Merry X-Mas!

Merry Christmas! – Habe ich vielleicht schon mal gewünscht – kann man ja nicht oft genug, nicht wahr? Es ist alles so schön bunt hier, dass man auch mit Nieselregen und Dauergrau voll in Stimmung kommt. Es hat insgesamt für uns „Neuankommlinge“ immer noch was von Disney-Land und die Weihnachtswinniepuhs, Santas, bunten Lichterketten tun ihr Übriges.

IMAG2744

IMAG2752

IMAG2630

 

 

 

 

 

 

 

 

Dann Christmas Eve… alle sind noch unterwegs, man kauft noch wie wild Geschenke und Essen (immerhin haben die Lebensmittelläden EINEN GANZEN TAG GESCHLOSSEN) und schwupdiwup ist es Nachmittag. Ja und die bayerischen Kinder, die schon die Bescherung der dt. Verwandtschaft per Skype quasi mitverfolgt haben, die fragen dann im 10 min Rhythmus wann jetzt nochmal genau und ob nicht gleich, ohne Essen und ohne Lieder und überhaupt die Bescherung sein könnte??? Und was ist mit der Christmette??? Da gabs die Wahl zwischen einem Krippenspiel um 2pm oder um 4pm oder doch lieber downtown…Wir haben es am 24. dann letztlich nicht geschafft.

Und weil Weihnachten ist – kleiner Exkurs: Es ist ja so eine Sache mit der Religion im Allgemeinen sowieso und hier im Speziellen. Die ersten Einwanderer sind ja wegen freier Ausübung ihrer Religion rübergeschippert und es gibt hier so viele verschiedene „Anbieter“ möchte man sagen. Die Presbyritaner, die Redeemer und die Lutheraner und die Baptisten und die Katholiken und das sind alles nur die christlichen Ableger – da verliert man schon den Überblick. Uns wurde ja auch vorab geraten Kirchen hier eher zu meiden, denn so auf dem Papier r.k. das gibts hier nicht so, da muss man schon involiert sein… Kinder am besten gleich auf der entsprechenden kirchlichen Schule anmelden etc. Unsere Freunde waren hier auf der Insel in der Kindermette und meinten es wäre „interessant“ gewesen und man wäre gleich angworben worden. Wir haben dann heute mal St. James mit dem Erzbischof von Seattle „getestet“ – und hey, es war sehr beeindruckend. Ein klassischer katholischer Gottesdienst mit Weihrauch und Chor, Bläser und Orchester in einer richtigen großen Kirche aus Stein. Die meisten der oben genannten „Kirchen“ sehen aus wie etwas größere (Holz-)Wohnhäuser und man erkennt nur an den „Werbetafeln“, dass es sich um eine Kirche handelt. Wir wurden nicht direkt angeworben, aber man findet vor sich zumindest dirverse Flyer, auf denen man eingeladen wird sich dem Glauben zu nähern oder „Welcome back!“ wieder zu nähern. Donation kann man im bereitgelegten Umschlag gleich direkt oder gerne auch mit dem smartphone geben – Hallelujah! Und überhaupt „Pope Francis“ hört sich irgendwie cool an, findet ihr nicht? Am Ende hat er dann allen noch persönlich die Hand geschüttelt – Merry Christmas!

IMAG2738

IMAG2740

So aber jetzt muss ich packen, denn morgen entfliehen wir den fünfzig Schattierungen von grau (hey jetzt kapier ich endlich warum das in Seattle spielt) und auf gehts nach California! SONNE, STRAND und HAPPY NEW YEAR!!!

Christmas Time

Ja, das ist was mit der Christmas time hier.

Erst konnten wir vom beach club (auf der Insel) die Christmas boats anschauen. Das sind zwei Ausflugsdampfer, die in der Dunkelheit, flankiert von kleinen privaten illuminierten Booten, vom Wasser aus mit Lautsprecher und zip&zap einen Chor Christmas Carols singen lassen. Man könnte zwar auch eine CD abspielen, weil man kaum den Chor erspähen kann, aber live is live.

IMAG2492

Zur Steigerung des Weihnachtsgefühls war der Weihnachtsmann mit Frau im Club! Jetzt muss man sich keine SorgenIMAG2489 machen, was er den Rest des Jahres so alleine macht – war eigentlich klar, hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine Frau…

Dann am Wochenende: Movie-Wetter (man kann auch Dauerregen sagen) und danach waren wir passend im Center von Bellevue und konnten uns die (jetzt täglich gezeigte) Snowflakeparade ansehen: Ohne Worte. Hat mehr diesen Musical Charakter. IMAG2626IMAG2564

Die Kinder haben ihre Schneeflocken bekommen – aus Seifenschaum – dazu wurde getrommelt und getanzt. Ho ho ho. Welcome Disneyland good bye Salzburger Adventsingen….

IMAG2560

So dann muss man ja hier eigentlich an Thanksgiving seinen Tannenbaum aussuchen und aufstellen. Wir haben das nicht ganz geschafft – aber schließlich, integrativ wie wir sind, haben wir ihn zumindest letzte Woche beinahe selbst abgesägt,IMAG2571

zumindest frisch auf der Treefarm erstanden und dieses Wochenende geschmückt.

IMAG2635

Dazwischen noch eine Weihnachtsfeier und das treelightning auf der Insel – mit idyllischer Einkehr im Feuerwehrhaus bei stimmungsvollem Neonlicht…IMAG2527

IMAG2533

 

 

 

 

 

Dann ein Weihnachtsmarkt einer anderen dt Schule hier in der Gegend. Deren Namen möchte ich nicht nennen, denn nach dem heißhungrigen Vertilgen einer vermeintlich „german bratwurst“ (Valentin: „Irgendwie riecht die komisch, außerdem will ich nicht hier sein) und schwoam mas owi mit einem Apfelpunsch, dem ein oder anderen Schwätzchen: „I bin di Sandra und kim vom Chiemsee, aber mia warn jetz 5 Jahr in Singapur, mia hama frira a auf Mörsa Eilend gwohnt, du oba mia gfoits jetz überhaupts nimma do, i mecht wieda noch Singapua, do was soooo scheee, a fia de Kinda“ O.K. gut ich war noch nie in Singapur, das muss ja SUPER sein, denn so schlecht finde ich es hier nicht. Egal, nach dem uns das dann irgendwie doch alles zu deutsch war und wir dann noch das Parkschild lesen mussten: IMAG2633

(ist hoffentlich ein schlechter Witz), sind wir einhellig losgebraust, dass wir hier keine Deutschstunden nehmen werden. Und schon gings los, Vali hat gleich mal im Auto seine gesamte Mageninhalt wiedergegeben, Sophie dann nachts und wir lagen den ganzen Samstag apathisch am Sofa rum – also: WIR VERTRAGEN KEINE GERMAN BRATWURST MEHR!!!! Aus vorbei und irgendwie will ich mich auch nicht mehr mit unbekannten Deutschen treffen – ihr seid natürlich alle ausgeschlossen – Euch vermisse ich!!! Vor ab schon mal: Happy Holidays!

 

Thanksgiving – Hohoho – Skiopening

Thanksgiving ist ja eigentlich eine nette Idee – wir sind mal für alles dankbar was wir so haben. Meiner Wahrnehmung nach ist es ein wichtigeres Familienfest als Weihnachten. Vielleicht weil es keinen religiösen Hintergrund hat und jeder Mensch Thanksgiving feiern kann. Es ist ein wirklich großes Treffen von Verwandten und Freunden und auch als Zugereister wird man eindringlich gefragt, ob man Pläne hat oder hoffentlich irgendwo eingeladen ist… Wir wollten ganz anpassungsbereit IMAG2335

wie wir sind, ein klassisches Thanksgiving feiern. Alle haben frei und so kam der Turkey erst in eine Marinade und dann stundenlang in den Ofen.

IMAG2348Dazu gabs ganz wunderbare sidedishes wie mashed potatos, cranberry sauce und brussel sprouts mit buttersquash usw.

IMAG2341

Natürlich wurde das Ganze vorher sowohl in meiner Conversationlesson als auch für die ELL Kinder (die also erst die amerikanische Kultur kennen lernen) ausführlich erklärt und in der Elementery-Schule konnte ich als Helferlein mit dabei sein, als die ELL-Lehrerinnen extra für alle Kinder die klassischen Thanksgiving Speisen gekocht haben – super nett.

IMAG2290

IMAG2285

IMAG2324

Ich komme mir ja auch so bisschen wie ein übergeschipperter Pilgrim vor, der die ersten Monate hier überlebt hat – natürlich nur im übertragenen Sinn. Wie wir gelernt haben, sind die englischen „Separatisten“ im Herbst 1620 in Plymouth angekommen und wenn die Indiander- also die Native Americans wie man hier politisch korrekt sagt – ihnen nicht gezeigt hätten wie man den Boden düngt und was hier alles so wächst, hätten noch viel mehr das erste Jahr nicht überlebt. So haben sie dann 1621 nach ihrem ersten Jahr und ihrer ersten erfolgreichen Ernte drei Tage zusammen mit den Native Americans ein riesiges Erntefest veranstaltet, wo es allerdings weder Turkey noch Pumpkin-Pie gab, sondern 5 Hirsche von den Indianern und was sie alles so zu bieten hatten. Der Feiertag und die klassischen Speisen kamen dann erst später. Jetzt wird immer am dritten Donnerstag im November gefeiert. Und dann hohoho folgt an diesem Wochenende ein für Amerikaner vielleicht smoother – für mich ein etwas plötzlicher  – Übergang ins Christmasfeeling . Plötzlich blinken, glitzern und leuchten die Häuser in wirklich allen Farben. Das „Lichterhaus“ in Pöcking kann grad so mithalten. (Bei Gelegenheit mache ich Fotos in der Nachbarschaft, es ist unglaublich was hier unter Weihnachsdeko fällt) In jedem Laden werden Weihnachtslieder rauf und runtergespielt. Und die Kürbisse sind quasi über Nacht verschwunden. Irgendwie so multitasking. Denn gleichzeitig ist am Freitag nach Thanksgiving der sogenannte „black friday“ an dem, aus welchen Gründen auch immer, in den großen Läden alles für einen Tag total reduziert ist und alle unbedingt einkaufen müssen. Dann am Montag (cyber monday) kann man noch Technik-Schnäppchen machen. Und eben überall Christmas – und hohoho – Weihnachtsmänner, puh. Die meisten Mitbüger haben sogar jetzt bereits einen Weihnachtsbaum – und ja manche auch schon – geschmückt im Zimmer stehen…(Der nadelt dann eventuell, oder vielleicht sind die aus Kunststoff?) Wir warten noch ein wenig mit dem „U cut“ – wir wollen ihn ja ganz frisch – aber vermutlich werden wir ein paar Tage früher als gewohnt schmücken…. nicht zu glauben.

Bei uns in der Heimat ist doch grad total die „stade Zeit“ oder verklär ich da was??? Es wird doch scho glei dumpa und kimmt da Nikolo bring a paar Äpfe und dann wart ma no schee aufs Christkindl. Mehr nicht. Einige Menschen, die noch nach meiner Heimat (wegen des Akzents, welcher Akzent? Meist wird übrigens Frankreich vermutet…) fragen, sagen dann, vor allem wenn sie selbst vor einigen Jahrzehnten eingewandert sind: Ja, Weihnachten ist am schlimmsten, da will man doch bei seiner Familie sein, nicht wahr? Danke für diesen Hinweis, hatte ich grade mal nicht dran gedacht.

IMAG2419

Wir sind dann schließlich spontan geflohen – Hey Skiopening!!! Nach nur 3 Std. Fahrt im Mount Baker Skigebiet angekommen – strahlender Sonnenschein, eine Logde, wenig los und ab in den Lift – juppih.

IMAG2385

Aber oh – äh – Moment unser Vieresessel hat ja gar keinen Schließbügel und die Ski kann man auch nirgends… Ja, da staunt die sicherheitsbewusste Mutti. Man sitzt einfach so in diesem Sessellift und schwebt (ruckelt) über Abgründe und Schluchten und mit einem kleinem Hopser – ade du schöne Welt. Aber man passt sich wieder mal an und als der 7. Lift dann doch mal einen Bügel hat, wissen wir schon gar nicht mehr wozu.

IMAG2412

IMAG2408

Soweit aus dem „land of freedom“ –  yours Julie