Happy Easter – Egg Hunt

Natürlich kann ich mich bei unserem ersten Osterfest nicht zurückhalten, Euch zu berichten. Wie letztes Mal schon gezeigt, gibts viele, sehr süße, Osterartikel, die so bunt sind, dass man teilweise hadert, ob man sie lieber als Deko aufstellt als ins Körbchen legt.

Die Oma hat dann doch die guten Lindhasen endeckt und vorsorglich dagelassen – denn der Osterhase hat dann fast nur die lokalen sweets versteckt. (Peanutbutter-Eggs, Zuckerschaumeier, Marshmellow-Hühnchen, Jelly-bean-eggs…)

Ok, wir haben ein paar Eier gefärbt, ein paar Häschen gebacken und die umgzogenen Ostereier aufgehängt. Man wird traditionsbewusster, wenn man weiter weg davon wohnt, oder?IMAG4533

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Abgesehen von den Süßigkeiten und Dekoartikeln könnte man Ostern prinzipiell auch übersehen. Außer einem kleinen Vermerk im Kalender „Good Friday“ ist von der gesamten Karwoche nicht zu bemerken, die Kinder gehen in die Schule, also auch keine Ferien. Am Ostermontag geht der Alltag wieder weiter- alle Amerikaner, denen ich das Prinzip Ostermontag zu erklären versuchte, haben mich erstaunt angesehen. Nach dem Motto Ostern ja, am Sonntag, das wars. In den diversen Parks, Clubs und Community Centers wird jedoch mit „Egg-Hunts“ geworben. Und dann haben wir das natürlich auch probiert. Im Beach-Club gabs am Samstag bei strahlendem Sonnenschein um 10.00 Uhr (sharp) sozusagen den Anpfiff. IMAG4520IMAG4519

Das Gelände in drei Zonen eingeteilt: 3-4 Jährige, 5-7 Jährigen und 8-10 Jährige und los gings. Jetzt weiß ich auch warum Egg-HUNT und nicht Egg-Search: Die Eier liegen alle ziemlich sichtbar herum und alle Kinder stürmen los und sammeln ein was geht. Schnell noch von den Freunden informiert, dass man vor allem Ausschau nach dem „golden Egg“ halten soll, denn wenn man das findet gibts noch extra Preise. Nach dem Egg Hunt leert man die 20-30 Plastik Eier, um an die Süßigkeiten ran zu kommen und gibt die „Eierschalen“ wieder ab. Das wird schon seit 100 Jahren auf MI so gemacht, aha.

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Abends (20.30) haben wir dann – um eine wiederholte Monatsration Zucker zu vermeiden – auf den Flash-Light-Egg-Hunt im Gemeindepark verzichtet.

Das Wetter den ganzen Tag traumhaft, heute dagegen am Ostersonntag kalt und sehr, sehr regnerisch (ganz was Neues). Bella hat mich bei unserem Rundgang mehrfach angesehen, ob ich das wirklich durchziehe, bei Hagel und Wolkenbruch mit ihr rumzulaufen und hat dann versucht sich unter meinem Regelmantel zu stellen, hat auch nicht geklappt.

Happy Easter und genießt Euren Ostermontag!!!

Spring Party – Fun Auction!

Wiedermal ein wenig aus dem Schulnähkästchen geplaudert. Schulen – hab ich schon mal beschrieben, glaub ich – sind ja umso besser ausgestattet, je höher die Einnahmen aus den Haussteuern des „Sprengels“ / schooldistrict sind. Also je teurer die Häuser, desto besser die öffentlichen Schulen. Die privaten Schulen, die auch immer gerne gewählt werden, kosten so um die 20.000 – 50.000 $ im Jahr pro Kind und sind dann mehr oder weniger toll ausgestattet und sind mehr oder weniger akademisch ausgerichtet. Was „unsere Schule“ betrifft, die real great Island Park Elementary, so ist sie dank dieses schönen Inselchen ja schon gut ausgestattet, aber man kann ja immer noch nach Höherem streben. Es wird immer wieder mal zu Spenden aufgerufen und eine Sache, die seit ein paar Jahren vom Elternbeirat (hier höchst einflussreich) ausgerichtet wird, ist die „Spring Party“ auch Fun Auction Party genannt. Gut situierte oder allgemein spendierfreudige Eltern oder Bürger bieten z.B. ihr Ferienhaus in Irgendwo für eine Wochenende an oder eine kieferothopädische Behandlung für eine halbes Jahr (der Nachbar erklärte mir, so eine Behandlung über 3 Jahre kostet auch mit einer Top Versicherung 5000 $ Zuzahlung) usw. Und jede Klasse bastelt ein Kunstwerk, dass man ersteigern kann und die Musiklehrer singen eine Ständchen am Geburtstag des Kindes für 50$ etc. Es gibt silent und live auctions…

Mit unseren zünfigten Nachbarn haben wir ab 18.00 Uhr vorgeglüht mit dem  „Sprizz“ von Seattle. Ein Sundowner, getrunken im Kupfertässchen: Eine Mischung aus Eiswürfel, Vodka, Gingerbeer (leicht scharf) und Limette also insgesamt nicht schlecht, bisschen stark. Dann zum Community-Center gefahren und schon konnte diese Fun-Auction starten… Erstaunlich, erstaunlich.

Wir haben es unseren Kindern nicht ermöglicht „für einen Tag Schulleiter“ zu spielen. ONE DAY MR. HOFMANN – was wäre es Euch denn so wert, liebe Eltern von Grundschulkindern???IMAG4350

Hier geht so ein Tag Schulleiter sein weg für – nicht 500, nicht 1000 nein für 2100 $!!! Und weil sich zwei Elternpaare da so weit hinaufgesteigert haben, gibts für beide Sprösslinge dieses einmalige Erlebnis.

Für wieviel das Wochenende in der Hütte versteigert wurde, wollt ihr gar nicht wissen.

Wir haben dann nur bei so kleineren Beträgen wie einem „… die ersten 40 Leute, die ihr Nummernschild hochhalten können für 100 $ einen Abend bei GG Green erleben..“ mitgemacht. Weil`s Bekannte sind, Klassenkameradin und Freundin vom Kind. Der Vater zaubert in seinem Haus und man bekommt ein Gläschen Wein dazu und ein paar andere Bekannte habens auch „ersteigert“. Ich dachte eigentlich der Papa ist Hobbyzauberer (Halloween hat er in der Klasse gezaubert), aber nein es ist sein Beruf, wie ich an dem Abend erfahren habe. Er hat auch eine Kostprobe auf der Bühne gegeben und wohl auch schon mal beim Bill (Gates) daheim gezaubert. Weil er so ein guter Zauberer ist hat er auch ein Haus mit Seegrundstück gezaubert. Also schade, dass ich damals meinen Zauberkasten nicht mehr genutzt habe, da hätte ich vielleicht noch was draus machen können.

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Ausgeklungen ist diese Fun Night, bei der wahrscheinlich so um die 50.000$ eingenommen wurden, noch mit einer Art Eltern / Highschooler-Cover-Band. Es wurde getanzt und gefeiert und um 22.55 Uhr hieß es: Here is the last song, um 23.00 Uhr Licht an und gut Nacht, gut Nacht. Ja das war ein wilder, langer Samstagabend für amerikanische Verhältnisse. Nein, das ist keine spießige Vorstadt von Seattle, nein!

So und jetzt noch ein Vorgeschmack auf St. Patrick und Eastern. Seid froh, dass ihr nur die Bilder seht, eßbar sind diese Dinger alle, aber genießbar vermutlich nicht…

Liebe Grüße aus einem sehr stürmischischen MI

 

Supertuesday usw.

Man dachte ja der seltsame Mann mit dem orangen Toupet, das ist so bisschen wie böses Disneyland, irgendwie sehr, sehr unwirklich. Aktuell sehe ich die nächste große Flüchtlingswelle vor meinem geistigen Auge auf Asien und Europa zurollen  – sie kommt aus den USA. Natürlich braucht ihr keinerlei Infos von mir von wegen Wahlkampf etc. Es wird ja regelmäßig in den deutschen Medien schön berichtet wie z.B. vom Clausi:

http://www.heute.de/usa-vorwahlen-claus-kleber-erklaert-den-super-tuesday-42441838.html

Karte: Super Tuesday der Republikaner am 02.03.2016

Was ich Euch allerdings berichten kann, dass die Menschen, die ich hier treffe, ob beim Spaziergehen, in der Nachbarschaft, in der Schule, über die Vorwahlen sprechen und viele fragen sich: WER WÄHLT TRUMP??? Keiner kennt jemanden, der Trump wählt oder hat mit jemanden gesprochen, der Trump wählen würde. Man munkelt es gibt einen Friseur auf Mercer Island der sich mal positiv geäußert hat (jetzt geht keiner mehr zu Haare schneiden dorthin). Es kristallisiert sich doch schon ein bisschen raus, dass er sich zumindest als möglicher Kandidat vorarbeitet, also Trump nicht der Friseut. Wer auch immer ihn wählt, würde er wirklich Präsident werden, dann zieht die britische Lehrerin an unserer Schule nach 30 Jahren USA wieder weg, defintiv auf einen anderen Kontinent… Und ich vermute, wie gesagt, die nächste Einwanderungwelle in D – mit Amerikanern. Wir ziehen dann natürlich auch sofort wieder um.

Ansonsten haben wir jetzt wieder Besuch aus D, jupi. Die Kinder sind (vielleicht dadurch) in der zweiten Heimwehwelle. Alles war viiiiiieeeel besser in D, die Freundinnen und Freunde, das Essen, der Winter, die Straßen, die Kletterbäume, die Schwimmbäder, die Schulzeiten (nur nachmittags). Naja, das ist jetzt so eine Phase. Aber, weil ich ja stets betone wie sehr es allen hier gefällt, sei hier schon auch erwähnt wir freuen uns schon „so narrisch“ auf unseren Besuch in der Heimat und planen schon quasi minutiös, wann wir wen wo treffen wollen, was wir wo essen, warum wir was wo auf Vorrat kaufen usw. usw. So zum Beispiel Brot und Semmeln…In Ermangelung wirklich guten Brotes habe ich mir auf Rat meiner dt. Freundin hier einen Brotbackautomaten bestellt.

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Lustigerweise gibt es ein paar (elektronische) Produkte auf Amazon Deutschland, die man in die USA bestellen kann und weil die Mehrwertsteuer wegfällt, wiegt das wiederum die Postgebühren auf. Und nach 4 Tagen war das Ding da!!! Unsere Briefe hin und her dauern 10 bis 12 Tage!!! Kleinere Päcken waren auch schon mal 3 Wochen unterwegs. Wie auch immer, seitdem ist die Küche erfüllt von Rosinenbrotduft (favourite) oder Vollkornbrot mit Gewürz (Pike Market Gewürzladen) ja das macht Freude.

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Wobei wir jetzt endlich – dank Besuch – bei „bavarian meats“ waren. Einer Metzgerei, die vieles Fleischiges importiert scheint mir und auch alle möglichen deutschen Produkte (Gelantineblätter, Rotkohl, Sahnesteif, Kinderschokolade) führt. Allerdings habe wir vorwiegend nur gekuckt, denn es kostet alles das 3-5fache und einiges davon gibts auch im world market. Jedoch gabs dort auch echte, also tatsächliche, wirklich unglaubliche echte BREZN!!! Wir haben uns sofort zwei kaufen müssen, auch wenn Vali (Brot gebranntes Kind) warnte: „Wer weiß wie die schmecken, kauf lieber nur Eine.“ Aber es war ein Geschmackserlebnis – wirklich. Dennoch wir werden im Sommer eine Woche lang täglich bei Bäcker Jakob auf der Matte stehen und bis dahin? Selber backen und den Fühling in Seattle genießen…