Ich werde nicht schreibfaul, ich kann mich nur nicht entscheiden, über was ich schreiben soll UND vor allem immer wenn ich schreibe, denke ich an Euch und wenn ich an Euch denke, dann wir mir die Tage doch irgendwie schwer ums Herz, weil ich immer noch und immer wieder Deutsche und andere Europäer treffe, die hier hängengeblieben sind. Wie lange werden wir bleiben? Seufz.
In gut zwei Wochen sind wir schon in Deutschland, unfassbar. Dabei bin ich doch eben noch in FRA ins Flugzeug gestiegen. Kaiserschmarrn wir kommen – Franzl, Sissi ich freu mich schon so, Knödl gibts (Irma!!)
So jetzt genug der Sentimentalitäten, statt dessen Neuigkeiten: Ich also jetzt Deutschlehrerin. So nett. Meine drei (ja, ist ein kleiner Kurs) Schülerinnen wollen tatsächlich Deutsch lernen. Full immersion, sprich ich nur Deutsch – sie nur Deutsch, soweit eben irgendmöglich. Aber erstmal: Warum Deutsch? (spricht doch kaum jemand hier, oder?) Die schönste Antwort: „I fell in love with the country“ – ja das geht doch runter wie Öl, oder? Lehrer stellt euch vor, die Schüler sagen: Ich bin eben verliebt in Mathe, in Frankreich, in die Geschichte. So eine Einstellung und das war ernst gemeint! Da können wir noch was lernen. Die andere hat einen Freund, dessen Vater Deutscher und die Mutter Mexikanerin ist, weshalb er dreisprachig aufgewachsen ist und sie will die deutschen Verwandten verstehen. Auch schön, damit sind wir schon beim ersten „ö“. Wir haben ja relativ wenige Umlaute öäü aber ich habe festgestellt, die hören den Unterschied zwischen schon und schön gar nicht. Weil das Ohr, sprich Gehirn, diesen Laut nie gehört hat, erkennt es ihn quasi nicht. Sie bemühen sich sehr, aber es ist hart. Und alle „ichs“ und „achs“ sind auch recht schwierig, ebenso das „r“, klar. Kleine Episode: Themen und Vokabeln sind ja im Curriculum festgelegt und eine Stunde war „Aktivitäten am Wochenende“ und da kam die Phrase… Am Wochenende möchte ich … in den Park, auf den Markt, in die Bibliothek, in den Nachtclub gehen. Die Mädels übten dann fleißig: „Ick mockte in den Nacktclub gean.“ Oh nein, da müssen wir rasch einmal nackt rausnehmen. Wir haben uns auf Club geeinigt, ist sowieso gängiger und sonst wäre die deutsche Verwandtschaft vielleicht nur teilweise begeistert. „Guad, gema hoid in an Nacktclub, wennsd moinst.“ Am lustigsten fanden sie wiederum die Zahl 55. die fü-zi Kombi, fanden sie sehr erstaunlich…
Mir fällt dabei auch auf, das wir ganz schön lange Wörter haben und eben auch gerne Nomen zusammensetzen und das eigentliche ständig: Wochenende, Kaffeetasse, Computerbildschirm, Gebrauchsanweisung. Und wie nüchtern wir sprechen: Hochzeitsreise – hier honeymoon.
Aber da haben sich schon mehr Leute drüber lustig gemacht… In diesem Sinn – lasst Euch ÜBERRASCHEN:
https://www.youtube.com/watch?v=41lZmGcRWHU
Spannend!
Jaja, das mit den Umlauten… übrigens (wusstest du vielleicht eh) ist das dasselbe mit den Chinesen/ Japanern und r und l. Die können nämlich sehr wohl ein r sprechen. kennen aber keinen Bedeutungsunterschied – es ist einfach egal, welches man nimmt (der beste Vergleich, m.E.: das ist so, als du plötzlich lernen müsstest, dass ein Wort mit R etwas anderes bedeutet, je nachdem, ob man das R rollt oder nicht.)
Das Video haben Schüler von mir schon hin und wieder im Unterricht genießen dürfen. FLUUCHZEUCH!!
Wenn du deine fleißigen students wirklich schocken willst, lass sie mal „Österreichische Zeitung“ sagen!
LOL
Was ich noch sagen wollte: Hier würde es niemanden überraschen, wenn ihr wegen des trockeneren Klimas nach Seattle gegangen wärt… Schau, dass ihr ein bissl West coast sunshine einpackt, sonst musst du in deine FeWo schwimmen!
BIS BALD!
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Liebe Julia, hab schon länger nix gelesen, aber habe alles nachgeholt und musste so lachen, dass Zappo verwundert nach mir geschaut hat…. Das muss ein Buch werden!! Also zum Wetter kann ich nur sagen, wenn ihr demnächst in eurem Garten sitzen werdet, kann man den Teich als Schwimmteich benutzen….. Das mit dem Job ist toll und ich freue mich auf weitere Geschichten!! „Nacktclub“ ist Wahnsinn!! Muss jetzt los zum Bahnhof, Tochter kommt aus Frankreich zurück…. Bis ganz bald!!
Viele Grüße
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Ick frohe mich auf das Kommen von Ihnen, wieder zurück in Heimat.
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Oh yeah. Ick kenne glaub ick nickt der Markus Langer, aber er ist absolut reckt. Wir sind auck seah glücklick su sehn euck allen bald. Haben ein sickeres Flug! (Nein nickt sick, sicker, sickeres!!! Ick meinte natulick ein gutes Flug!)
Ups. Jetzt merk ich erst, wie oft wir „ch“ machen!
Bis bald, jupi!
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Versucht mal „Streichholzschächtelchen“ (Austausch anno – ach, schon lange her)
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