New York II, Work-Permit und was jetzt?

Also sorry, das Wetter war so herrlich warm, wir hatten fast 10 Tage Sonnenschein und meist über 25 Grad, zwei Tage 28 Grad, hier würde man sagen so um die 84 Grad Fahrenheit! Da mussten wir den Vorgeschmack auf den Sommer genießen. Die Kinder waren gar nicht mehr zu sehen, entweder in der Schule oder aber in der Nachbarschaft. Da ist wirklich so eine sog. „Blosn“ zusammengetroffen, kaum ist einer draußen, schon stoßen mindestens 3 von Gegenüber dazu und sind happy. Das ist ziemlich überraschend, denn ich dachte amerikanische Kinder werden von früh bis spät mit Sportprogramm oder Nintendo bespaßt, weit gefehlt oder eben Glück gehabt. Da war das Heimweh plötzlich 10 Tage kein Thema mehr.

Dann wurde ein deutsch-amerikanisches Baby geboren, also nicht von mir, sondern von der deutschen Freundin. Ich durfte nur bei Sonnenaufgang hinbrausen und die 4 größeren betreuen, weil die Kleine nicht auf die Oma warten wollte, die 5 Stunden später schon gelandet ist.

Also wie immer viel los und da war doch noch was. Ah, New York. Nach zwei Tagen Programm sind zwei normale, das Landleben gewöhnte Kinder, ja bereits voll mit Impressionen, dass so ein Waldspaziergang recht wär. Und deshalb auf zum Central Park. Auf dem Weg (zu Fuß, jaha) sind wir dann noch am Rockefeller Center vorbeigekommen und weil das Wetter immer sonniger wurde, rauf mit uns, eh klar.

Dann Pause und Picknick im Central Park. Und dann gleich weiter zum nächsten Park, dem „Highline Park“, also eine alte S-Bahnschiene als Park umfunktioniert, nahe Meatpacker-District. Ich hätte mich hier durchaus länger auch in den Backsteinhäusern, jetzt mit kleinen Geschäfterln, früher Fabriken und Metzgereien, aufhalten können, aber die Erschöpfung einiger Familienmitglieder wurde zusehends größer. Dann also nochmal Italiener und letzte Nacht.

Ein wenig Shopping, ein Snack wieder in einem anderen Park und dann nach Hause – Seattle…

Ja und jetzt muss ich euch noch berichten von meiner work permit und was ich damit jetzt überhaupt mache:

Erstmal die workpermit ist die Voraussetzung für ALLES. Fragt mich nicht wer die für mich beantragt hat, irgendein Anwaltsbüro, das eben die Spouse (Ehepartner) Angelegenheiten betreut. So, darauf habe ich ca. 4 Monate gewartet. Und vorher eben auf ein Angebot, für eine Relocation Firma einer Person Deutschunterricht zu geben, verzichten müssen. Irgendwann war sie da. sieht aus wie der neue dt. Führerschein. Danach konnte ich mich mit dieser work permit im Büro für Social Security anstellen. Um dann neben meinen Daten auch die Namen meiner Eltern anzugeben und gefragt zu werden, ob ich schon mal eine SSN beantragt hätte uws. Nach diesem Interview hieß es dann nochmal 10 Tage warten. Dann wurde mir die SSN zugeschickt. Jetzt durfte ich mit der SSN in das Büro für Drivers License fahren. Dort musst ich auch wieder eine Nummer ziehen und warten und schließlich konnte ich nach einer Stunde mit einem vorläufigen Führerschein losziehen und wieder 10 Tage später kam er dann im Original per Post. Jupi – Jetzt kann ich mich ausweisen, zahle weniger Autoversicherung, kann in der Schule meiner Kinder volunteeren und alles arbeiten!!! Der Drivers License ist hier mehr wert, als ein Ausweis bzw. es gibt keinen Ausweis, sondern nur einen Reisepass oder eben den Drivers License.

Obwohl ich nach wie vor gar keine Zeit zum Arbeiten habe, habe ich mich doch auf ein Anfrage für Deutschunterricht gemeldet. Und was soll ich sagen: Heute gehts los! Die Sponge School ist eine Sprachenschule, die in ein paar Grundschulen diverse Sprachen nach oder vor der Schule anbietet: Französisch, Spanisch, Mandarin, was man eben so braucht in Seattle und da die neue Eigentümerin aus Deutschland stammt, gibts es seit kurzem auch Deutschkurse. Es gibt schon zwei Kleinkindergruppen und jetzt „Pilotprojekt“ Deutsch für Erwachsenen. Methode ist nämlich nicht klassischer Sprachunterricht mit Buch und Grammatik etc. sondern „full immersion“ hört sich dramatischer an als es ist, bedeutet: Ich soll im Unterricht wirklich nur Deutsch sprechen. Gut, das müsste von meiner Seiten klappen ;-). Bei Kindern funktioniert das wohl ganz gut, spannend, ob Erwachsenen auch was mitnehmen können. Die Inhalte und Wörter für jede Stunde sind schon vorbereitet, meine Aufgabe ist neben der Vermittlung dieser, pro Einheit auch 20 was „Kulturelles“ vorzubereiten und zu besprechen. Ja und das liebe ich ja, diese kleinen, mittleren und großen Unterschiede zu entdecken und darüber zu reden.

Morgen werde ich die Schüler erstmal schonend darauf vorbereiten, dass man in Deutschland nicht von JEDEM und bei JEDER GELEGENHEIT gefragt wird, wie es einem geht und man will, falls man das tatsächlich gefragt wird, darauf auch eine Antwort haben und die muss nicht „fantastic“, „great“ und „wonderful“ sein. Stellt euch für einen Moment vor (ich muss zugeben, ich hab mich ja schon daran gewöhnt) ihr werdet an der Supermarktkasse (an jeder!) von der Kassiererin angesprochen. Typischer Dialog – vielleicht habe ich das alles schon mal erzählt, aber es ist, wenn ich es mir recht überlege, doch eine RIESENunterschied:

„Hi, how are you today?“ „Fine, thanks“ (man steht ja tatenlos vor der Kassierin, weil der Wagen ja von ihr ausgeräumt wird, die Ware durch den Scanner gezogen und dann von ihr oder einer weiteren Servicekraft eingepackt) „I like your scarf, beautiful color! Did you find everthing alright? Do you need a extra bag for the meat? Enjoy the sun today, it`s so nice to be outside“ usw. Dann (das beste – ich musste das erstmal fast loslachen) „Can I help you to your car? Okay, have a good one!“

So und das ganze auf Deutsch/Bairisch – also an der Penny/Edeka/Billa/Aldi/Kasse: „Wie gehts Ihnen denn heut? Also si ham so an scheenan Schal, I mog de Fabn. Hams heut alles gfunden, was brauchen? Soll ich den Fleisch separat nomoi einpacken? Mei jetzt ist des Wetter so schön, genießens de Sonne noch. Derf ich Ihnen zum Wagen helfen mit die schweren Taschen?  An scheena Dog no!

Ich bin ja so gespannt auf meinen Aufenthalt in Bayern in 2 Monaten! Wie werden sich diese verklärten Unterschiede real anfühlen, verstehe ich Euch noch – versteht ihr mich noch, verstehen wir uns noch???

 

New York – with Kids

Springbrake: Wieder eine gute Gelegenheit die Gegend zu erkunden oder eben einen Teil der USA zu bereisen. Wegen Arbeitstermin, konnten wir dann recht spontan nach NY!! Diesmal mit den Kindern und 5 Tage lang.

Die Kinder konnten wir ganz problemlos am Freitag von der Schule abmelden. Vielleicht habe ich das schon erwähnt, aber man kann hier einfach einen Zettel ausfüllen, wird darauf hingewiesen, dass der Stoff nicht fürs Kind extra nochmal wiederholt wird und das wars. Tag bzw. Zeitraum angeben, fertig. Meine Nachbarn meinten: „Ja wir würden unsere Kinder nie einfach so zu Hause lassen, also die bleiben wirklich nur zu Hause, wenn sie krank sind oder eben für einen Familienurlaub. So wie diesen Sommer, denn Juni ist in Italien noch Vorsaison…“Gut und da wir ja auch nur einen Tag für unseren Familienurlaub vom der Schule abzwicken mussten, war das wirklich easy.

Am Flughafen haben wir dann zwei Familien aus der Nachbarschaft getroffen, wohl gemerkt Freitag morgen. Wir sind ja nur nach New York geflogen, die anderen nach Barcelona bzw. Israel – für eine Woche!!!

Wir also bei 25 Grad – yes Frühling ist da – los, um dann am Samstag bei Regen aufzuwachen – es hat sogar, wie es bei uns heißt: schneebazt. Aber umso besser, gleich mal ins National Museum of Natural History… Dinosaurier, die Erdgeschichte, das Sonnensystem, Säugetiere erkunden – gut wir hatten jetzt nicht vor vier Tage indoor zu verbringen, aber für 5 Stunden war es wirklich toll:

Dann – ein highlight jagt das andere: The Lion King! Eher zufällig ausgewählt habe ich von amerikanischen Bekannten, angefangen vom Kinderarzt bis zu Lehrerin, dann gehört: „Oh I have to cry, when I only think about, it is just amazing!“ oder „It was the first Musical my Kids saw in New York!“ oder „My daughter would die, to see the Lion King“

Na, na denkt man da als nüchterner Musical-Besucher, aber dann: It was amazing, it was the best, I really had to cry – I can highly recommend!!!! Fotos durfte man keine machen, aber die Musik, die Kostüme, die Tänzer, das Licht: Wonderful.

Am nächsten Tag The Statue Liberty and Ellis Island – für Einwanderer (wenn auch nur vorübergehend) ein must see… Die Liberty ein Geschenk der Franzosen an die USA, weil sie mit dem Napoleon nicht so wirklich glücklich waren – Symbol von Freiheit und Demokratie!

Und dann Ellis Island mit einem beeindruckenden Film über die Einwanderungsströme aus Europa, irgendwie recht ähnliche Forderungen der US-Bürger damals bezüglich „Obergrenze“. Ja das ist schon erstaunlich, es gibt eben doch nur eine Welt und keine 1.,2. oder 3., da müssen wir  – zufällig im friedlichen Kontinent Geborenen uns abfinden, es kann sich auch ändern und im Jahr 3037 wollen dann alle nach Afrika einwandern.

 

IMAG4840

IMAG4839

IMAG4841

IMAG4844

IMAG4842

 

Interessant auch die Poster in Europa von damals…

Es war ein herrlich sonniger, aber recht frischer (7 Grad) Tag, den wir beim Italiener ums Eck ausklingen ließen. Habe ich eigentlich erwähnt, dass ich durch geduldiges Abwarten, Anstellen und Nummer ziehen und wieder abwarten eine „workpermit“ – eine „social-security-number“ und einen amerikanischen „drivers licence“ habe…

Dazu und New York Teil II demnächst! Cheers!