So, erstens jährt sich schon wieder was – Thanksgiving und vielleicht wird das ja jetzt irgendwann mal langweilig, ihr wisst schon über alles Bescheid und könnt auch ausmalen wie es für uns so läuft, oder?
Auf der anderen Seite, es gibt ja immer was Neues, nicht wahr 🙂
Dieses Thanksgiving waren wir nicht allein, sondern eine liebe, gaaaanz alte Sandkastenfreundin aus Salzburger Kleinkindertagen, kam mit ihrem Mann hierhergeflogen, unter anderem um den Seattle Marathon zu laufen! Ja auch im November kann man hier Urlaub machen, wenn ich auch zugeben muss, dass ich selbst mehrfach auf das – nennen wir es – etwas instabile Herbstwetter hingewiesen habe… Bei gemütlichem Dauerregen versuchten wir uns nach dem (tapferen, letzten) Lacrosse-Game des Söhnleins, die Snoqualmifalls anzusehen (ihr erinnert Euch).

Wir mussten jedoch erst unter die Wasserdampgsprühwolke klettern, um sie zu erahnen.
Dann Thanksgiving week. Wir wieder Truthahn, mashed potatos, Cranberries and so on. Die Marathon Läufer sind Vegetarier, so dass ich erfreulicherweise – thats America – auch einen tofurkey erwerben konnte…
Na, kaum ein Unterschied nicht wahr? Gibt bei uns auch schon einen Tofu-Gänsebraten? Und Weizeneiweißschnitzerl? Diese erinnern mich geschmacklich an einen panierten Schirmpilz. Davon abgesehen habe ich natürlich, diverse lecker vegetarische Hauptgerichte kennengelernt.
Ansonsten habe ich passend zum Fest eine weitere kulinarische Leckerei entdeckt. Valentin ist ja recht aufgeschlossen und hat mich überzeugt dass man dies mal probieren muss und siehe da, I love it:
Mit Erdnussbutter gefüllte Laugenkissen (alles was hier salzigen Laugenteig hat wird „Pretzel“ genannt). Machen süchtig, bringe ich im Sommer mit, versprochen.
Nebenbei hoffen viele auf die Neuauszählung der Wahlergebnisse dreier Bundesstaaten – ihr habt es sicher gehört. VIelleicht habt ihr auch im Auslandsjournal auf ZDF diesen Bericht über ultrarechte weiße Amerikaner der „alt-right“ Bewegung, die gerne Ausrücke wie „Lügenpresse“ und „Hail Blubla“ angelehnt an deutsche Sprache verwendet und den Donald, der ja dagegen schon ein Mulit-Kulti Anhänger ist, mehr für ihre nationalistischen Ideen begeistern will. Quo vadis USA? Wie wir Lateinerinnen sagen.
Und Sonntag dann der SEATTLE MARATHON. Einer der hügeligsten Marathon Strecken mit einigen unangenehmen Steigungen – für mich ist es sowieso unvorstellbar wie man überhaupt so weit laufen kann, aber bitte – und dazu das Wetter. Glücklicherweise hat es erst die letzten 10 km angefangen und so kamen die beiden nach 3 Std und 36 bzw. 34 min ins Ziel neben der Spaceneedle gehopst. Ich war extrem erleicherte, dass sie überlebt haben, ich wäre nach 6 Std. 33 min vmtl. bei km 32 zusammengebrochen. Einige Teilnehmner sind dann in der Recover Area eben eingenickt oder weinend neben ratlosen Angehörigen zusammengesackt. Unsere tapferen Besucher haben statt dessen ihre Metall in die Kameras gehalten und haben es sich bei Dauerregen vor dem Kamin gemütlich gemacht, als wären sie eben von einem Hundespaziergang nach Hause gekommen.
Und als Ergebnis konnten beide die Landesmeisterschaft einfahren, denn sie waren die schnellsten Österreicher! (Es waren nicht ganz so viele Österreicher am Start 🙂 Morgen fliegen sie wieder nach Hause und wählen eben noch ihren neuen Bundespräsi, in der Hoffnung dass die Trumpeuphorie nicht auch noch die kleine Alpenrepublik überrollt.

In diesem Sinne: Gut Nacht mein Heimatland!
