Skisaison – Kanada – etc…

So sorry – lange Pause, ich werde faul. Aber es passieren jetzt natürlich nicht mehr ständig so viele neue Dinge…

Die Skisaison hier war dann wohl doch ein bisschen besser als in den Alpen – ich habe sie aber hiermit, also mit unserer midwinterbrake, die heute zu Ende geht, abgeschlossen.

Unsere erste Skierfahrung war ja auf dem Mount Baker (ich berichtete…) und ging dann über Snoqualmi pass (tons of snow), Crystal (nahe Mount Rainier) also alles im State Washington bis zu dieser Woche, wo wir im Austragungsort olympischer Winterspiele in Kanada: Whistler waren.

Snoqualmi pass ist eher so eine Skikurs area, alles und jeder aus Seattle, der gerne mal Skifahren lernen möchte, fährt die 50 min und schon gehts los. Weil die Bergkette ja die erste vom Ozean aus gesehen ist, regnet es so viel in Seattle (nur im Winter, hoff, hoff) und schneit ebensoviel in den höheren Lagen. Allerdings wird es auch hier zwischen  gerne wieder wärmer und dadurch ist der Schnee durchaus etwas härter. Immerhin konnten wir dort auch mal eine Schneewanderung auf dem Schneeschuhtrail, allerdings ohne Schneeschuhe machen und nur den so schmerzlich vermissten Schnee genießen.

Dann hieß es zwei Sonntage – Auf nach Crystal. 1,5 Std. Fahrt, viele über Land und schon ist man in einem garmischesken Skigebiet, dass keine Wünsche offen lässt. Wir Schönwetterfahrer sind natürlich nur bei herrlichem Sonnenschein dort gewesen und es war rein schon von der Kulisse ein Traum.

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Im Hintergrund der Vulkan „Mount Rainier“, verschneite Bäume (Baumgrenze ist hier höher) und sogar Hütten on the top (jetzt wär mir Gipfel schon fast nicht mehr eingefallen 🙂  so gehts los). Klar, der Appetit nach Kaspressknödelsuppe, Kaiserschmarrn, Speckbrot oder Germknödel nützt einem hier nichts: Burger, Clamchowder, Chili mit Pommes, Mac&Cheese (fragt nicht) das ist hier so der Beitrag zum Hüttenzauber. Aber wir wollen mal nicht so sein, es war insgesamt ziemlich super und ein tolles Skierlebnis…

Dann Whistler: Gerne komplett ausgebucht nach Weihnachten und auch jetzt zur midwinterbrake. Da waren wir aber gespannt. Schöne Logde gewählt, die auch Haustiere aufnimmt und auf gings. Einreise nach Kanada: Da fühlt man sich wie zu Hause, wo ja auch die Grenzkontrollen wieder eingeführt wurden, oder? Erstmal 20 min stop and go und dann warum man einreist, was man vorhat, wo man wohnt… ok. Stempel Wiedersehen. Stopover Vancouver. Scheinbar eine der lebenswertesten Städte der Welt. Bisschen verregnet, aber nette Parks, Spaziergang weiter gehts.

Whistler ist – auch wenn es alle (Amerikaner?) für total eruopäisch halten, weil wie ein Dorf aufgebaut etc. – einfach ein Touristenort und absolut nicht mit einem Ort in den Alpen zu vergleichen. Nett, ja und hier auch viele schnelle Vierer- + Sechser-Lifte, Gondeln etc. also sobald man auf der Piste ist schon ähnlich, aber im Tal eben Kanada… Ich habe einen schönen loop gefunden, wo ich mit Bella vorher, zwischendurch und nachher spazieren gehen konnte und wieder ein paar nette Leute getroffen. Österreicherin: „Ja ich bin sein 25 Jahren hier – was, Sie wollen drei Jahre bleiben, ach danach wollen Sie doch nicht mehr zurück“ (Haben die sich alle abgesprochen?) Ebenso lustiger Europamix in der Gondel: „Ja ich komme eigentlich aus der Schweiz, oder? Aber meine Frau ist Kanadierin und ich mach jetzt hier Gondelservice.“ „I´m from the Czech Republic – hey what`s going on in Germany. This Merkel, she is crazy“ Und schon mitten drin in einer politischen Diskussion – ich dachte immer das sei nicht so gut für small talk. Dann noch Tipps und Tricks zur Einreise („You need a fast track pass… we come every weekend from seattle“) und die Edge Card und so weiter und so weiter.

Schön war die erste Skisaison, anders, irgendwie schon schlichter, kulinarisch so lala, aber schneemäßig vor allem in Kanada und Crystal traumhaft – Kulisse „ganz großes Kino“

So und jetzt kommen hier überall die Daffodils (neues Lieblingswort) und ich warte auf die Sonne, die ab morgen fast die ganze Woche hier scheinen soll. Bis ganz bald!

 

 

 

 

 

 

 

Traffic

Und nochamal ohne Bilder – sie wäre alle nicht schön und wozu wollt ihr hässliche Autokolonnen sehen? Alle wissen in USA fährt jeder überall hin, also mehr Verkehr everywhere. Trotzdem ist es meist etwas entspannter – es gibt manch harte Situation für den Autocholeriker (wie mich), aber sonst entspannt.

Los gehts damit, dass man hier nicht „rechts vor links“ gilt, sondern „wer zuerst da ist, darf zuerst fahren“. Immer noch fixiere ich deshalb von recht heranfahrende Autofahrer, denn es ist nach wie vor ein komisches Gefühl abzubiegen, wenn da einer von rechts daherbraust, nur weil ich erster an der Kreuzung war. Das gilt auch bei Stopschildern, die dann logischerweise auf vier Seiten der Kreuzung stehen und es kommt oft dazu, dass man fast gleichzeit mit einem anderen stoppt und dann wird freundlich gewunken und man fährt oder man winkt selber freundlich und der andere fährt. It`s my pleasure…

Man liebt es klar geregelt und der Reihe nach, vordrängeln kommt nicht gut an, zu schnell fahren ist sehr, sehr teuer, wenn man erwischt wird und Zeit spielt im Auto keine Rolle. My car is my castle…

Zur Schule: Werden die Kinder endweder im gelben Klassikerbus gefahren oder sie werden von den Eltern gefahren… Gehen, das tun morgen nur ganz Hartgesottene (wie unsere Nachbarsmädels) und dann gibts auch posts von besorgten Mitbürgen auf den „Nachbarschaftsseiten“ im Internet, wo man vom verlorenen Hund, über das zu verschenkende Boot bis zum Einbruch in den Briefkasten alles melden und posten kann, was einem so für die Nachbarschaft relevant erscheint. Und ich bin natürlich Teil dieser Gemeinschaft und bekomme 33 Mails pro Tag und fand auch diejenige wo ein besorgter Islander veröffentlichte, dass er immer ein Mädchen mit Fahrrad zur Schule fahren sieht und dass es ja jeder selber wissen muss, aber das das ganz schön riskant ist, vor allem wenn es um 8 Uhr noch etwas dämmrig ist… Unsere Nachbarn wurden sofort angesprochen, dass das wohl eins ihrer Mädels sei, oder?

Viel lieber wird es gesehen, wenn man die Kinder mit dem Auto in die Schule fährt (Fußmarsch 8 min von Tür zu Tür z.B. für uns) und sie in der Drop-off-zone rausspringen lässt. Um das Abbiegen von der und wieder Einbiegen in die Hauptstraße zu koordinieren stehen unermüdliche Damen und Herren morgens und nachmittags da und stoppen den Verkehr und winken die einen raus, die anderen rein usw. Morgens ist das nicht schlecht, man wartet nur kurz, Kinder springen an der Schultüre raus (OMG, das war ein absolutes no-go in Pöcking, da warst du der Pfuideifi sozusagen, vor die Schultüre, das hat sich immer nur eine getraut,…) und man fährt munter weiter zum Hundepark, zum Einkaufen, nach Hause, äh manche vielleicht auch ins Büro.

ABER mittags, das ist dann selbst für mich immer wieder unbegreiflich. Da geht das ja nicht so einfach mit hop on, weil es passen ja nur 5 Autos vor die Schule und es kommen 400 Kinder gleichzeitig raus. Also manche parken dann ab 15.00 Uhr (Schule ist 15.30 aus) in der pole position, es füllt sich und es steht da wieder ein Winker und man fährt dann in einer Schleife auf den Parkplatz (wo immer Plätze frei sind, weil aussteigen ist ja nicht geplant) und wartet bis die richtigen 5 aus 400 Kinder die ersten Autos gefunden haben und dann zuckelt die Runde weiter und weiter. Viele parken an Straße oder am Park neben der Schule und die Busse fahren – grad schee is um 15.30. Ein halbe Stunde Autochaos. Zu Fuß wäre das Kind 15 min nach Schulende zu Hause, mit dem Auto ist man locker eine halbe Stunde mit Fahren, Stehen, Warten, Rollen, Parken und was auch immer beschäftigt, crazy.

Über Baustellen, Unfälle etc. sei nur gesagt, Geduld ist ein Tugend und man muss nicht alles verstehen. Aber es ist nicht gut für den hohen Blutdruck, das steht mal fest. So drive safe oder geht doch lieber einfach zu Fuß und genießt es!!!