Multitasking ist ganz, ganz uneffizient und schlecht. Leider bin ich ständig im multitask Modus, das liegt auch daran, dass der Sommer sich jetzt mit rasender Geschwindigkeit auf uns zu bewegt (das kommt mir jetzt grad ungelegen) und noch so viel erledigt werden muss. Ich versuche das bisher geschaffte und noch zu bewältigende zumindest nacheinander aufzuführen.
Ihr glaubt es nicht, meine neue Nachbarin, die (natürlich) auch in ihrem schwarzen Turnanzug oder wie sagt man – Work-out-outfit – Gartenklamotten – Dahoam-umadum-Hosn – aussieht wie aus einer Loreal Paris – du darfst – das Leben ist schön – Werbung und sie ist außerdem super nett AHHHHH – also Kim ist sie ist eine „professional Organizer(in)“ Ich komme nicht aus, denn sie hat mir auf mein gemurmeltes, „I’m not so good at organizing“, gleich angeboten, as a friend, jawoll, auch mal ein paar Tipps über den Zaun, den nicht vorhandenden, zu geben. Sophie hatte ja die Katze in den Ferien im Nachbarhaus versorgt (first pet sitting job ever) und mir schon berichtet wie organized es da aussieht.
Die alten Nachbarn haben uns in den ersten German Beerhouse Besuch – rheinhausseattle.com – „with real German brats“ gequatscht und natürlich war es fun, fun, fun! Die Riesen-Brezn (vom Manager vermutlich afrikanischer Herkunft organisiert) waren sehr yummi, auch wenn ich nicht wusste, dass man sie wahlweise in Obatzdn (Oh, I know that, in Georgia we call that pimento cheese), Senf (?), Meerrettich-Sahne oder Ketchup eintaucht…. Die Brats kommen mit oder ohne Kraut, Senf, Pickels und was weiß ich noch für toppings und ist unser deutsches Essen wirklich so schwer, puh? Als Brunch ist das schon recht üppig, so ne fette Brats. „Sauerkraut hot, I never ate it hot… “ Und weitere Überraschungen für unsere Freunde. Die Biere waren so lala, habe ich mir sagen lassen. Und da würde ich mich schon freuen, mal in München und Umland eine Tour für diese Blosn zu machen. (Wenn sie auf ihre nächsten Europa Reise 24 Std. für Bayern einplanen)
Second house warming: Wir haben ganz ohne Druck (no pressure) unser Housewarming vorbereitet. Unser Nachbar links ist der Bürgermeister von Mercer Island, übrigens ehrenamtlich, da es ja nur ein kleines Städtchen mit ca. 25.000 Einwohner ist, das kann man ja wohl im Team (eine Art Weisenrat und einer macht dann für eine paar Jahre den Chef) stemmen. Ja, Herr Schnitzel, das geht auch ehrenamtlich. Und dann haben wir durch unsere volleyballspielende Tochter (das hat sie nicht von mir) zwei Familien ums Eck quasi zum „carpooling“ kennengelernt und siehe da: Eine Mom hat österreichische Wurzeln (der Opa kam über Ellis Island, klassisch mit dem Schiff), allerdings sind die Deutschkenntnisse über das Jahrhundert verloren gegangen, und die andere Mom ist tatsächlich eine bislang von mir nicht entdeckte Deutsche, die mit ihrem amerkanischen Mann, den sie in Kiel kennengerlernt hat, und ihren Mädchen hier auf Mercer Island lebt. Die Kinder verstehen, aber sprechen kein Deutsch. Für mich ist das immer noch ein Rätsel, wie schnell man so eine Sprache verlieren kann. Eine Generation, schwups… Auf jeden Fall viele nette Menschen auch hier am Southend und diese neuen und ein paar alte Bekannte haben mit uns gefeiert.
Mothers Day, hier big deal (ich verlier mein Deutsch nicht, nein!) und die Lehrer hängen sich recht rein, damit die Kinder was Schönes zum Verschenken haben…Ein paar Sprüche muss ich einfach mit euch teilen. Denn wiederum gilt: Ist doch egal wenn es auch „unter Zwang“ geschrieben wurde, ist schöner als unser „nix gsagt is a globt“
Dann das Theater Stück „100 Dresses“ – exceptional, really touching! Es geht um Einwan
derung, Bullying (hier wird überhaupt mit den Kindern sehr viel in der Schule darüber gesprochen) und Dabeistehen oder Courage zeigen… Unsere ehemalige Nachbarin hat da mehr oder weniger die Hauptrolle gespielt.
Heute gabs eine feste Zahnspange für das schnellwachsende Mädchen. In der Schule ein bisschen Verwirrung. Ja muss ich das Kind nicht abmelden, wenn sie einen Zahnarzttermin hat, dass Sie das wissen? Doch sie kommt dann ja später. Eben und wann, soll ich sie abmelden, was soll ich schreiben? Nichts, sie kommt später und dann geben wir das ins System und wenn sie eine Entschuldigung vom Arzt hat gut, sonst schreiben Sie halt eine Notiz. Und sie rufen dann nicht an, wenn sie morgens nicht kommt? Hey, das ist hier die middle school. Ok. Sie melden sie nur ab, wenn sie mehrere Tage weg ist, wegen Urlaub und so. Klar, ich vergaß, Urlaub und so. Und die Lehrer, sollen wir das nicht sagen? Die Lehrer, die haben das doch morgen vergessen, dass das Kind beim Zahnarzt ist. Ok, jetzt weiß ich Bescheid. Die Schulsekretärin der Middle-School, könnte übrigens auch gut in Deutschland als resolute Vorzimmerdame durchgehen. Ich habe jedefalls keine Fragen mehr. Thats the middle school, you know! All righty.
Daneben Anmeldungsüberlegungen für diverse Summercamps, („Wir mögen aber keine camps“), Ausflugsmöglichkeiten mit den Besuchern werden abgewogen, lieber Weingut oder Whale-watching? In zwei Wochen sind schon bayerische Pfingstferien und da kommen die lieben Tutzinger N, R und M…, das erinnert mich an NRW, hey was ist den mit der alten Tante SPD??? Und dem Schulzzug? Anpacken statt rumschnacken, das kann man ja noch verstehen, aber Hannelore Kraft, die war doch patent. Bei uns wird statt dessen der FBI Chef mal eben rausgeschmissen, aber der hat auch nicht sagen wollen, ob er den Präsidenten im Visier hat, der alte Geheimniskrämer. Dann buche ich noch für meine liebe Schwiegermutter die Unterkunft „Ich will die Kinder schon sehen in Bayern“ und buche wieder um – „Wir haben jetzt den Zug schon einen Tag früher genommen“ und vollbringe logistische Meisterleistungen „Ja das macht ja nichts, wenn ihr schon eingeladen seid und das Hotel am Samstag voll ist, wir schlafen dann bei Euch auf dem Sofa, wir sind auch ganz leise, Willis Raucherhusten ist ja auch nicht so schlimm“ Ich habe rasch einen schönen bayrischen Gasthof für den Raucher gefunden, puh und überlege ob ich nicht doch was mit Senioren-Reisen machen sollte, wenn ich zurück bin. Oder mit Schulhunden, oder Schreiben, oder Schülertheater, oder Schafskäse oder Schau mer mal…
Ganz prima, ich freue mich auf den Sommer in Deutschland und euch alle zu treffen (um rechtzeitige Terminanfragen wird gebeten) Bussilein