Schwimmende Schweine – Exumas

Nichts ist schwerer zu ertragen als eine Reihe von guten Tagen …(Goethe)

Irgendwie kam mir dieser Satz in diesem Urlaub in den Sinn. Und das obwohl oder vielleicht weil es einer der außergwöhnlichsten und bilderbuchartistgen Urlaube war, an die ich mich erinnern kann.

Wie kam es zu unserem Reiseziel, den Exumas, eine Inselkette die zu den Bahamas gehört?

https://de.wikipedia.org/wiki/Exuma_(Bahamas)

Es war im März/April diesen Jahres, nach gefühlt 6 bis 7 Monaten Regen, wolkenverhangenden Wintermonaten bzw. der ganz normalen „Seattle rainy season“, da hatte ich in der ZDF Mediathek eine Reportage über ein junges Pärchen, das den Atlantik überquerte, entdeckt und gleich meinem insgeheimen Weltumsegler präsentiert. Sie, die bis dahin kaum segelerfahren, er seit Kindheit Segler und Fachjournalist bei der „Yacht“, Cati und Johannes Erdmann. Da die Reportage in Madeira endete, gab es zwei Varianten, entweder sie hatten es nicht über den Altantik geschafft oder irgendwas anderes ist mit dem zweiten Teil der Reise passiert. Wir recherchierten und siehe da, die beiden hatten es tatsächlich geschafft, nur das ZDF hatte sie wegen zu geringer Einschaltquoten nicht mehr begleitet. Da es ihnen in der Karibik so sehr gefiel und sich die Gelegenheit bot einen geräumigen Katameran zu kaufen, bieten sie seit 2016 Segeltörns von New Providence, eine der zahlreichen Inseln der BAHAMAS an. „The Bahamas“ sind ja ein beliebtes Winterziel der Nord-Nord Amerikaner und somit dachten wir, warum nicht? Wenngleich man auch aus Deutschland ähnlich lange fliegt, buchten kurzerhand den ersten Törn nach der Hurrikan Saison, der genau in unsere Thanksgiving Ferien fiel.

Von Juni bis Oktober können dort in der Karibik ja die Hurrikans durchziehen, wie dieses Jahr der Hurrikan „Maria“, der Puerto Rico dem Erdboden gleichmachte. Im Hochsommer gibt es viele „Schnäppchen“, aber es ist so eine Art Russisch Roulette in diesem Zeitraum eine Reise in die Karibik zu buchen und Segeltörns werden da sowieso nicht angeboten.

Wir also mit unserem Skipperpärchen im Austausch, die ihren Katameran erstmal von Virgina (USA) zu den Bahamas segeln mussten, bevor wie uns in der Marina auf New Providence trafen. Die Bahamas Airlane, die einen von Miami oder Fort Lauderdale nach Nassau fliegt, scheint eher die ausrangierten Flugzeuge aus Europa zu übernehmen, die Norwegisch – Englischen Hinweise auf den Sitzen auf dem Hinweg, und die Französisch- Englischen auf dem Rückweg, ließen mich das zumindest schließen. Sie brachten uns trotzdem sicher rüber. Dann bekommt man beim Aussteigen einen feuchtwarmen Umschlag, der sich für die Zeit des Aufenthalts um einen schlingt – angenehm nach den vielen Regentagen daheim, zunächst mal. Die ersten Nächte in Bob Marleys ehemaliger Villa verbracht – jetzt ein gemütliches Hotel mit morbidem Charme und Mob Marley Museums Zimmer, gings am Samstag auf den Kat und am Sonntag stachen wir bei Sonne und Wind in See, um auf einer der nördlichen Exuma Inseln zuzusteuern, wo wir unseren ersten Ankerplatz finden wollten.

Ich muss euch gar nicht weiter berichten, wann wir wo wielange geschnorchelt, geplantscht, im Sand gesessen, gesegelt und gegessen haben…Die Bilder führen uns durch den Urlaub. Erst mal die Farben des Wassers – türkis, blau, helltürkis mit Sonnenstreifen, dunkelblau, mittelblau usw. usw.

 

Dann die Inseln… Manchen unbewohnt, andere im Privatbesitz von Johnny Depp, David Copperfield, wieder andere die Drehorte diverser Filme (Thunderball, Casino Royale) mit entprechender Geschichte und touristischen Anlaufpunkte. Es gibt einen Exuma marine park http://exumapark.org/ wo an kleinen Riffen schnorcheln und kleine bunte Fische wie im Aquarium bewundern kann, Wasserschildkröten, Conchs (große Meeresschnecke), Baracudas, Haie gibts dort und auch überall sonst rund um die Bahamas im karibischen Meer.  Zwei Inseln sind einmal von Iguanas und zum zweiten von den berühmten schwimmenden Schweinen bewohnt. Die Schweine wurden irgendwann vor (hunderten von) Jahren von irgendjemand dort abgesetzt, quasi Speisekammer, und dann vergessen, auf jeden Fall nicht mehr abgeholt, vielleicht haben die Schnuckis auch ein Schiffsunglück überlebt. Seitdem sind sie DIE Touristenattraktion, werden regelmäßig gefüttert und mit Süßwasser versorgt. Da sie kapiert haben, dass Boot = Futter bedeutet, kommen sie zu den Booten geschwommen, was bei dieser Umgebung tatsächlich etwas surreal ist. Die kleinen Schweinchen sind wirklich allerliebst, man möchte künftig lieber auf Bacon, Pork-Dumplings und Schweinebraten verzichten – die Großen stinken aber ganz schön und ihre Hinterlassenschaften auch…. Die Iguanas leben auf einer anderen Insel und fressen am liebsten Weintrauben am Spieß.

 

In die Thunderball Grotte, in die James Bond alias Sean Connery in orangem Toucheroutfit getaucht ist und dort die atomaren Sprengkörper sichergestellt hat, konnten wir bei Niedrigwasser mit zahlreichen Touristen ebefalls schnorcheln, die Nurse-Sharks, scheinbar harmlose, welsartige Haie, hatten wir auf Staniel Cay für uns alleine. Denn Touristen lassen sich sonst gerne mit ihnen fotografieren, wir lieber ohne uns. Wobei man ja sagen muss, auch Riff Haie sind ja ganz ungefährlich, sagt man, und die Männer sind in der Annahme, es handele sich um besagte Ammenhaie, einen Morgen mutig in einer einsamen Bucht geschwommen und haben erst nach Auswertung der Unterwasserbilder erkennen müssen – upsi, es waren Riff Haie.

 

Ansonsten genoßen wir einsame Buchten, das unglaubliche Wasser, zahlreiche Mückenstiche der „Noseeum’s“ (man sieht sie nicht sie sehen wirklich so:      aus), die karibische Sonne, weiße Strände, die Conch-Muschel optisch und kulinarisch und die Wärme, ach was fühlt sich der Seattler Herbst nun gut an!!!

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