Spring Party – Fun Auction!

Wiedermal ein wenig aus dem Schulnähkästchen geplaudert. Schulen – hab ich schon mal beschrieben, glaub ich – sind ja umso besser ausgestattet, je höher die Einnahmen aus den Haussteuern des „Sprengels“ / schooldistrict sind. Also je teurer die Häuser, desto besser die öffentlichen Schulen. Die privaten Schulen, die auch immer gerne gewählt werden, kosten so um die 20.000 – 50.000 $ im Jahr pro Kind und sind dann mehr oder weniger toll ausgestattet und sind mehr oder weniger akademisch ausgerichtet. Was „unsere Schule“ betrifft, die real great Island Park Elementary, so ist sie dank dieses schönen Inselchen ja schon gut ausgestattet, aber man kann ja immer noch nach Höherem streben. Es wird immer wieder mal zu Spenden aufgerufen und eine Sache, die seit ein paar Jahren vom Elternbeirat (hier höchst einflussreich) ausgerichtet wird, ist die „Spring Party“ auch Fun Auction Party genannt. Gut situierte oder allgemein spendierfreudige Eltern oder Bürger bieten z.B. ihr Ferienhaus in Irgendwo für eine Wochenende an oder eine kieferothopädische Behandlung für eine halbes Jahr (der Nachbar erklärte mir, so eine Behandlung über 3 Jahre kostet auch mit einer Top Versicherung 5000 $ Zuzahlung) usw. Und jede Klasse bastelt ein Kunstwerk, dass man ersteigern kann und die Musiklehrer singen eine Ständchen am Geburtstag des Kindes für 50$ etc. Es gibt silent und live auctions…

Mit unseren zünfigten Nachbarn haben wir ab 18.00 Uhr vorgeglüht mit dem  „Sprizz“ von Seattle. Ein Sundowner, getrunken im Kupfertässchen: Eine Mischung aus Eiswürfel, Vodka, Gingerbeer (leicht scharf) und Limette also insgesamt nicht schlecht, bisschen stark. Dann zum Community-Center gefahren und schon konnte diese Fun-Auction starten… Erstaunlich, erstaunlich.

Wir haben es unseren Kindern nicht ermöglicht „für einen Tag Schulleiter“ zu spielen. ONE DAY MR. HOFMANN – was wäre es Euch denn so wert, liebe Eltern von Grundschulkindern???IMAG4350

Hier geht so ein Tag Schulleiter sein weg für – nicht 500, nicht 1000 nein für 2100 $!!! Und weil sich zwei Elternpaare da so weit hinaufgesteigert haben, gibts für beide Sprösslinge dieses einmalige Erlebnis.

Für wieviel das Wochenende in der Hütte versteigert wurde, wollt ihr gar nicht wissen.

Wir haben dann nur bei so kleineren Beträgen wie einem „… die ersten 40 Leute, die ihr Nummernschild hochhalten können für 100 $ einen Abend bei GG Green erleben..“ mitgemacht. Weil`s Bekannte sind, Klassenkameradin und Freundin vom Kind. Der Vater zaubert in seinem Haus und man bekommt ein Gläschen Wein dazu und ein paar andere Bekannte habens auch „ersteigert“. Ich dachte eigentlich der Papa ist Hobbyzauberer (Halloween hat er in der Klasse gezaubert), aber nein es ist sein Beruf, wie ich an dem Abend erfahren habe. Er hat auch eine Kostprobe auf der Bühne gegeben und wohl auch schon mal beim Bill (Gates) daheim gezaubert. Weil er so ein guter Zauberer ist hat er auch ein Haus mit Seegrundstück gezaubert. Also schade, dass ich damals meinen Zauberkasten nicht mehr genutzt habe, da hätte ich vielleicht noch was draus machen können.

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Ausgeklungen ist diese Fun Night, bei der wahrscheinlich so um die 50.000$ eingenommen wurden, noch mit einer Art Eltern / Highschooler-Cover-Band. Es wurde getanzt und gefeiert und um 22.55 Uhr hieß es: Here is the last song, um 23.00 Uhr Licht an und gut Nacht, gut Nacht. Ja das war ein wilder, langer Samstagabend für amerikanische Verhältnisse. Nein, das ist keine spießige Vorstadt von Seattle, nein!

So und jetzt noch ein Vorgeschmack auf St. Patrick und Eastern. Seid froh, dass ihr nur die Bilder seht, eßbar sind diese Dinger alle, aber genießbar vermutlich nicht…

Liebe Grüße aus einem sehr stürmischischen MI

 

2 Gedanken zu “Spring Party – Fun Auction!

  1. Liebe Julia,
    danke dir, wie immer sehr erfrischend, deine stürmischen Neuigkeiten aus dem weit-weit-weg-wilden Westen!
    Und zu diesen (Un-)Summen fällt mir nur das ein, was V. auch ständig sagen würde, wenn er hier zur Schule (und in den Hort!) ginge, und nicht in einer gar nicht spießigen, aber doch recht gesitteten well-to-do-Suburbs: WHAT THE FIIIIIISH??!
    (Ich finde „What the duck“ eigentlich noch netter, was sagt man denn bei euch so?)
    Sorry falls ich mich wiederhole: genießt es!

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  2. Oh „what the fiiiish“, haben wir hier gar nicht. Auch „motherfisher“ – fiel mir eben so ein, haben wir noch nie gehört, und sowieso nicht im Original… Hier wird häufig, also sehr häufig: Oh gosh! what the heck? Oh my! benutzt. Das f… Wort ist absolut tabu und wird nur in Filmen verwendet. Wir sprachen letztens um College über Humor ins USA und weltweit und meine japanische Kommilitonin hat irgendwas Delikates erzählt, was unsere Lehrerin dann gleich mit „Oh you mean the private parts…“ abgewehrt hat. Also man bemüht sich als Erwachsener schon um gepflegte Sprache und die Kinder –
    man darf gespannt bleiben….

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