Nach dem unwirklich smaraggrünen Diabolo Lake im North Cascade NP (siehe kurzen Beitrag letztens) gings weiter, eben durch die North Cascades, Richtung Osten und schon im Westernstädtchen Winthrop begann ich zu ahnen, was mir einige Einheimische berichtet hatten: Östlich der Berge ist es trocken und heiß, nicht annährend vergleichbar mit dem Pazifik Klima der Westküste.
Nach einer Nacht bei Oroville am Osoyoos Lake ging es über die Grenze nach Kanada und es blieb bei über 30 Grad, Sonne, karstigen Felslandschaften und so fuhren wir entlang des Okanogan River immer gen Norden, aber es hatte eher was von Kroatien, Mittelmeer… Streckenweise ließen sich Menschen in Gummireifen oder ähnlichem den Fluß entlang treiben, mit genug Bauch gehts auch ohne Matte, wie wir feststellen konnten und so schlängelten wir uns entlang diverser Seen durch diesen Obstgarten und gelobtes Weinanbaugebiet Kanadas bis Sicamous, wo wir die parallel reisenden Freunde, die wir später nochmal treffen sollten, kurz zu einem gemeinsamen Mittagstop überzeugen konnten (Ihre Streckenplanung war straffer und alles reserviert, während wir uns im wahrsten Sinne des Wortes an dem Morgen noch den Fluss parallel zum Campground runtertreiben ließen). Warfen uns dann mit und ohne Kajak und SUP ins Wasser des Shuswap Lake und feierten in Revelstoke noch Verenas Geburtstag, indem wir auf unser obligatorisches Lagerfeuer verzichteten und dafür mal schick essen gingen.
Im Morgengrauen fuhren wir Richtung Banff NP und hofften auf eine Nacht nähe Lake Louise, mussten aber dann feststellen, dass man in August zumindest an den Hot Spots den Campground ein paar Monate im voraus reservieren sollte. Dazu der erste Regen seit Wochen und ein Mittagessen, das nur optisch ansprach.
Bella sei Dank verspürte ich bald das Bedürfnis sie aus dem Wohnmobil zu befreien – Restaurant ist ja auch in Kanada nix für Hunde – und wollte auch bei Regen zumindest einen Blick auf diesen Lake Louise werfen. Kaum am Fairmont Hotel angekommen riß es schon auf, also die ganze Reisegruppe vom Uno-Tisch mit wässriger, erkalteter Schokolade weggeholt und los gings an den See. Muss wirklich ein Hot Spot sein, denn neben uns drängten sich Menschen aus aller Welt an die Spitze des Sees um ein Fotos zu schießen. Wir wanderten dann hinauf zum Lake Agnes und pausierten mit zahlreichen anderen Europäern im Teahouse. Es war mehr so eine griabige Hütte, wo in verbeulten Blechkannen Tees serviert wurden. Ein paar Gerichte wie Gerstensuppe, Apple Crumble oder TunaSandwich rundeten die dampfig, herrliche Atmophäre ab.
Nach ein paar Kannen Tee und den oben genannten kulinarischen Highlights, nachdem Bella ihre Leine mehrfach auf Reißfestigkeit geprüft hatte (sie musste draußen warten, aber die zutraulichen Chipmunks stellten ihre Nervenstärke und ihren Jagdinstinkt auf eine harte Probe), ein Kind beim Versuch einen niedlichen Nager zu streicheln in den See gerutscht war und die anderen vier glücklich von ihren unterschiedlichen Erlebnissen mit eben diesen Tierchen berichtet hatten, gings wieder zum RV und auf die Suche nach einem Nachtlager…
Dieser Abend, entlang des alten Highway #1 Trans Canada Highway, bescherte uns dann auch den Blick auf einen echten Schwarzbären, die ja hier recht zahrleich sind, aber es ist schon was, wenn man ihn dann live vor sich hat 🙂
Zu guter letzt fanden wie bei „Two Jacks Campgrounds“ dann noch einen herrlichen Platz mitten Wald. Nahmen die Anweisung der Ranger entgegen, wirklich nichts Eßbares und auch den Hund nicht über Nacht vor dem RV zu lassen, damit Wölfe, Bären oder Kojoten nicht angelockt würden. Gute Nacht bis zur Weiterfahrt nach Banff.


