2018 is here und wir werden sehen was das Jahr so bringt und wohin 🙂
Den Januar hab ich mal eben übersprungen, ihr habt vielleicht gedacht, dass ich in Kanada hängengeblieben bin mit meinem abgelaufenen Reisepass? Trotz express kam der Reispass pünktlich nach dem Skiurlaub, so dass ich leicht angespannt die Grenzkontrollen passierte, wobei das Datum offenbar keine Rolle spielte…
The real powder: Ich muss von Silvester und Whistler noch berichten, dass wir dort auf dem richtigen Pulver Schnee fahren konnten, also eine Sorte Schnee, die es „bei uns“ (in Deutschland/Österreich) nicht gibt, denn in USA/Kanada schneit es offenbar auch noch bei kälteren Temperaturen, so dass eine tatsächlich extrem leichte Schneedecke dieses Baby-Puder-Gefühl beim Fahren vermittelt, dazu noch drei Tage Sonnenschein, irgendwie fast unwirklich schön.
Der Winter ist bislang easy going, mehr Sonne im Nov/Dez als erwartet, dann White Christmas und Winter-wonder-land in Whistler.
Back to normal auf Mercer Island gab es jetzt doch ein paar sehr, sehr verregnete Tage, an denen die Dichtigkeit der Gummistiefel und Regenmäntel zu wünschen übrig ließ oder war es einfach zu viel Wasser?
Die Schule plätschert auch so dahin, jeden Tag den immer denselben Ablauf zu haben, scheint ermüdend zu sein. Die Musikstunden dagegen motivieren nach wie vor – die saints go marching in dem UG herum und sommertime ist immerhin schon am piano…
Ein schulischer Event – wie jedes Jahr, an der neuen Schule etwas später: The international night! Diesmal mit Österreich am Nachbartisch! Da meine Kontaktaufnahme Anfang des Schuljahres erfolglos war, war ich erstaunt als ich auf englisch die Anfrage bekam, was wir denn am dt. Tisch so anbieten würden, denn sie also die „Österreicherin“ (so wurde sie mir von der Organisatorin vorgestellt), würde Kaiserschmarrn oder Käsespätzle machen. Ich klärte über unsere Landjäger mit Pretzel und Gummibärchentradition auf und erwähnte beiläufig, dass ich durchaus auch in deutsch kommunizieren könnte. Die liebe Elaine antwortete mir dann, dass sie leider keine Österreicherin sei, sondern sie nur einen Österreicher geheiratet habe, ob das auch zähle und dass sie nur mal kurz in Garmisch gelebt habe und ihr Deutsch deshalb eher limited sei. Nebenbei stellte sicher heraus, dass ihr Sohn mit meinem in der Klasse ist. Ein netter Junge, der allerdings auch nicht deutsch spricht!!! Das macht mich immer wieder fertig, denn es haben ja unglaublich viele Menschen hier deutsche Wurzeln oder sind sogar Deutsche, sprechen diese Sprache aber nicht mit ihren Kindern bzw. ihre Kinder nicht mit Ihnen. Das ist wirklich ein bisschen erschreckend, aber vielleicht auch verständlich aus Sicht der Kinder. Erwarten wir in Deutschland nicht auch, dass türkische, syrische, polnische, spanische, englische Einwandererkinder fließend Deutsch sprechen und dass IHRE Sprache wird? Das heißt also im Umkehrschluss, je länger man hier lebt, desto größer wird der Amerikaner im Kind. Bei mir ist der Zug schon abgefahren, ganz klar. Aus mir wird keine Oprah Winfrey mehr, aber was ist mit den Kindern? Das Heimweh nimmt ab, im gleichen Maße nimmt meine Sentimentalität zu – good old Germany – and Austria. Tatsächlich habe ich mich seit ich hier wohne, nie österreichischer gefühlt, ist das nicht urlustig? In diesem Sinne, vielleicht sollten wir den 3 Jahres Plan tatsächlich einhalten und dann heißt es – see you soon! Ich schweife ab, denn bevor old world erstmal hier die Diversity der International night…
Wenn man das so sieht, entsteht vermutlich der Eindruck hier ist alles nur Friede, Freude, Eierkuchen, aber das ist natürlich nicht so! Ich war auf einem Rassismus Vortrag an der Schule und da ist mir schon klar geworden, dass hier das Schwarz-Weiß Problem nach wie vor ein ganz anderes Kaliber ist, als in Deutschland, ist ja auch logisch. Hier wirst du schnell mal erschossen, wenn du in der falschen Gegend wohnst und nicht weiß bist. Und die Kinder in den weißen communities sind nicht unbedingt nur happy, lucky und feiern Multi-Kulti. Es gibt ca. 4% black families auf Mercer Island und davon haben sich alle schon Sprüche in der Schule anhören müssen, vermutlich auch weil es so wenige sind. Interessant, dass hier wie auch dort wo es am wenigsten Fremde gibt, das Fremde am meisten gefürchtet ist, oder? Ist insgesamt a bissl komplex für den Blogg, wir besprechen das bei Gelegenheit persönlich.
Und ganz zum Schluss, da meine französischen Bekannten hier nur mit den Augen rollen, also der Macron ist doch jetzt der neue europäische Hoffnungsträger, oder? Gebt es zu, jetzt wo wir alle Englisch können – dank Trump wird das Englische auch immer einfacher, so sad – ihr lernt doch jetzt auch alle wieder heimlich französisch, oder? (Außer natürlich die ihr das sowieso unterrichtet) Da will man doch wieder an der Cote d’azur Urlaub machen und sich sein pain au chocolat avec un cafe au lait bestellen.
Oui, c’est la vie!