Bellas Blog

Ja hallo Leute – es ist ja so, dass auch ich hier neu in den USA bin und Einiges auf mich nehme, aber natürlich gibts auch für mich ein paar Vorteile, ich update Euch mal ein wenig  – Eure Bella.

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Hier warte ich leicht vorwurfsvoll auf „Frauli“, die mal wieder ewig im Masterbed- bzw. Bathroom verschwunden ist. Aus irgendwelchen Gründen, die nur diese Zweibeiner verstehen, hab ich da keinen Zutritt. Dabei liegen dort so kuschelige bodengewärmte Hundeteppiche, weiß der Mops für wen die da liegen.

Was ist neu: Erstmal werde ich ständig angeleint, obwohl ich sowieso meistens in der Nähe bleibe und die paar Besuche bei den Kumpels nebenan, zählen ja wohl nicht, ich kann doch die Jungs nicht ignorieren. Zumal muss ich denen zeigen, dass ich schneller, fitter und jünger bin. Also wenn die Ball spielen, bin ich dabei…Außerdem und das ist ziemlich super, gibts hier eine RiesenerkundungsIMAG2157fläche – keine Ahnung warum ich die Nachbarnhäuser die auf meiner Expeditionsroute sind nicht besuchen soll. Immer diese Pfeiferei, aber gut, dann komme ich eben zurück. Ansonsten erstmal die olle Leine dran, dann auch noch „Langsam“ „Bei mir“ und all diesen Quatsch. Hey, diese rotzfrechen Squirrels und vor allem die fette Nachbarskatze lachen über mich. Die Katze stolziert zwischen MEINEN Büschen herum und diese Hörnchen holen sich Kastanien von MEINER Terrasse und kichern dann in den Parks vor meiner Nase herum – ICH MUSS SIE KRIEGEN. IMAG2160

Sorry, wenn da mal ein Zweibeiner auf die Nase fliegt – eines Tages erwische ich sie und dann grrr.

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Überall müssen wir mit dem Auto hinfahren, aber  vernünftigerweise gibts mehrere Plätze im Auto, die für mich gestaltet wurden… Herrchen behauptet ich müffele, aber er hat keine Ahnung. Dafür haben die dann hier extra Hundetreffs eingerichtet, wo ich nach Herzenslust rennen, Bälle aus dem Wasser holen, mich bewundern lassen und überhaupt austoben kann. Leider kommt „Frauli“ da ins Gespräch mit anderen Zweibeinern und die haben ihr dann so eine schreckliche Sache empfohlen, die „gentle leader“ heißt, was sehr, sehr euphemistisch ist… Wie bei einem Pferd wird um mein empfindliches Schnäuzchen ein Band gelegt und wenn ich einen Squirrel oder so was Wichtiges entdecke und wieder mal keiner das Tempo halten kann, hält mich dIMAG2164ieses Mistding an der Schnauze fest!!! Ich hab gar keine Lust mehr zu ziehen. Alle Versuche es an der Straße oder im Gras abzustreifen scheiteterten. Sogar die zweibeinigen Welpen aus meinem Rudel können mich dann an der Leine führen, weil icIMAG2166h aufgegeben habe zu ziehen – absoluter Blödsinn. Zum Glück hat Frauchen ein Einsehen und zieht es mir nur bei Stadtbesuchen (also sehr selten an) . Ihr seht: Ich bin soooo arm.

Männer – Rüden – also was Richtiges – Fehlanzeige. Die wissen gar nicht mehr was die sind.  In meiner letzten „Hitze“ habe ich wirklich Ausschau gehalten und schöne die Umgebung markiert – aber nichts, null, niente. Keiner saß vor der Tür, im Park haben die einfach nur mit mir gespielt, als sei nichts los. Naja wenigstens können hier Jungs und Mädchen einfach nur Freunde sein. 🙂

Restaurant,IMAG2104 Shops, Busse – gibts hier nicht. Denn ohne mich würden meine Leute diese ganzen Sachen, die in Deutschland total normal für uns waren, hier wohl nicht besuchen. Oh, ich weiß noch genau, wo mir diese unbekannte Zweibeiner im Gasthaus von seinem Schnitzel…. Ja leider hier gibts keine Restaurants. 😦

Dafür eine ganz andere Natur – neue Gerüche – und viele, viele Hunde auch am Strand (seht ihr diesen Adonis, also mit dem wäre ich sofort zusammengezogen – sorry Fynn, war nur ein Strandflirt)IMAG1502IMAG1504

und auch viel Wald und Parks mit lecker Enten – jetzt ist oft Labrador Wetter und man kann fast überall schwimmen…IMAG2096

Insgesamt kein schlechter Schnitt soweit… Obwohl mir natürlich meine Freunde sehr fehlen: Fynn, wo bist du? Tante Smily – Lola von Possenhofen -Pauli – Espresso und Elli – Hier hab ich nur Buddy, Fenway und Bean- die sind o.k., denn ich hab nichts gegen Übergewichtige 🙂 Im Park treffe ich manchmal Lady, Bently und Puppy (der wird mal ein Berner Sennenhund mit 100 Pfund, aber das wissen seine Leute wohl nicht) – kommt doch mal rüber!

Wuff und bis bald mal – Bella   (ja, ich bin auch hinter den sieben Bergen noch die Schönste im ganzen Land….)

 

 

Bubblegum – und ein ganz normaler Sonntag

Eine „Sehenswürdigkeit“ in Seattle ist bzw. war bis Anfang der Woche die  „The Market Theater Gum Wall“ in Seattle am Pike Market. Wir sind da paarmal dran vorbei geschlendert und es hat schon bisschen was Grausliges an sich, wenn man sich kurz ausmalt, was diese Wand so fröhlich bunt gestaltet: Ausgespuckter Kaugummi… Aber USA würde – layed back Northwest hin oder her – nicht die USA sein, wenn man da nicht irgendwann die Keime (germs) mit ins Auge fassen würde. Und so wird diese Attraktion nicht nur als „one of the germiest“ bezeichnet, sondern mal eben schön weggesäubert. Drei Tage lang wurde dampfgestrahlt etc. und nu isse weg. Aber dank Hinweisen hießiger (und deutscher) Presse (http://www.stern.de/panorama/weltgeschehen/kaugummis—in-seattle-kleben-millionen-davon-an-einer-hauswand-6550658.html) waren wir rechtzeitig einen Tag vor Beginn der Reinigungsaktion vor Ort und haben vor dem schaurig-schönen Ort noch eine paar Bubble-Fotos geschossen.

IMAG1930Jetzt lese ich gerade, es war gar nicht wegen der Keime, sondern weil der Zucker sich über die Jahre in die Mauer gefressen hat und man darf sofort nach der Säuberung wieder weiter kleben. Aber gut, über 20 Jahre Bubble-Gum wird nicht so schnell wieder so schön vielfältig kleben…. Ich halte Euch auf dem Laufenden 🙂

Der ganz normale Sonntag ist inhaltlich recht unspektakulär – irgendwann muss die ganze Bande mal raus aus dem „Milbentempel“ (das hat Atze Schröder mal so schön formuliert) und an  die frische Luft. Wir natürlich immer neue Wanderrouten ausprobierend, sind auf die Seattleseite genau gegenüber von Mercer Island gefahren, dort gibts eine Halbinsel, eigentlich mehr eine Dreiviertel Insel, genannt Seward Park und die kann man gut umrunden oder auch quer rüber laufen und hat dabei sehr schöne Ausblicke auf unser Wohneiland und auf die Skyline von Seattle…

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Und danach downtown – ist ja nicht mehr weit. Ein Sandwich in der Metzgerei und dann einen Cappuccino im Cafe Umbria – hat fast was von München – Glockenbach oder Haidhausen oder Schwabing – ich hör auf, nein ist nicht zu vergleichen…

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IMAG1908_1Hier in der Metzgerei konnten wir auch gleich einen „Oregon organic free-range Turkey“ bestellen – einen weiblichen mit hoffentlich nur 12 pounds… (Chrisi hast Du nicht auch mal viele, viele Stunden den perfekten Truthahn gebraten?) Schickt mir nur Eure Truthahntipps und Beilagenvorschläge – Kartoffelkloß mit Soß??? Demnächst ist nämlich hier schon Thanksgiving!!!

Whidbey Island…

Liebe Alle – liebe Österreicher! Nachdem ich jetzt erfahren habe, dass meine lieben österreichischen Verwandten (auch die fortgeschritten Alters) sich ans WWW angedockt haben und wöchentlich hier reinschauen und lesen (und sich etwas über zu wenig persönlich Anrede beschwert haben:-) sei noch mal erwähnt: Das hier kann tatsächlich, jeder der mag aufrufen und vielleicht wollt ihr doch keine persönlichen Worte hier lesen??? Aber gut, liebe Ruth, lieber Kurti ich finde es sooooo super, dass Ihr mit über 80 unser abenteuerliches Leben hier drüben mitverfolgt – ich schreib jetzt nicht was du von Amerikanern hälst, Onkel Kurti (de san so …. de Amis, geh bitte do fliag I sicha ned umi!) IMAG1422

Aber die Natur ist herrlich und so leite ich geschickt über zu einem Ausflug nach Whidbey Island vor zwei Wochen, als die Großeltern noch da waren, eine Insel, die man im 30 min Takt von Mukilteo, 1 Std. von uns entfernt, mit einer kleinen Fähre erreicht.

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Wir sind auf gut Glück an den erstbesten Strand gefahren und die Sonne kam kurz raus. Die Luft war – mal wieder – wie Seide (hat Margot hier immer wieder mit großer Begeisterung festgestellt) und es stellte sich heraIMAG1504us, dass Bella hier nicht nur mitlaufen durfte, sondern es sogar ein off-leash Strand war – endlich mal. Also Strandspaziergang, Muschelsuchen, Enten beobachten, mit anderen chocolate lab Jungs flirten, also für jeden war was dabei.

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Und ließ man das Auge schweifen, dann blieb hinter der Bucht der Blick hängen an dem almwiesenartigen Ufer und den schneebedeckten Bergen im Hintergrund. Ich weiß nicht ob das auf den Handyfotos so rauskommt, aber es hatte was von Voralpenland mit Meeresrauschen.

IMG-20151025-WA0012Dann gings weiter in ein „historisches“ Kapitänsstädtchen, wo wir uns sehr auf frisch gefangene Muscheln freuten, aber dann gleich mal in einer griabigen Bar abgewimmelt wurden, weil wir ja minderjährige Kinder dabei hatten. ??? IMAG1519

Also das ist nämlich scheinbar jugendgefährdend, wenn die Kinder neben ihrer Brause ein Bier (das die Erwachsenen trinken würden) stehen haben, auch wenn es in den „familyfriendly restaurants“ auch Bier usw. gibt, dann ist eine Bar eben eine Bar, wo es offensichtlich zuviel Alkohol gibt für die kleinen Kinderseelen. Und da muss ich schon auch nochmal erwähnen, dass Überraschungseier hier verboten sind – wenn man sie einführt oder damit erwischt wird, muss man 100 $ Strafe zahlen. Ist tatsächlich hier im entfernten Bekanntenkreis vorgekommen. Klingt jetzt komisch, ist aber so. Dass hier ständig Menschen aus Versehen an- oder erschossen werden, weil jeder einen Waffenschrank daheim hat, das ist ja was gaaaaaanz anderes, aber Überraschungsei – null-Toleranzpolitik. (Du hast hier vollkommen recht Onkel Kurti: De san so ….)

Wir haben dann doch noch ein „harmloses“ Lokal gefunden und tatsächlich konnten einige von uns frische Muschen aus der Bucht genießen, andere blieben bei Pancakes (da kann man nichts falsch machen) und weiter gings noch einen Pioneer-Pfad folgend schließlich über eine beeindruckendeIMAG1576Stahlbrücke im Norden der Insel zurück aufs Festland… Hier gibts sehr starke Gezeitenströmungen und es hat was optisch was von den Rügener Kreidefelsen. Bis bald Whidbey Island!IMAG1563

Halloween… is over, puh

Wie versprochen weiter gleich mal mit Halloween! IMAG1617IMAG1616

Wer dachte, hier kann man Halloween entgehen – no way! It`s really big – wie man zu sagen pflegt. Bei uns ist es ja immer mehr im Kommen, dass Kinder am 31.10. als Geister, Hexen, Kürbisse herumwandern und nach Süßigkeiten fragen, ich hab das nie ganz verstanden und bis letztes Jahr meine zwei auch überzeugen können, dass wir das nicht machen. Letztes Jahr gabs dann kein Halten mehr, aber sie waren allein mit Freunden unterwegs. Das war allerdings eine Halloween Lightversion. In den Läden werden seit Wochen neben Kürbissen in allen Größen, Formen undIMG-20151026-WA0002 Zubereitungsarten auch hübsche Plastikgrabsteine, Skelette von der Katze bis zum Menschen – weiße Holzkreuze, Zombies, einzelne Arme und Beine angeboten, nicht zu vergessen putzige Lichterketten aus Totenköpfen. Alles für den Vorgarten und den Eingangsbereich.Was das Türkranzerl mit Hagebutten bei uns ist, ist hier die elegente Knochenhandrunde in silber. Es gibt Zeitschriften extra nur für Halloweendekovorschläge…IMAG1779 und Tipps wie man den Vierbeiner einkleidet. IMAG1780

Taranteln in Horrormoviegröße zieren das Spinnennetz IMAG1778über der Haustür beim Nachbarn,  Drachen 2,50 m stehen Wache neben aufblasbaren Schloßeingängen. O.k. Dann gehts weiter mit Adult-Parties – wir waren auch eingeladen. Natürlich gingen wir als Hexe und Vampir – man passt sich ja an – aber weit gefehlt.

FB_IMG_1446488628223Ich kam mir vor wie auf Mannis legendären WG Parties: HieIMAG1412r 4 Hippies, dort eine Politesse mit erstaunlich viel Brusthaar – war ja auch ein Typ, Coboys, allerdings keine Indianer, schon der ein oder andere Vampir. Ganz klar, Halloween ist so was wie Fasching/Karneval. Vor allem die Kinder gehen als alles mögliche vom Hulk, über Minions, Prinzessin, zum Drachen. Mit leichtem Star-Wars-Kostüm Überhang und gerne auch Skelett oder frisch Geköpfter…. Alles in allem really weird. Die Schule veranstaltete am Tag vor Halloween eine Parade – alle waren verkleidet und danach gabs Spiele/Party in den Klassenzimmern.IMAG1636IMAG1681IMAG1711

Es waren mehr Eltern anwesend, als am ersten Schultag. Am Halloween-Abend selbst waren wir in der Nachbarschaft auf eine Pre-Trick-or-Treat Feier eingeladen und dann gings los. In einer Neighborhood, die hier auf der Insel bekannt für ihr „Halloween-Engagement“ ist – ein must also – fanden wir uns nach Einbruch der Dunkelheit gefühlt mit 500 anderen Kindern, die diese 50 Häuser abklapperten.IMAG1728

Manchen Bewohner saßen direkt (mit und ohne Bier – aber alle verkleidet) vor ihren Haustüren und übergaben den Kindern was Süßes. Andere hatten ihre Garage in eine Geisterbahn umgebaut – ja!IMAG1764IMAG1738

Wieder andere lockten mit IMAG1762IMAG1736Installationen – elektrisch aufgeblasenen gesichtslosen Hexen, die aus Büchern Schauriges rezitierten (wir haben es zum Glück nicht verstanden).  Ein Mann schnitzt jedes Jahr 20 bis 30 Kürbisse und das sah tatsächlich gut aus.

IMAG1758Bis zum nächsten Jahr – happy Halloween.