Warum noch mal rasch make America great again?

Also der Wah(nsinn)lkampf geht in eine neue Runde. Gestern die erste Fernsehdebatte. Wir saßen wie 100.000.000 Amerikaner vor einem Bildschirm (es gab auch Public Viewing  – Fußball WM nichts dagegen) und hörten uns ganz unvoreingenommen die beiden Kandidaten an. Nun, nach ca 3 Min war es mit der Unvoreingenommenheit dann endgültig vorbei, vielleicht war sie auch nur geheuchelt. Zwischendurch kurzer Spaziergang mit Sohn und Hund, gespenstisch – kaum jemand auf den Straßen.  Also wenn die DEN wählen (ich trau mich nach dem Film „SNOWDEN“ sowieso nichts Konkretes mehr zu schreiben und bitte klebt Eure Kameras an PC und Handys zu!!!!) also wenn die DEN T Rum P wirklich wählen, dann gute Nacht. Erstmal verhält es sich so, dass die bösen Länder rund um USA, also eigentlich alle, nicht dafür zahlen, dass der große Bruder sie so beschützt, da will er dann auch nicht mehr so viel Geld ausgeben für diesen bösen, kleinen, dummen Länder – gibt’s das nicht auch bei der Mafia, Schutzgelderpressung??? Dafür will er Flughäfen etc. wieder great machen, gell, denn es ist ja wie wenn man im einem „third world country“ landet (Ich dachte diesen Bergriff gibts so nicht mehr, aber bitte) in so desolatem Zustand sind die Flughäfen in USA. Na egal, und wenn die Hillary ihre E-Mails veröffentlicht, dann macht er seine Steuerzahlungen auch öffentlich usw.  Natürlich mag die Hillary auch keiner, aber die hat wenigstens eine Ahnung, was dann so auf sie und die USA an Aufgaben zukommt. Er ist dann noch ziemlich auf ihrer nicht vorhandenden „stamina“ herumgeritten, was ich erstmal nachschauen musste. Kann mit Ausdauer oder aber Stehvermögen übersetzt werden, war klar. Er hat überhaupt seine inhaltslosen Phrasen mehrfach wiederholt, sonst hätte er die Redezeit vermutlich gar nicht füllen können. „I just don’t believe she has the presidential look“ und später „She doesn’t have the look, she doesn’t have the stamina, I said she doesn’t have the stamina, and I don’t believe she does have the stamina.“ Genau.

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Aber da hat sie ganz nett gekontert, dass er mal 112 Länder besuchen und die ein oder andere Rede halten soll, dann kann er gerne nochmal mit seiner Ausdauer daherkommen. „As soon as he travels to 112 countries and negotiates a peace deal, a cease fire, a realease of dissidents, an opening of new opportunities in nations around the world, or even spends 11 hours testifying in front of congressional committee he can talk to me about stamina.“

Allein die Konzentration, jede Antwort und jedes Statement in eine Minirede zu verwandeln, ist eine Fähigkeit, die jetzt nicht unbedingt bei jedem so ausgesprägt ist. Mehr dazu sagen und schreiben sicherlich sehr viele schlaue Journalisten, das war jetzt wieder nur eben ein sponti blogg.

Und um mit der Überschrift und ein paar netten Impressionen abzuschließen. Am Grand Canyon zu stehen gibt einem wieder die Bodenhaftung – wie klein und unbedeutend wir kleinen Menschenwürstchen doch sind… Ameisen am Grand Canyon, geviertelte Einzeller im Universum.

Ich bin wirklich kein Patriot, aber wenn du kreuz und quer in diesem Land herumfährst, wie ich in den letzten 12 Monaten durfte, dann muss ich schon sagen also great im Sinne von groß, ist diese Land schon lange bevor ein Europäer hier sein plumpen Fuß draufgesetzt hat und teilweise ist die Größe noch spürbar.

Arizona und Las Vegas…

 

Und zu letzt gestern Abend  „zu Hause“ bei uns… gute Nacht liebe Europäer!

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Oh, wie schön war Kanada!

Halloween steht vor der Tür und ich habe meine Sommeraktivitäten noch immer nicht aufgearbeitet bzw. stecke sowieso noch mitten drin. Nach diesem „amazing, but really short summer“ vergisst man gerne den sehr langen, sehr grauen Winter.

Eine fröhliche ältere Dame, die uns am Beachclub mit den Worten: „What is that music that I can hear in your language? Is it German???“, in ein Gespräch über ihre Nachbarn, die diverse deutsche Anknüpfungspunkte haben und ihr das Lied (passend zur aktuellen Münchner OFZ (Oktoberfestzeit)) beibrachten, das sie dann anstimmte: „Oh wie is that schon, oh wie is that schon, oh wie is that wunderwunderschon – thats all I know in German!“ Also diese kleine, dicke Dame hat uns dann erklärt, dass sie hier auf Mercer Island aufgewachsen ist und bis zur Highschool gar nicht gemerkt hat, dass hier die Winter so grau sein sollen. Ihre Zimmergenossin auf dem College jedoch(Mädchen von der Ostküste) hat dann den ganzen November lang jeden morgen geseuftzt: „Manno, schon wieder grau…“ Bis sie dann sagen musste: „So jetzt ist aber Schluss. Du sagst jetzt nur noch, was über das Wetter, wenn es dir gefällt, nur wegen dir ist mir jetzt auf einmal klar, wie viele graue Tage wir hier haben, das wusste ich vorher nicht!!!“

Was ich eigentlich sagen wollte: Nachdem sich nun langsam der ein oder andere Regentag unter die unendliche Kette der trockenen Sonnentage mischt, kehrt langsam, sehr langsam die Erinnerung zurück. Aber noch drei, vier Sommer und mir fällt dann der graue Herbst gar nicht mehr auf. Oh wie ist das schon, oh wie ist das wunderwunderschon!!!

Apropos Erinnerungen: Wir waren ja noch lange nicht fertig mit KANADA!

Wir also in Banff und damit gefühlt im Herzen der kanadischen Rocky Mountains und in einer Berglandschaft, na seht selbst:

Nach einer privaten Führung durchs Fairmont Hotel in Banff durch eine entzückende Kanadierin, die gerade dort zu arbeiten begonnen hat und die wir auf der Wanderung kennen gelernt hatten…

… trennten sich die Wege, denn die Wahlfranzosen hatten noch ein paar Wochen das Wohnmobil und wir mussten zurück, liebe spontan Besucher aus Pöcking treffen und dann noch mal auf Vancouver Island, alte  und ebenso gute Freunde aus München treffen und deshalb ab durch die südlichen Ausläufer der Rockies, vorbei an heißen Quellen, eisenhaltigen Sumpfgbieten bis zur Grenze Kanadan USA in IDAHO.

 

Dort an einem winzigen Grenzübergang wieder ein Abenteuer:

„Nehmen sie „food“ über die Grenze?“ „Äh, food – ich denke an Rohfleisch, Wurst und Pflanzensamen, was man halt nicht einführen darf und sage – äh no.“ „Was, überhaupt keine Nahrungsmittel in einem RV?“ „Äh ja, also Gemüse und so. Milch?“ „Na bitte, dann fahren sie mal rechts ran.“ Ein ältere Beamter mit Kartoffelnase (darf man die überhaupt an der Grenze bei sich führen?) fragt uns dann barsch mit Liste: „Was genau haben sie denn an Gemüse dabei.“ „Also ähm, Zucchini und vielleicht noch zwei Kartotten – darf ich mal eben kucken“ „NEIN, sie müssen doch wissen was sie dabei haben!“ „(???) Ok, also genau, klar wissen wir das. Eben die Zucchini und Karotten, vielleicht noch eine Tomate und Frühlingszwiebel. Milch auch. Sowas.“„Ich fragte nach Gemüse! Und Südfrüchte, Zitronen??“ „Nein, äh ja, aber die ist aus USA.“ Das spielt keine Rolle. Haben Sie tote oder lebendige Tiere dabei?“ „Äh, Wie bitte?“ „Ja, Bären, Hirsche, das kann man alles essen oder Haustiere?“„Nein keine Bären, aber ja also unseren Hund?“  „Ist der Hund im Käfig, nein? Dann bitte mal austeigen, ich inspiziere jetzt den Wagen.

Die Kinder saßen schweigend im Wohnmobil, wir standen etwas bedröppelt mit Hund davor und dann kam er wieder raus mit unserem losen Gemüse im Sackerl und belehrt uns, dass wir doch wirklich hätten wissen müssen, was wir genau in unserem Kühlschrank mitführen.. Ja und da gäb es auch keine Ausreden. Wir Europäer, wir hätten ja solche  großen, also riesen Probleme mit unseren offenen Grenzen, nicht war? Aber nicht hier in USA, nein, hier nicht. Und deshalb müssten wir jetzt auch die zwei kanadischen Holzscheitel schön nach Kanada zurückbringen. Ja, wir könne auch fahren oder aber gehen, aber bitte mit Reisepass, denn es würde die Grenze überschritten. Während die Kanadier Andre fröhlich zuwinkten und auf die große Holzkiste neben dem Wachhäuschen verwiesen, verdrückten wir eben noch landjägerartige Pfefferwürstchen, das der Grenzer übersehen hatte und wer weiß, vielleicht kam er ja nochmal mit einem Würstchensuchhund, sicher ist sicher. Köstlich so ein verbotenes rohgeräuchertes Würstchen an der Grenze.

Bei mir wurde auf jeden Fall auch eine Grenze überschritten. Oh, wie schön war da Kanada!!!