-Footballgame performt. Isn`t that – again – amazing??? Das fragt Euch Julia und wünscht ein schönes Wochenende.
P.S. Hier schneits übrigens nicht 🙂







CONGRATULATIONS!! Liebe Julia, mein Sprachler- und Lehrerinnenherz schlägt Space-Needle-hoch bei diesen Neuigkeiten, ich hatte grad richtig einen Kloß im Hals, als ich M. den Abschnitt über Sophies Referat vorgelesen habe. Das ist SO FANTASTISCH!
Denk nicht, dass es hier richtig schneit, wir hatten ein paar (eher Paar!) dicke, weiße Flocken heute Mittag, und liegengeblieben ist nichts. Schon ok so.
Ich freu mich für euch, dass Seattle so toll ist!
Sohn vermisst Sohn (so langsam geht es über eine normale zur-Zeit-spiel-ich-nicht-viel-mit-V.-Phase hinaus und beginnt „to sink in“, wie ihr da drüben sagt – was doch übrigens mal wieder viel besser passt als jedes deutsche oder englische nicht-idiom)!
Lass dich von den amerikanischen Viren nicht beeinträchtigen in deinen Aktivitäten, weiter viel Spaß und alles Liebe!
Sabine
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