Staging and the crazyness begins!

First of all, jetzt ist es also fix – wir kommen zurück. Moving back home. All das Up and Down, Back and Forth and Around, das erspare ich euch. Dass es auch hier wieder ein tränenreicher Abschied wird, hätte ich vor drei Jahren nicht gedacht, als ich bei der Verabschiedung an der Grundschule Rotz und Wasser geheult habe und nur dank Sonnenbrille und einer Menge Taschentücher über die Runden gekommen bin. Damals wusste ich ja auch nicht, wie schön, positiv, casual und bequem da Leben hier ist. Egal, Schwamm drüber. Wenn ich dann zurück bin, schreibe ich was alles nicht so toll war und da gibt es Einiges, angefangen beim Master of Desaster unserem Donald.

Staging – hä was bitte? Das haben mich einige Freundinnen gefragt, als ich erklärte was jetzt alles so gemacht werden muss, damit wir das Haus verkaufen. (Was wirklich „a bummer“ ist, wie man hier sagt, denn diesen Blick werde ich nie wieder bekommen, hatte ich das eventuell schon mal erwähnt?) Also Haus verkaufen: Ähnlich wie beim Kauf, man hat „seinen realtor“ oder „broker“, der einen da unterstützt. Genauso wie jeder Haussuchende sich einen „realtor“ also Makler sucht. Das Schöne daran ist, dass die Profis dann miteinander verhandeln und unsere Aufgabe allein darin besteht, das Haus in einem Tob Zustand zu verlassen und da haben wir das Problem auch schon. Was ist der Top Zustand? Betten gemacht, rausgewischt? Weit gefehlt. Es muss nicht nur tippi-toppi aufgeräumt sein (die mich kennen wissen genau, Aufräumen ist nicht mein zweiter Vorname), sondern die Fenster geputzt, das Dach und die Einfahrt gefegt und frei geblasen, all der Nippes, die Erinnerungsfotos, der kleine „drift wood pile“ den wir vom Meer mitgenommen haben, der Hundenapf usw. Alles muss weg oder versteckt werden. Wie oft sind wir zu „Good will“ (https://seattlegoodwill.org/) einer Organisation die Arbeitslose und Obdachlose dadurch unterstützt, dass diese die gespendete Ware annehmen, sortieren, zum Verkauf oder Weiterspenden vorbereiten etc. In der Halle neben der Abgabestelle kann dann jeder in diesem Riesensecondhand-Laden günstig einkaufen, der Erlös kommt dann auch wieder Bedürftigen zu Gute. In diesem Konsumland, brummt das Konzept natürlich. Wer seine Sachen verkaufen will, muss auf „craigs list“ oder „let go“ inserieren.

Wir haben also Vieles weggegeben und ich fühle „the magic of tidying up“, ein Buch das ich wieder mal zur Hand nahm. Irgendwann wird Aufräumen doch noch zu meiner zweiten Natur.

So weit so gut, jetzt ist das Haus also von Ballast befreit and ready for staging. Der Tag kam an dem die Staging Crew (für alle die das Konzept in Deutschland einführen wollen: https://onstage-online.com/) silberne Vasen, riesige abstrakte Gemälde, und ein paar Möbel in unsere Räume stellte, so dass wir uns bisschen wie in einem Hotel oder Möbelhaus fühlen. Zudem entstanden Räume, von den wir gar nicht wussten, dass wie sie haben…

 

Und das war nur ein partial staging, am liebsten machen diese Firmen natürlich „full staging“ – Und obwohl dann kein Mensch in so einem Haus wohnen kann, sieht das schick aus und scheinbar lohnt sich das für die Verkäufer/Maklerfirmen, die das ja bezahlen müssen. Man kann 14 Tage, 4 Wochen bis zu 3 Monaten diese Dinge mieten, bevor sie dann wieder abgeholt werden.

Dann am nächsten Sonnentag, kamen der Video-Filmer und der Fotograph. Der Video guy brachte seinen Hund und eine Brotzeit und schien sich insgesamt recht wohl zu fühlen, ließ die Drohne ums Haus fliegen und filmte im Haus herum. Der Fotograf war gleichzeitig in anderen Räumen zu Gange. Die Maklerin brachte Hund und Kind mit, Bella lag so gut es ging im Weg herum, war ein lustiger Tag…

Dann verstrich ein Wochenende, an dem wir üben konnten, diesen Hotel Zustand irgendwie aufrecht zu erhalten und am Dienstag ging das Haus „live“ – and then the crazyness begun. Sofort wollten drei Leute das Haus besichtigen, wir aus nochmal eben jeden Raum gecIMAG7401.jpgheckt und raus. Am nächten Tag kamen 45 Makler zum open house, innerhalb von zwei Stunden! Das wissen wir deshalb so genau, nicht nur weil unserer Maklerin uns das berichtet hat, sondern weil in USA jeder Makler, der ein Haus seinen Kunden zeigt oder zu einem open house kommt, eine Karte hinterlässt, beim zweiten und ggf. dritten Mal ebenso.

Und da hier gerade „The hottest house market ever“ vorherrscht, fragt man sich sowieso, wozu der ganze Aufwand. Ich sitze also gerade bei Starbucks, warte dass die nächste Gruppe das Haus verlässt und freue mich auf das Wochenende, das wir irgendwo, aber sicher nicht zu Hause verbringen werden. Hoffentlich behält die Maklerin recht und am Montag ist der Spuk zu Ende. I’ll keep you in the loop! Und wie die Maklerin sagte: The pictures will blow you away: das hat der Fotograph übrigens aus unserem Wohnzimmer gezaubert…

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