Schule, Sport und electronical devices

So, wie verprochen weiter gehts. Und ja, ich sehe ja dann wie es mit neuen Ideen im Sommer bzw. neuen Schuljahr weitergeht…:-)

Zur Schule: Wir müssen es so oder so auf uns zukommen lassen, wie die Kinder back in the old world dann zurecht kommen und ich bekomme immer wieder widersprüchliche Infos. Der bayerische Gymnasiast hat bestätigt, dass man in Mathe nur leicht hinterher ist. Dass man in Deutsch 6. Klasse nicht ganz so viel liest, diverse Textsorten kennenlernt und schreiben muss. Dazwischen Theater spielt und Deutsch auch mal ausfällt und gerne Filme gesehen werden. (Stimmt das so ???) : Unsere 6 Klässerlerin hatte ja jeden Tag 6 Stunden:

1. Science, 2. Social Studies, 3. (jedes trimester neu: 1x PE (Sport), 1x Health 1x Tech) 4. Mathe, 5. Language Arts 6. Excore oder Band (jeden Tag im Wechsel)

Für jede Stunde wechseln die Kinder den Klassenraum und den Lehrer. Der Lehrer sitzt sozusagen in seinem Raum und die Kinder kommen hereingetrömt. Auch die Klassenzusammensetzung ändert sich von Stunde zu Stunde. So waren z.B. Freundinnen in Band, aber nicht in Mathe. Im Sport, aber nicht in Language Arts etc. Bisschen kompliziert am Anfang, aber man wächst da rein.

Sciene ist so eine Bio/Physik, Social Studies Geschichte/Erkunde/Sozialkunde, Excore so eine Art Ehtik/Gesprächskreis. Fällt was auf? Kein Religion, kein Kunst und keine Musik. Dafür eben Band und freiwillig jeden Donnerstag Artclub.

Das ganze geht täglich von 8.25 bis 14.55, außer Mittwochs da sind alle Stunden kürzer und die Schule endet um 13.25.

In der 4. und auch 5. Klasse (Elementary) hat man ja noch einen Klassenlehrer und eine feste Klasse und einen flexibleren Stundenplan, mit ähnlichen Fächern, aber Musik und Spanish (neu), dafür kein Tech und keine Band. Unterricht von 9.10 bis 15.45, außer Mittwoch Ende um 14.00 Uhr…

Dazu täglich mal mehr mal weniger Hausi, vor allem in der 5. und 6. Klasse. Dazu werden vor allem aber der 6. Klasse die Hausis täglich von allen Lehrern online gestellt (also keine Ausreden mehr) und die Schüler bekommen ihr persönliches I-Pad, auf dem sie die Hausi machen, tippen oder das Papier fotografieren und alles muss eingesendet werden (submit or turn it in) Was zu den Deutsch-Englischen Mixed Aussagen führt. „Aber ich habs gemacht, ich habs nur nicht submittet“ oder „Ich habs schon eingeturnt“ Hausi wird auch bewertet, nach Rechtzeitig, vollständig und richtig, das fließt dann in die Gesamtnote ein.

In Englisch /Language Arts musste man in der 6. Klasse jedes trimester 11 Bücher lesen und 3 Reading reflections also Zusammenfassen und eine Verbindung zu anderen Büchern herstellen (hä?) und „total viel schreiben“. Brief schreiben, Sachtexte, persönliche Geschichten etc.

Social Studies: Ancients Civilations like Homo sapiens, Greek, China, India, Mesopotamien usw. Im Zuge dessen wurde dann auch „the giver“ gelesen und das Buch über die Kulturrevolution.

Gleichzeitig höre ich, dass man in Physik 12. Klasse Dinge macht, die in der 8. Klasse Realschule Bayern schon dran waren (Info via Tacoma von N.)

Und Deutsch? Nur lesen, sprechen und hören, ist das genug? Keine Ahnung.

Insgesamt macht mich stutzig, dass meine Kinder nicht gestresst sind, dass sie nur  A oder B Grades bekommen und sie und vor allem auch alle Kinder im Umfeld keine, also zero, null Schimpfwörter benutzen. (Das heißt nicht das keine schlechte Laune, Streit mit Geschwistern etc haben!!!) Ich habe darüber eventuell schon ein paar mal geschrieben, aber ich finde das höchst angenehm und erstaunlich. Töchterlein ist schon leicht genervt, dass ich jetzt mit allen möglichen Amerikanern darüber spreche, wobei die mich sowieso alle ansehen wie Autos, weil sie nicht genau wissen was ich meine. Dazu muss ich sagen, dass wir generell und auch in Deutschland nicht so oft Sch…, und f… und Ar….. benutzten, aber hier hat es sich komplett aufgelöst wie ein Morgennebel im September. Herrlich, das würde gerne mitnehmen.

In die Ferien wurden wir mit 4. Klass-Klassenparty entlassen. Dabei hat die Lehrerin ihre Geschenke bekommen und sie hat für JEDES KIND also 24 mal eine Paket bereit gehabt. Die Mütter „amazing!“ die Kinder „Oh no!“: Ein Schreibheft mit 50 Anfängen, eine Sommer Mathereview mit einer kleinen Rechnung für jeden Tag. Eine Leseliste und eine „Mein Sommerlesebuch“ Blatt mit einer Frage/Aufgabe pro Tag, ein Lesezeichen mit Namen und den Lösungen im Kuvert für die Eltern. Sofort wollte die 6. Klässlerin auch so ein Journal…

 

Sport: Wir dachten, hui dieses Jahr super sportlich, mit Lacrosse und Volleyball, inklusive Spielen etc. Aber weit gefehlt, ein netter Mann, der meinte, ja seine Tochter sei schon in good shape, sie spielt Tennis, schwimmt im Schwimmteam, spielt in der Fußballmannschaft, ist aktiv bei den girlsscouts usw. Jungs spielen neben Lacrosse auch gerne, Fußball, Basketball und sind im robots-club. Nicht zu vergessen die sportlichen Sommercamps… Aber egal wir sind eben the lazy Germans, we only do recreational sports (2x die Woche Training und 1x Spiel am Wochenende). Trotzdem kam der Sohn in die Selection und hat bei einem der beiden Wochenendtournaments mit seiner Mannschaft den Goldpokal geholt – yeah!

Lacrosse ist ja eine relativ rauhe Sportart, deshalb all die Schoner. Die Eltern (natürlich nur der gegnerischen Mannschaft) feuern dementsprechend an, das muss man mögen: „Come on, push him! Give it back! Stick with him! Push back, go, go GO!“

Sofort nach dem Sieg wurde ein T-shirt kreiert und der Teamspirit weiter fördert.

Puh, das strengt ja schon beim Schreiben an… Außerdem ist heute der heißeste Tag des Jahres mit 35 Grad, schwitz. Bis demnächst in der Heimat!

 

Der Berg

Meine Güte 17. Mai habe ich das letzte Mal geschrieben, jetzt wird es aber wieder mal Zeit! Ich wollte über den Mount Rainier, Schule und Lacrosse und unsere Vorfreude schreiben und dann vielleicht die Bloggerei beenden, denn nächsten Monat sind es zwei Jahre, dass wir hier sind und da gibts ja nicht mehr ständig Neues nicht wahr.

Also Mount Rainier zuerst. Unser lieber Besuch aus Tutzing hat uns bestätigt, dass dieser Berg was Besonderes ist. Seit wir hier an der Südspitze wohnen, ist eine gängige Frage am Morgen (an den jeweils früher Aufstehenden und das bin nicht ich) Ist er heute da? Oder morgentlicher Ausruf im Bad: Ui, er ist da! Das hört sich ziemlich bescheuert an, wenn man das so liest, aber Nicola weiß was ich meine. Und sie hat mich auch dazu bewegt, endlich mal ein wenig zu recherchieren, denn „also der muss ja den Indiandern heilig gewesen sein“ und siehe da, war er bzw. sie, ich zitiere:

„Für die Indianer war der Berg eine Göttin und er wurde in zahlreichen Sprachen Takhoma genannt, möglicherweise abgeleitet von dem Puyallup-Wort tacobet. Die Bedeutung dieses Wortes war in den verschiedenen Sprachen unterschiedlich und hing mit der jeweiligen Lebenssituation der Indianer zusammen, so konnte es Großer Berg, Schneespitze oder Ort, von dem das Wasser kommt bedeuten. Die Legenden der Indianer berichten von den Launen der Göttin, die ohne Vorwarnung Blitze vom Himmel schleuderte und Überschwemmungen schickte, die ganze Wälder zerstörte. Eine andere Legende weiß, dass der weibliche Berg Takhoma von den anderen Bergen vertrieben wurde, und dass ihr Sohn nun das Wasser bereithalten musste. Auf dieser Legende basiert die Deutung des Namens als Wasserjunge. In jedem Falle wurde der Berg gelegentlich zu spirituellen Zwecken aufgesucht, insbesondere, um eine Schutzmacht zu finden.

George Vancouver, der 1792 in den Puget Sound hineinsegelte, war der erste Europäer, der den Berg zu Gesicht bekam. Er benannte ihn nach seinem Freund Admiral Peter Rainier.

1833 erforschte William Tolmie das Gebiet auf der Suche nach medizinisch nutzbaren Pflanzen. Nach ihm folgten weitere Forscher. Hazard Stevens und Philemon Beecher van Trump waren die ersten, denen es 1870 gelang, den Gipfel zu erreichen; sie wurden dafür wie Helden gefeiert, John Muir folgte 1888. Muir war einer von vielen, der empfahl, den Berg zu schützen. Im Jahr 1893 wurde das Gebiet der Pacific Forest Reserve hinzugefügt, um seine natürlichen Ressourcen wie Bäume und das Wasser der Flüsse und Bäche zu schützen.

In der Hoffnung, den Tourismus zu fördern, forderten die Eisenbahngesellschaften und die lokalen Geschäfte die Schaffung eines Nationalparks. Am 2. März 1899 erklärte Präsident William McKinley das Gebiet zum Mount-Rainier-Nationalpark, dem fünften US-amerikanischen Nationalpark.

2012 entstand eine Initiative zur Wiederherstellung des indigenen Namens.

Heute ist es so, dass man sagt, wenn der Mount Rainier zu sehen ist sind alle happy. Man kann ihn wohl nur rund 90 Tage im Jahr sehen, und wenn er in Wolken gehüllt ist, heißt das oft auch in Seattle keine Sonne und meist dazu noch (a bissl) Regen. Ich wünsche mir an jedem dieser 90 Tage eine Kamera mit der ich die jeweilige Stimmung auch wirklich einfangen kann, auch die beste Handykamera kann das nicht wirklich…

Manchmal erscheint er riesig und klar, abends verfärbt er sich kurz rosa-orange, um dann in zartem Lila zu verblassen. Weil er mit seinen 4300 m Höhe aus der Umgebung recht proment hervorragt, wirkt er immer ein wenig unwirklich. Stichwort Fototapete.

Ansonsten noch ein paar facts:

Klima

Durch seine Höhe erzeugt der Mount Rainier sein eigenes Mikroklima. Die durchschnittlichen Niederschläge liegen bei Paradise bei jährlich 2500 Millimeter, die meist als Schnee fallen. Durchschnittlich fallen im Winter bei Paradise 17 Meter Schnee, der Rekord lag im Winter 1971/72 mit fast 28,5 Meter Neuschnee. Von Februar 1971 bis Februar 1972 fielen insgesamt 31,1 m Schnee. Im Regenschatten des Gipfels im Nordosten sind die Niederschläge deutlich geringer, im Nordwesten dagegen höher. Die Tagestemperaturen liegen im Sommer bei Paradise um 15 Grad Celsius, im Winter um −2 Grad Celsius.

Gletscher

Die heute den Mount Rainier bedeckenden Gletscher bilden mit einer Fläche von über 90 Quadratkilometern das größte zusammenhängende Gletschergebiet eines einzelnen Berges der USA außerhalb Alaskas. Die jährlichen Niederschläge von bis zu 28 Metern Schnee speisen die Gletscher, so dass sie heute als stabil gelten. Die Vergletscherung führt dazu, dass sich der Berggipfel durch Lawinen und Felsrutsche weiter verändert. Von den insgesamt 26 Gletschern ist der Emmons Glacier der größte, der zweitgrößte ist der Carbon Glacier, der über 6,5 Kilometer nach Nordwesten fließt. Weitere Gletscher sind unter anderem der Nisqually Glacier, der North Mowich Glacier, der Tahoma Glacier, der Winthrop Glacier und der Gowitz Glacier.

Im Paradise Glacier befinden sich die Paradise Ice Caves, die 1978 als das weltweit größte Gletscherhöhlensystem mit einer Gesamtlänge von etwa 13 Kilometern vermessen wurden.

Also schon ein recht „merkwürdiger“ Berg… Ja und by the way, er/sie ist ja eigentlich ein Vulkan schon klar und dazu noch schnell zitiert:

Die letzte aufgezeichnete Eruption fand zwischen 1820 und 1854 statt, es gibt aber Augenzeugenberichte über mehrere Ausbrüche im späten 19. Jahrhundert (Harris, 1888). Obwohl zurzeit die Gefahr eines Ausbruchs nicht besteht, rechnen Geologen ihn zu den schlafenden Vulkanen und gehen davon aus, dass der Vulkan wieder ausbrechen wird. Lahare sind die größte Gefahr, die vom Mount Rainier ausgeht, aber er ist auch in der Lage, pyroklastische Ströme zu verursachen und heiße Lava auszustoßen. 1947 ging eine Schlammflut den Kautz Creek hinab und verwüstete den tiefer gelegenen Wald. 1963 wurde an der Nordseite des Little Tahoma Peak vermutlich durch eine vulkanische Dampfexplosion eine Steinlawine ausgelöst, die sechs Kilometer weit bis in das White River Tal hinabging und erst einen Kilometer vor einem Campingplatz zum Stillstand kam.

Sehr beruhigend, dass sie noch vor dem Campingplatz zum Stillstand kam. Also da wird die Takhoma schon aufpassen….

Gerade wandert die Sonne am längsten Tag des Jahres weiter nach Westen und wird bei Euch schon bald wieder aufgehen, deshalb zu Schule und Lacrosse, demnächst. Good Nighty!