Die bayerischen Pfingsferien (Pfingsten ist hier unbekannt: „You know the holy ghost came to the follower of Jesus…“ Hä?) sind zu Ende – und unser lieber Besuch wieder zurück in Bayern, seufz.
Wir hatten eine wunderbare Zeit und wie es so ist, mit Besuch wird mal wieder explored. Diesmal die erstaunlich Olympic Peninsula. Also es ist ja so, dass viele Menschen – auch ich bis vor kurzem – denken: Amerika ist soundso und Wildnis, Bären, Schwemmholz, Berge das gibts in den Weiten Kanadas. Und einige Freunde haben schon voller Überzeugung gesagt: Also wir besuchen euch gerne, weil wir sowieso immer schon mal nach Kanada wollten und das ist nahe dran an Seattle, das können wir dann verbinden. Leute das ist absolut überflüssig, denn die Landschaften gehen ja ineinander über, wir sind so nahe dran und es auch hier schon total kanadisch! Natürlich wenn man nach British Columbia, Vancouer etc. denkt. Ich möchte nicht sagen, vergesst Kanada, aber die Schönheiten des Staates Washington kann man monatelangs erkunden und dann gibts ja noch Oregon und Idaho…
Also auf zum National Parl: Wir mit zwei RVs, da es unterkünftemäßig eher mau dort ist bzw. die guten Sachen ein Jahr im vorraus ausgebucht sind und ziemlich kostspielig. (Kleiner Tipp von Deutschland aus, auch als in USA lebender Deutscher, ist das Mieten eines RV ca. 2/3 günstiger!!!) So also rauf auf die Fähre nach Bainbridge Island, das mit einer Brücke mit der Olympic Peninsula verbunden ist und schon ist man in einer anderen Welt. 

In Port Angeles wollten wir nach Whale Watching fragen, jedoch wochentags in der Vorsaison wird nur einmal whales gewatched und das war schon vorbei. Da die jüngeren Mitfahrer sowieso keine Lust hatten gings auf zum ersten campground: Crescent beach: Was ein Glücktreffer!
An einer kleinen Nebenstraße ein paar Stellplatze, gegenüber das Meer und Blick auf Vancouver Island und die Strait of Juan de Fuca, sozusagen die Einfahrt nach Vancouver und Seattle, Fischkutter, Containerschiffe und Segler entlangschippern… Nach einem Nacht neben Meeresrauschen bei Ebbe auf die Klippen und Anemonen, Muschelbänke und Krabben bewundert, dann weiter vorbei am Lake Crescent mit seiner für amerikanische Verhältnisse uralten Lodge, die jeder Seattler zum Übernachten oder zumindest für ein Lunch empfiehlt. Nett, aber für Europäer wirkt sie bisschen K&K verstaubt und erinnert bisschen an ein Seniorenstift. Aber psst…. nicht meinen Nachbarn sagen, die sind da total begeistert.
Nach dem Lunch, mit Crabcake oder Elkburger (ist Hirsch, nicht Elch, den der heißt moose) gings dann weiter zum nächsten Stop und weil uns das Meer so gut gefallen hat, wurde der Regenwald zum Tagesausflug umgeplant und la Push zum Quartier für die nächsten beiden Nächte… Wir hatten schon vom Schwemmholz und der wilden Küste gehört und Reportagen gesehen (NDR online) aber la Push bzw. der Campingplatz des Quileute-Stamm hat alle Erwartungen weit übertroffen. Gerade noch zwei Plätze ergattert und Atmo eingesaugt – zwischen Surfern und freilaufenden Hunden (Paradies und einzigartig für Bella) am wilden Pazifik – da fühlt man sich frei und jung und wild. Es gibt dort auch ältere und neuere Häuschen, die man mieten kann und hier könnte ich vmtl. auch die 9 Wochen Sommerferien mit den Kindern verbringen und euch allen…. Morgens Strandspaziergang, evtl statt zum Beach one mal zum Beach two oder three, aufs Meer schauen, Strandspaziergang, noch bisschen aufs Meer schauen und dann Lagerfeuer am Strand. Ab und zu in den Regenwald und dann wieder Strand und Meer und Lagerfeuer…
Der eher seltene kalte Regenwald – wir waren im Hoh Rainforest – machte seinem Namen alle Ehre, es nieselte leicht vor sich hin. Dank der lauten Kinderschar war von Bären, Cougars oder anderen Wildtieren wenig zu sehen. Ein Rehlein und die berühmte Bananenschnecke waren wohl nicht schnell genug 🙂
Dann ein letztes Lagerfeuer mit der klassischen Nachspeise: Ein gegrillter Marshmallow mit geschmolzener Schokolade auf einem bestimmten Honigcracker.

Irgendwie schon a bissl süß und üppig, aber man passt sich ja an. Probierts mal aus, am Isarstrand oder wo man sonst am im schönen Europa ein Feuerchen machen darf. Apropos, nach einem kurzen Schwatz mit einem Mexikaner, der nach meinem Herkunftsland fragte (ich hab wohl noch einen leichten Akzent) und nach meiner Antwort ausrief: „Germany, that must be the most beautiful country in whole europe!!!“ Ja freili, in diesem Sinne – bis demnächst aus dem zweitschönsten Land!