Ach, ich wollte doch so oft und sooo viel schreiben, dass ich jetzt endlich, endlich ohne Frust und sogar mit Vergnügen englische Literatur lese…
Dann war nach Thanksgiving sofort die Holiday Season mit all der Deko in der Nachbarschaft… Wir bekamen gerade noch rechtzeitig drei Wochen vor Weihnachten unseren Baum, waren auf diversen Christmas-, Hanukkah-, Nutcracker-Events…
dann kam Weihnachten – happy holidays by the way und schon ist das Jahr 2016 fast zu Ende.
Jetzt sitze ich hier mitten im Pazifik, die Wellen kommen und gehen, die Wale springen und bevor ich Euch mit Bildern von Sonnenuntergängen und Meeresbrandung und Palmen verwöhne (foltere) lasst mich meine Reflektion der „Middle School“ nach dem ersten Trimester noch einschieben:
Bislang habe ich neidvoll auf Sophie geblickt, die mich mittlerweile erstaunt ansieht, wenn ich frage „Liest du grade deutsch oder englisch?“ Oder Valentin, der sagt, „lass einfach“, wenn ich anbiete, ob man den Kinofilm evtl auch mit deutschen Untertiteln ansehen kann. Es ist den Kindern quasi wurst, ob sie deutsch oder englisch lesen, Filme sehen oder reden. OK, es wird alles nicht fluent-fluent sein, aber egal. Und wie gesagt auch ich nähere mich langsam langsam der Lesefreude auf englisch an.
Zum Thema Literatur für die Profi- und HobbypädagogInnen unter euch: Ich mache mir natürlich nach wie vor Gedanken, wie unsere Zwei dem deutschen (bayerischen) Schulsystem wieder folgen können und was sie hier alles nicht lernen müssen. Aber zwischenzeitlich habe ich das Gefühl sie lernen doch auch was. Sophie hat in Science gerade alles über Wellen im Bereich Schall, Licht und Wasser gelernt und uns eben erklärt warum wir einen Regenogen sehen und der Apfel rot ist. Aber das haben wir ja auch mal gelernt, nicht wahr? Ist schon so lange her. Was aber höchst intensiv betrieben wird, ist „Language Arts“ gerne kombiniert mit „Social Studies“, zwei Fächer, die Sophie in der 6. Klasse jeden Tag hat. Sie hat, um das auch noch zu ergänzen, jetzt in der Middle School, sowieso jeden Tag „One“ Science, Language Arts, Maths, Social Studies, und Band (also Klarinette im Ensemble) sowie ein Trimester Health oder Sport oder Tech und an jedem Tag „Two“ die gleichen Fächer nur statt Band „Extended Core“, bei dem keiner so genau weiß was es ist, man redet halt über dies und das, so ne Art Ethik Stunde würde ich meinen.
In Language Arts müssen pro Trimester (!) ungefähr 10 Bücher aus verschiedenen Genres gelesen werden, (es gilt auch einmal ein Comic oder Märchenbuch), einmal im Monat muss eine „reading reflection“ über ein selbst gewähltes Buch geschrieben, abgegeben und der Klasse vorgestellt werden. Ab und an gibts dazu noch Klassenlektüre (die 10 Bücher liest man natürlich zu Hause) und die lesen dann alle gleichzeitig. Zum Beispiel: „The Giver“ , ein Jugendroman von Lois Lowry über eine zukünftige Gesellschaft, in der alles ganz klar geregelt und Jahreszeiten und Gefühle ausgeschalten sind. Dazu haben wir uns zu Hause das Movie gleich mal angesehen und die Schüler mussten sich in Gruppenarbeit auch Gesellschaftsformen ausdenken.

Puh, gar nicht so ohne. Machen das die bayrischen 6. Klässler auch?
Sehe gerade, dass das Buch und der Film diese schöne deutsche Übersetzung haben:


Dazu gibts dann noch weitere Romane, die sich Sophie gerade einverleibt:
Wie auch immer sie es anstellen, in Bezug auf Lesen….
They do a great job!
Melde mich demnächst aus Maui – ALOHA!


