Maui first – und dicke Socken

Isn’t it f….. , ich meine freezing cold??? It is. Hier auf Mercer Island lag tagelang Schnee!!! Mindestens 1cm, ach was 1,5 cm, amazing. Aber die Kälte, hey minus 5, das sind plus 21 Fahrenheit, das sind gefühlt minus 21 für uns Shortsträger! Ja und die tragen ihre Shorts, Schnee und Eis, wurscht egal. Meine Schüler-Mütter, mit denen ich ja immer auch die kulturellen Unterschiede bespreche, haben mir genau erklärt warum das mit der Kälte hier so ein Problem ist. Denn ich so ganz unschuldig: Das ist doch jetzt mal richtig Winter und die Sonne scheint auch viel öfter, das geht nicht so aufs Gemüt, wie der Regen im letzten Winter usw. Und die Mütter dann: Nein, da ist uns der Regen lieber, dann ist es nicht so kalt. Ich meinte die schön pedikürten Füße sind ja nett, aber jetzt wäre ja eine gute Gelegenheit auch mal Socken zu tragen. Ich habe jetzt in diesem Winter doch meine Strumpfhosen und Wollsocken ausgegraben und trage sie mit großem Behagen. Aber nein, nicht so der Amerikaner…. Denn: DAS ENGT SO EIN. Ja, weißte bescheid, die Socken, vor allem so dicke Socken, die engen ein. Und im Land der Freiheit, da darf man nicht eingeent werden, auch nicht vom Socken. Die Kinder radeln deshalb auch ganz frei mit kurzen Hosen, gerne wird auch im T-Shirt gepokemon goed usw.

Auf die aktuellen politischen Geschichten gehe ich sicher demnächst ein, im Moment bin ich dazu, wegen Würgereiz und Panikatacken, noch nicht in Lage, deshalb heißt es jetzt

MAUI FIRST!

Das wars also zur aktuellen Wetterlage und ihren kulturell unterschiedlichen Auswirkungen und damit gleich zum eigentlichen Beitrag – das neue Jahr hat für uns ja sowieso nicht in klirrender Kälte und mit Socken begonnen, nein es begann 11 Stunden nach der deutschen Mitternacht, unter Palmen auf MAUI.

Maui nach Weihnachten ist dekadent, weil da viele, viele Amerikaner hinfliegen. So ähnlich wie die Dortmunder nach Sölden brausen, nur eben ins Warme. Nix gegen die Dortmunder, ist mir nur so eingefallen, weil ich da so ein paar Erinnerungen habe.

Es war unser erster Wintertrip in den Südpazifik und es war natürlich AMAZING. Ein perfekter Tag auf Maui sieht nach meiner 10 tägigen Erfahrung so aus:

Morgens – vom Meeresrauschen geweckt – auf zum Strand, Schnorchelbrille auf und zum Riff paddeln. Vom 24 Grad (celsius) warmen Salzwasser und der leichten Dünung auf und ab getragen, schaut man dann kleinen gepunkten Kugelfischen, quietschgelben Segelflossendoktorfischen (auf english yellow tang, um einiges kürzer nicht wahr?) und silbernen Seenadeln beim Frühstück und Morgenschwumm zu. Zwischendurch lässt man sich auf 2 bis 4 Meter absinken, (Vorsicht, Fett schwimmt immer oben, Absinken ist daher für manche leichter, für manche „more challenging“) um dann besser die Wale singen zu hören. Kein Witz. Ein fröhlicher Frühstückskellner hatte uns darauf hingewiesen und es stimmt. Ca. 15.000 Buckelwale kommen jeden Winter von Alaska nach Maui gewandert, um ihre „Kleinen Jungen“ zu bekommen. Besonders vor Maui, wo eine natürliche geschütze Bucht vor Lanai liegt, sind die Buckelwale während der Wintermonate. Man sieht sie atmen, springen und hört sie wirklich singen, wenn man den Kopf ein wenig unter Wasser hält. Da bekommt man direkt „goosebumps“, echt. Und wir sind tatsächliche auch schwimmenden Meeresschildkröten begegnet, also unter Wasser. Sehr, sehr schön!!!

Danach gibts erstmal Frühstück in der Sonne mit Ananas, Papaya und was die Insel sonst noch so hergibt und man kann dann wahlweise im warmen Sand sitzen, auf die Ostseite der Insel fahren und Surfer beobachten oder die Straße nach Hana abfahren. Hier findet man sich dann im Regenwald wieder. Wir haben unseren Ausflug ab der Hälfte der Strecke wieder abgebrochen, nicht wie man uns vorausgesagt hatte, weil es einem von uns übel wurde von den Serpentinen, nein weil wir einen Tag mit echt authentischem Regenwaldfeeling ausgewählt hatten. Nach der 17. einspurigen Brücke unter der Wasser Richtung Meer brodelte, das wir weges des Dunstes aber nicht sehen konnten, auch wenn es Luftlinie nur 500 m entfernt war, und nach dem dritten Schlammberglein dem wir auswichen, beschlossen wir doch lieber einen U-Turn zu machen und zurückzuschlingern. Schön war es trotzdem…

An einem anderen Strand konnten wir auch Windsurfer beobachten. Wir völlig fasziniert sprachen mit einem ergrauten Surfer, der wie ein junger Gott über die Wellen gesprungen war, ja heute sei ja auch ein easy day. Das seien 14jährige draußen, kein Problem, das seien ja keine Wellen. Und auch ein paar Profis, also der 3. auf der Weltrangliste, das sei der da mit dem gelben Segel…. mhm, auch schön.

Windsurfen und Surfen ist ja dort so ein ähnlich populärer Wintersport wie bei uns Skifahren. Die Kinder hier unten auf den Bildern waren alle unter 10 Jahre und haben sich in die Brandung geworfen als ob sie gerade am Babylift in Beuerberg runterbrettern.

An diesem Strand gab es auch sehr viele Turtles, die im Sand dösten sich dann neben den Surfen in den Wellen am Riff tummeln.

 

Abends gibt es dann gerne Fisch, in Form von Sushi oder catch of the day am Grill.

 

Es ist paradiesisch, aber auch wirklich sehr, sehr hochpreisig, um es mal euphemistisch auszudrücken.Wenn es zeitlich einzurichten ist, wählt man vielleicht doch besser ein, zwei Wochen vor oder nach den Weihnachtsferien oder überhaupt Feburar, März. Im Sommer ist es unwesentlich wärmer und es soll dann richtige „Schnäppchen“ geben. Viele hoppen auch auf mehrere Inseln, aber wir waren sehr zufrieden einfach 10 Tage am selben Ort zu sein, am Strand zu spazieren, zu schnorcheln, mit dem Buggy Bord zu schwimmen und abends 10 verschiedene kitschige Sonnenuntergänge, die trotzdem nie langweilig werden, zu beobachten und alles zu vergessen was auf dem Festland so los war.

Aloha!