Es gefällt uns immer noch wirklich gut und mit der Zeit kristallisieren sich auch mehr und mehr Feinheiten des amerikanischen Nordwestens heraus – also sooo überschwenglich sind die Menschen gar nicht. Viele stammen ja von Norwegern, Schweden und Finnen ab und die sind ja bekanntlich 🙂 etwas mehr intro als die Südeuropäer – ja ich weiß auch Klischee. Vieles hier ist ähnlich und „so familiar“, so dass man sich wirklich leicht anpassen kann. Aber immer wieder gibts diese Momente, wo ich wirklich staune.
Aus aktuellem Anlass setzte ich mich mit dem Thema „Kindergeburtstag“ auseinander. Natürlich, und das sei allen Pöckinger-Freundinnen-Mamas schon auch gesagt, es gab bittere Tränen, weil die alten Freundinnen nicht mitfeiern konnten… (Im Sommer kommen wir zur Nachholen und werden quasi eine Rundrumallesfeiernwoche in Pöcking verbringen – ich habs versprochen). Aber wir hatten es doch sehr fröhlich mit ein paar Freundinnen aus der Klasse und der Nachbarschaft und Sophie war abends recht glücklich und zufrieden.
Manche feiern auch hier so „schlicht“ möchte ich mal sagen, mit Kuchen und Spielen und Gaudi zu Hause. ABER – und das zeichnet sich ja in D auch ab – der Trend geht eindeutig zum Outsourcing. Aber nicht Soccer-Halle oder Bowling-Bahn, nein, nein. Vali war orginal eingeladen zum Geburtstag mit „Gametruck“ (und würde auch gerne einen buchen) Bedeutet im großzügigen Garagenhof steht ein Kleinbus. Darin befinden sich zwei bis drei riesige Bildschirme und ein hipper junger Mann richtet dann für die Kids das „game“ das Wahl mit Hilfe seiner 1000 aktuellen Games ein. Nach 1.5 Stunden holt man dann sein Kind (mit roten Wangen und quatratischen Augen) wieder ab und lässt es erstmal 10 Runden ums Haus rennen. Zum Abschied gibt natürlich noch Muffins aus der Packung mit neogelbem Topping, auch für die Schwester – here you go – puh, bisschen arg zuckerig. Und das wars. Mit unseren 2 x 15$ Lego Geschenken (Zwillinge) waren wir offensichtlich recht sparsam, denn sie machten sich neben den anderen – professionell verpackten und wirklich riesigen – Geschenken etwas mickrig aus. Und in der Tat, auch Sophie war letztens überwältigt was für eine Menge an Geschenken sie von ihren Freundinnen bekommen hat. Also wieder was gelernt: Geschenke sind hier auch größer, wie eigentlich alles.
Die nächste Einladung vom aktuell „besten“ Freund flatterte schon ins Haus – wobei flattern ist eigenlich falsch, denn man lädt hier natürlich nicht mit Karterln und Brieferln ein, sondern per MAIL über das „Evite“ Programm. Hier sieht man wer einen wozu und wann einlädt, man kann die Gästliste ansehen und mit ja, nein, vielleicht antworten und frohe Kommetare dazu abgeben. Gerne wird die ganze Klasse bzw. alle Jungs oder alle Mädchen eingeladen. Das geht ja auch, wenn es sich dann um eine Zaubershow, eine Stunde mit der Eisprinzessin oder eben 2 Stunden „war-games“ handelt und da sind wir schon beim Thema: die aktuelle Einladung geht in THE TAG ZONE. Ja was ist denn das? Musst ich erstmal googeln und es sind Räume oder auf amerikanisch: An Indoor Nerf Arena, wo man sich gegenseitig mit Nerf-Pistolen (mit so Schaumgummiwürstchen als Munition) abschießen kann. Ja früh übt sich wer ein Waffenbesitzer werden will. Soll ich meinem Söhnlein die Einladung verheimlichen? Leider hats ihm der Freund schon verraten und da Valentin des Englischen so weit mächtig ist, hat er auch sofort verstanden was ihn dort erwartet…Und will er hin? – will er!
Pazifismus ade, schießt Euch ab Jungs, have fun! Bis demnächst, ende ich heute ohne Worte und ohne Bilder!

