Frolic – frolicking

In meiner „Klasse“haben wir jetzt das Thema Gefühle! Die sind sehr schwer auszusprechen – vor allem für die Eltern. Frolik, draurrik, glucklik – alles super kompliziert. Der kleine Andrew hat dann für glücklich, „cookie“genommen, das ist ja recht nah beinand. Frolic, kannte ich wiederum in 80er Jahren als lecker Mahlzeit  für meinen Hund, jetzt weiß ich warum er immer so guter Laune war. Ist vielleicht von einem happy Amerikaner erfunden, denn  frolicking heißt so was wie herumtollen, Scherze treiben… was ja ein Hund gerne macht, nicht wahr. Also gehört das zusammen? Ich bin ja kein Sprachwissenschaftler, aber das passt. Bin sosusagen gans sufriedn. (Z auch leider unaussprechlich)

Der Frühling lässt trotz der (Frühlings-)Gefühlseinheit nach wie vor auf sich warten. Seit den Wetteraufzeichnungen gab es wohl nie, niemals nicht so viel Regen zwischen Oktober und April. Über 45 inches, wieviel das ist, keine Ahnung, zu viel in jedem Fall. Nächste Woche dann, soll es was geben mit dem Frühling. Wenn die Sonne heraus kommt, dann wird natürlich ein Foto geschossen oder zwei und der neue unicorn frappuccino getestet…

 

IMAG7010Und noch zum Verdrängen: in der Seattle Times wurde mit Bild (für die, die es nicht so ganz plastisch vor Augen haben) dargestellt, welche Amerikanische Stadt (Alaska mal außen vor) für Nordkorea so am nächsten kommt. Surprise, es ist Seattle!!! Wie beruhigend, dass die ballistic missile vermutlich noch nicht so weit kommen und ob es dann überhaupt die atomaren sind, ah geh weida.

Ansonsten bin ich im podcast Fieber und höre mir täglich auf meine längeren Fahrten oder beim Aufräumen (so aufgeräumt wars noch nie) Christine Nöstlinger, Cornelia Funke, Charles Schuhmann, Ingo Zamperoni usw. im Gespräch auf BR2 an. Cornelia Funke lebt ja seit einigen Jahren in Los Angeles und sagt, es sei doch ziemlich seltsam, dass wir Deutschen den Amerikanern immer unterstellen so oberflächlich zu sein, wo diese nur höflich sind. Da unser Deutschlandaufenthalt nicht mehr so weit weg ist (Nur noch 2 Monate!!) bin ich sehr gespannt, ob mir die Freundlichkeit schon fehlen wird. Nach wie vor will man hier von mir wissen, ob ich „something fun today“ geplant habe, wie mein „day going so far“ ist, „love your jacket“ (des alte)  by the way und „I carry this for you“ Wer von Euch hat kürzlich einen 15 Kilo Hundefuttersack zum Auto geschleppt? Eben, da ist es doch nett, wenn es die junge Dame vom Hundefutterladen übernimmt.

Bis der Frühling endlich kommt und ich im Garten frolicking kann, denke ich am 1. Mai an die Maibaumaufstellung in Pöcking (bitte schickt mir Bilder, sonst glauben es mir meine Schülereltern nicht) mit Dirndl und Brezn und Bier… Ein Prosit!

Übers Verdrängen …

Einer unsererLehrer in Burghausen hat mal gesagt, der Mensch überlebt eh überhaupt nur, weil das Gehirn ständig alles was uns zu sehr belasten würde verdrängt. In diesem Sinne liebe Kommentartorin N. verdränge einfach die geplante Stauraumverkleinerung! Ich sehe bei deinem Oragnisationstalent und deiner Umzugserfahrung ohnehin kein Problem. Außerdem ist das Minihaus ja jetzt total in und man lebt darin mit Dingen die in einen Koffer passen (da müsste ich allderings noch mehrere Jahre aussortieren, geht schon los mit welchen Koffer ich da überhaupt wähle). Über die Möblierung in der Gästewohnung können wir tatsächlich gerne verhandeln, den Mann und seine Kisten müsstest du allerdings schon mitumziehen (Man sollte ja nichts doppelt haben).

Und liebe S., ich habe auch manchmal vor lauter Verdrängen, die „ist eh alles wurscht“ Haltung eingenommen. Die brauche ich hier generell recht häufig, denn für ihre großartige Umweltpolitik waren die US Bürger nicht bekannt und es wird nicht besser, oder? Trump probiert lieber die Mutter aller Bomben aus, anstatt mal Flaschenpfand einzuführen. Ich darf in meine Recyclingtonne (wie vielleicht erwähnt) Dosen, Glas, Papier, Plastik, Metall, Styropor uvm. legen und verdränge wer das dann wo wie und ob überhaupt wieder auseinanderklamüsert. Dazu verdränge noch wie es meiner türkischen Freundin hier geht, die sich erstmals diesen Sommer nicht zurückfliegen traut, um ihre Verwandten und Freunde zu treffen. Ich verdränge, dass der Kim Jong-un, wenn überhaupt, dann die Westküste der USA mit seinen Langstreckenraketen erreicht und sowieso verdränge ich Flüchtlinge aus Syrien und Afganistan, den Hunger in Jemen, Somalia, Nigeria, Äthiopien, ach komplett Afrika muss ich verdrängen. Wenn man erstmal anfängt, kann man im Moment gar nicht mehr aufhören mit der Verdrängerei.

So saß ich gestern bedröppelt herum, verdrängte vor mich hin. Ostermontag wird hier ganz allgemein nicht gefeiert, statt dessen sind die Kinder mit einem Schokohasen (gegen das Verdrängen) in der Lunchbag losgtrabt.

Am Wochenende (Ende der Sping Break) waren wir spontan am Strand in der Nähe von Aberdeen (wo der Kurt Cobain aufgewachsen ist). Aberdeen selbst ist reichlich trostlos, und da der Kurti sich das von der Seele gesungen (statt verdrängt) hat, kann man sich auch heute noch anhand der Lieder ein Stimmungsbild von der Stadt machen, ohne selbst dort zu verweilen.

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Nach einem „Come as you are“ und einer Stadtdurchfahrt ist es wirklich gut und man hält dann besser Richtung Norden, wo wie Olympic Peninsula endet und endlose, großteils unbebebaute Strandabschnitte warten und gerade die Saison der Razor Clams zu Ende geht.

Bildergebnis für Razor Clams

Das sind lange Muscheln, die sich ganz schnell senkrecht nach unten in den nassen Sand eingraben und deshalb nur mit bestimmten Equipment (sieht aus wie ein überdimendionaler Tulpenzwiebelstecher) herausgeholt werden. Man darf nur eine bestimmte Anzahl sammeln und dann zum Beispiel  in ein lecker Clam Chowder  Bildergebnis für clam chowderverarbeiten. Wir haben das ganze nur mit großem Erstaunen beobachtet – he wo kommen denn plötzlich diese hundert Menschen her. Die durften dann auch noch mit dem Auto an und auf den Strand fahren…. Bei Flut sind sie alle wieder weg.

Und am Sonntag dann Lunch in Seabrook. Eine neu gegründete Stadt und die ist so süß und lieblich ist, dass es auch eine Filmkulisse sein könnte.

Bildergebnis für Seabrook State Washington

Ist es aber nicht. Dort leben seit 2004 echte Menschen, es gibt eine Schule, eine Kirche, ein paar Läden, aber man kann sehr viele der Häuser auch für de Urlaub mieten. Ich schätze 50 % der 200 Häuser sind Privathäuser und 50% Ferienhäuser, mit und ohne Meerblick, petfriendly oder no dogs please. Alle Häuser sind im gleichen für mich „Ostküsten-Craftmans-Style“ gebaut. Sehr schick und das ist wirklich wie Disneyland. Man kann ganz wunderbar alles Verdrängen. Das Leben ist schön, die Sonne scheint, verweile Augenblick….

 

Die blaue Schürze

Das Problem überflüssige Dinge loszuwerden habe ja nicht nur ich, sondern viele Menschen auf der ganzen Welt. Vor allem Amerikaner kaufen ja gerne ein, man wird täglich per Post, per Mail und teilweise sogar mit Anrufen bombadiert kann man schon fast sagen. Heute sale, morgen sale, hier 20% off, dort 75% off nur noch heute und alles, wirklich alles kann man sich natürlich online ganz bequem nach Hause bestellen und die Versuchungen zu kaufen und zu bestellen sind recht groß. Das Schöne ist, man kann auch alles wieder zurückbringen, gebraucht, gewaschen teilweise. Man sagte mir sogar, wenn das Hundegeschirr sich als unbequem herausstellt (für den Hund) dann einfach zurückbringen. Habe gehört es wurde es wurde mal ein Hundebett zurückgebracht, weil der Hund mittlerweile gestorben war – und zurückgenommen!!! Danke für Ihr Vetrauen, lieber, lieber Kunde.

Bei Lebensmittel bin ich mir nicht so sicher, wie das läuft, aber selber kaufen ist auf jeden Fall out. Meine dt. Freundin, die ja mehr als 3 Kinder hat, kennt eine andere Mutter mit 2 oder lass es 3 Kinder sein, die ganz klar sagt: Also Lebensmittel einkaufen, mit meinen Kinder, das geht gar nicht. Ich lass mir meine Lebensmittel liefern. Täglich, frisch, an die Haustür!!! Manche kochen nicht mehr selbst, man geht generell gerne essen oder die Mikro machts. Irgendwie waren mir Mikrowellen schon immer unsympatisch, ich weiß nicht warum. Auf jeden Fall wäre das nichts für mich. Aber (mal wieder:) man passt sich ja an und deshalb habe ich mich von meinem ehemaligen Nachbarn bequatschen lassen. Er ist ja quasi „Stay at home dad“ und kocht auch selbst (beste original Lasagne nach Omas Rezept aus Italien) und war aber Zitat: „Blown away“ von diesen Köstlichen Gerichten von „Blue Apron“ https://www.blueapron.com/

Und da Essen gehen ja immer teuerer wird (man soll jetzt nicht nur 15 – 20% an den Service zahlen, sondern nochmal den selben Anteil an den „Chef“ (also Koch) sei so ein Dinner von blue apron eine echte Altnerative, ist wie Essen gehen zu Hause (?) Gut also ausprobieren: Die Leute von der blauen Schürze schicken jede Woche eine Kiste mit frischen Zutaten für 2 oder 4 Personen für die zwei (aus vier) ausgewählten Gerichten. Das heißt wirklich genau die Zutaten, also z.B. eine Schalotte, 50 gr Balsamicocreme, 30 Kapern, 4 Fischfilets, 1 Ei, whatever. Eine Karte mit Rezept und Arbeitsschritten für jedes Gericht und du kochst, brätst, backst und garnierst dann alles. Raus kommt dann im besten Fall eine Gericht, das du noch nie gekocht hast, das erstaunlich leicht zu machen ging und sehr gut schmeckt. Im schlimmsten Fall denkt man, ok. das hätte ich auch alleine hinbekommen. Es kommt ein wenig Abwechslung in Muttis Speisplan und die Kinder lernen auch noch kochen. Es ist natürlich ebenso dekadent und Verpackungsintensiv, aber als Stimmungsaufheller in diesen – ja, immer noch – verregneten Pseudofrühling ganz nett. Ansonsten müsste ich mich zur Vollendung des Winterschlafs uf das neu erworbene Hundbett legen und warten bis endlich wieder die Sonne rauskommt, aber das Bett ist ja schon besetzt…

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