Oregon and Coast

Ich bin mir nicht ganz darüber im Klaren warum mein letzter Beitrag sich hinter dem vorletzten versteckt, aber ich hoffe „you figured it out“ wie man hier sagt. Bei mir wird der Bericht vom 1.10. immer vor dem vom 8.9. angezeigt, seltsam. Dabei habe ich nur etwas Speicherplatz und einen einfacheren Zugang dazugenommen, hoffentlich auch weniger/keine Werbung für Leser?? Bitte meldet mal rück.

Hier also nach dem „Wilderness Beitrag“, der zweite Bericht im Oktober. Die Besuchszeit ist für dieses Jahr vorläufig beendet. 3 Wochen mit den 3 lieben Großeltern haben den Herbst eingeläutet. Und wir haben wieder neue Gegenden und Highlights in und um Seattle erkundet.

Finally Portland! Eine liberale, coole Stadt im Nordwesten mit Universtät und sogar einer dt. Schule, vielen Fahrradfahrern, Stadt der Brücken und Rosen. Zugegeben, ganz so hübsch und modern wie Seattle fand ich es dort nicht, aber die Innenstadt ist wiederum gefühlt eruopäisch durchwanderbar und außerdem waren wir nur ein paar Stunden dort.

An den berühmten „Food Trucks“ konnte man zwischen Thai – Mexican – Americana – Vietnam – German – uvm. auswählen und „auf der Hand“ mit Leckerein aus aller Welt den Hunger stillen. Am Fluß zum Saturday Market schlendern und unnötige Dinge anschauen und erwerben ((Groß)-Väter ausgenommen)

 

Abends dann eine der zahllosen Breweries besuchen und mit deftiger Grundlagen durch diverse Biere durchprobieren. Während in Deutschland Jamaika favorisiert wird und alle am Oktoberfest abfeiern, sei uns das hopfige, malzige, durchaus starke Bier des Nordens gegönnt oder?

Und dann am nächsten Tag Cannon Beach, das Kampen der Westküste. Im Vergleich zu den bisher besuchten Küstenorten, die ja oft etwas trostlos daher kommen, war dies ein wirklich netter Ort mit Holzhäusern, Küstenweg, Galerien und natürlich dem Strand mit dem Haystack Rock, der „ist ein 72 m hoher Monolith an der Küste Oregons [ … ] Er bekam seinen Namen auf Grund der Ähnlichkeit zu einem Heuhaufen und zählt zu den größten Küstenmonolithen der Erde.“ (Wiki)

Alle waren glücklich – Großeltern, Kinder, Eltern und der Hund. Das T-Shirt Wetter konnte man natürlich nicht erwarten und hat neidvolle Ausrufe der Freunde hier ausgelöst, die behaupten, nur bei schneidendem Wind oder prasselndem Regen Cannon Beach zu erlebne, aber wenn man Amrum, Sylt und Borkum kennt und liebt, dann kommt einem Cannon Beach irgendwie vertraut vor – moin, moin.

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Wandern in „the wilderness“

Herbst – Wanderzeit… Gerade hat unser Nachbar den Mount Rainier umrundet, ist teilweise schon durch Schnee gestapft und bevor die Ski-Saison oder zumindest der Oktober durchstartet, berichte ich noch von unserem Wandererlebnis am Labor-Day Weekend. Man hat ja als Amerikaner nicht so viel Urlaub und genießt stattdessen lange Wochenenden. Logdes am Fuße eines Berges, Häuser am Meer, Zeltplätze auf malerischern Campingplatzen, alles ist Monate im Voraus an den beiden beliebtesten Reisewochenenden der USA dem Memorial-Day-Weekend und dem Labor-Day-Weekend ausgebucht. Wir, wie immer kurzentschlossen, stellten wiederum schmerzlich fest, die Lodge am See/am Berg/am Meer gibt es nicht mehr (wenn es sie überhaupt gegeben hätte).

Schon länger faszinieren mich Fernwanderwege, sei es europäische wie der Jakobsweg nach Santiago de Compostela (siehe „Ich bin dann mal weg“, von H.P. Kerkeling) oder amerikanische wie der PCT oder der Appalachian Trail (Literatur und Film siehe „Wild“ und „Walk in the woods“)

Der PCT, der Pacific Crest Trail, https://www.pcta.org/ – spätestens bekannt eben seit dem Roman/Film „Wild“ führt ja praktischerweise auch durch den State Washington, so dass man mal so eine kleine Teilstrecke gehen könnte. Da mir ein Wanderführer diesbezüglich in die Hände gefallen ist und ich immer gerne unvorsichtiger Weise meine (wildromantische) Vorstellung tagelang einfach nur zu gehen, eingestreut habe, war dann ein paar Tage vor dem Labor Weekend klar: Wir müssen gar nichts buchen, wir wandern einfach los. Auf dem PCT, nähe Chinook Pass. Mit etwas Recherche kommt man schnell darauf, dass das Wandern und Zelten natürlich nicht überall möglich ist, aber z.B. entlang des PCT an viele Stellen erlaubt ist, also das Zelten und man darf sogar Hunde mitbringen. In anderen Regionen darf man das mit einer permit der Forest-Ranger-Station auch, wobei es hier dann Mengenbegrenzungen geben kann.

Wir also Route ausgesucht, Ausstattung aufgerüstet (Zelte, Matten, Wasserfilter, Hundrucksack und was man eben so braucht) und uns gefreut. Leider gab es ja (Stichwort heißester und trockenster Sommer ever) viele Waldbrände in Kanada und Ende August, Anfang September auch in Oregon und Washington. Und nachdem unser anvisierter Parkplatz ca. 3 Meilen vom nächsten Waldbrand entfernt war und eine Freundin, die auch mit ihrer Familie wandern wollte, wegen „bad air quality“ dringend abgeraten hatte, musste umdisponiert werden. Eben diese Freundin, hatte dann die nördlich gelegene Mt. Baker Wilderness (ich dachte immer es heißt wildness, das ist aber was anderes) empfohlen und so ging es dann mit 2 Hunden, 4 Erwachsenen und 6 Kindern auf diese Route, die für Kinder und Hunde mit und ohne Rucksack wärmstens empfohlen wurde.

https://www.alltrails.com/trail/us/washington/yellow-aster-butte-trail

Da wir zwei Übernachtungen eingeplant hatten, sind wir am Samstag gemütlich angereist, haben uns an der Ranger Station getroffen, permits, bear container (!) und blue bags (das bedeutet wir mussten nicht nur unser Essen hinauf, sondern alles was wir daraus gemacht haben auch wieder mit hinunter tragen) geholt, dann hatten alle nochmal Hunger, Durst, mussten nochmal eben, so dass wir erst um 13 Uhr (schön in der Mittagssonne) am Trailhead (Einstieg) ankamen. Der PCT startet ja in Mexiko und so kam ich mir vor. Die Hunde – und auch ein paar der Kinder – waren nach den ersten 500 m kurz vorm Kollabieren, da es ca 32 Grad hatte, steil bergauf ging und das Ganze ohne Schatten.

Ein paar Herabsteigende gaben uns etwas Hoffnung, da der weitere Anstieg im Wald liegen würde. Mit vielen Pausen und in einer Zeit in der gepäck-, kinder- und hundlose wahrscheinlich 3x auf und ab gerannt wären, erreichten wir den Ausblick auf unser Nachtlager. Motivationstrainer und Teambuilder wären erblasst, wenn sie unser coaching bis nach oben mit angehört hätten. Dennoch neigte sich die Sonne schon langsam zum Untergang, als wir unser Schlafplateau erreichten. Das Abendlicht und die Ausblicke auf die umliegenden Berge ließen jedoch alle Anstrengungen augenblicklich vergessen und sämtliche Klagen verstummen.

 

Schnell die Zelte aufgeschlagen und im Halbdunkeln auf den Gaskochern eine Abendmahlzeit zubereitet, ab in die Schlafsäcke, herrlich so ganz ohne Rucksack.

Überraschenderweise kamen weder Bären, noch sonstige größere Tiere am Zelt vorbei, Bella schlief tief und fest und auch der Bärenkontainer schien unberührt. Murmeltiere, Streifenhörnchen und Rebhühner haben sich tagsüber gezeigt.

Am nächsten Tag ging es auf einen kleinen Gipfel und dann in einen der Seen, die unser Trinkwasserreservoir, Waschbecken, Badewanne und Hundtränke waren… Der Mond schien hell, ein paar Zelte weiter, hatte ein Wanderer seine Gitarre mitgebracht und sang in die Dunkelheit hinein, quasi ein Schlaflied für uns.

Die Nächte waren angenehm kühl, doch tagsüber wärmte sich die Luft auf 26 bis 30 Grad auf, so dass wir froh waren nach kurzen Anstieg aus unserer „Schlafkuhle“ vorwiegend nur noch bergab ging, zumal wir wieder über 4 Stunden zurück zum Ausgangspunkt brauchten…

 

Im Tal angekommen, stellten wir fest, dass das, was wir als Morgendunst wahrgenommen hatten, eine weitere Welle von Rauchwolken aus den Wäldern Oregons und Süd-Washingtons war und wir ziemliches Glück mit den zwei klaren Wandertagen hatten. Eine Woche mit Feuerverbot, Ascheregen und „Drinnen-Pause“ schloss sich an und wiederum wünschte man sich Regen und Abkühlung. Diesmal geht wirklich ein „endles summer“ langsam dem Ende zu. Die Zeit der Ablenkung ist vorbei – auch wenn Trump sein Bestes gibt und 24 mal über football twittert anstatt Hilfe für die von den Hurrikans gebeutelten Inseln voran zu treiben. In Deutschland wählen über 86% der Menschen gemäßigte Parteien, das ist doch mal was und die Zeiten der älteren Herren in Zopfmuster Strickjacken neigt sich dem Ende zu, oder Horst? Wie auch immer, ernüchtert reiben wir uns die Augen und weiter gehts. Vielleicht doch weiter ablenken im links-liberalen Portland/Oregon und in Cannon Beach? Davon mehr beim nächsten Mal!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

I’ll be back!

 

Zurück in Seattle, im Gepäck „homemade“ Marmelade aus Wachauer Marillen, französische Kontaktlinsenflüssigkeit, eine Flasche Aperol und eine Flasche Starnberger See Wasser (just kidding), jede Menge wunderbare Sommertage zwischen München, Bad Ischl und Burghausen – a Draum.

Dazu noch ein Kind und fast zwei Teenager, denen ich vor dem Abflug aus München versicherte: Wir fahren diesmal sooo früh zum Flughafen, wir werden uns (endlich mal) langweilen, Parfüms testen (also ich), Lieblingsbuch finden (Tochter), Pokemons fangen (Sohn), Abflugbilder snapchatten (Neffe), aber nix dergleichen. Erstmal hat am Check in schon ein knuffiger, aber vollkommen ratloser Mann (Charakter: Faultier aus dem Film Zootopia) der 20 mal unsere Adressen eingetippt und mir versichert, dass die Einreise in die USA mit einem Visum jetzt wahnsinnig schwierig wurde. Aha. Und dann, Kinder jetzt haben wir noch bisschen Zeit, ups was ist das, über eine Stunde Warteschlange an der Passkontrolle… Mit Leuten nach „Muss ich Maschine Izimir, fliegt in 30 min“ „Mir flieget nach Siattl, wir bordde ah in 20 Minudde“, so ging das bis wir nach 90 Minuten im Schweinsgalopp zum Gate rannten, im Bus nach Luft rangen und mit 50 anderen Passagieren, dann die Maschine bestiegen, die auf uns gewartet hat. Nach einem kleinen technischen Test konnten wir auch schon 2 Std. später als geplant abfliegen.

Diesmal war es wieder sooo schön in Deutschland, dass wir auf jeden Fall wissen, hierher gehen wir zurück, wir sind hier verwurzelt, bequem hin – fun her. Die folgenden Impressionen sind zufällig und bunt durcheinandergewürfelt – das Essen war zu gut und im Herbst müssen Pfunde purzeln….

 

Mit dem Besuch hier in USA haben wir natürlich wieder sightseeing gemacht und neue Pätze aufgesucht, wie z.B. das allseits bekannte Leavenworth… „Isn`t Leavenworth so beautiful? I love this city!“ so eine Bekannte danach zu mir. Hüstel, hüstel, yes, yes its not quite like Bavaria… but nice…

Das ist ehrlich gesagt, total gelogen, denn es war bei 37 Grad, 25% Luftfeuchtigkeit, und null Parkplätzen eine der schrecklichsten Orte, die ich bisher besucht habe. Am Montag war weniger los und ich konnte ein paar Eindrücke festhalten.. Es gibt vielleicht ein paar nette Restaurants, aber meine Bedarf an „Wurstel and Kraut“ war grade erst gedeckt. Stattdessen kann man dort nett river raften oder das von letztem Jahr schon bekannte „tubing“, bei dem man sich mit einem Reifen den Fluss runtertreiben lässt und von einem Shuttle Bus wieder zurück an den Ausgangsort gefahren wird. Ist man so eine Super Tuber wie ich es bin, nimmt man die ersten Stromschnellen gekonnt mit einem Doppelflipp, verliert dabei Kappi und Paddel und bringt den richtigen drive rein: „Mama, Mama, was machst du denn da, du darfst dich doch nicht nach hinten lehnen“ Bella, für die wir einen „Dog-Tube“ mieten konnten, fand das dann auch zu aufregend und ist nach meinem Flipp erstmal eine halbe Stunde nebenher geschwommen, sicher ist sicher. Schließlich hat sie sich überzeugen lassen, dass es für die restlichen Stromschnellen ganz ok ist, sich doch in dem Tube auszuruhen und hat Freudentänze aufgeführt als wir alle wieder an Land waren.

Nach 10 Tagen „Shanghai Sicht in

Seattle“ wegen den Waldbränden in BC und keinem Luftzug oder gar Regen im gesamten Pacific Northwest (man vergisst sooo schnell, wie war das zwischen November und April??? Regen was ist das?) hatte sich die Sonne quasi verdunkelt und wir konnten nicht mal die Skyline von Seattle sehen. Die Jungs überbrückten die Zeit mit DOTA II und anderen sinnvollen Tätigkeiten und „chill mal“ war die Phrase des Sommers…

und schon waren drei Wochen rum und das Patenkind war startklar für den Abflug und die nächsten Pöckinger flogen an. Und da die SAN JUAN ISLANDS mit diesen ansgesteuert wurden, gehts demnächst mit diesem Reisegeheimtipp weiter.

Schule, Sport und electronical devices

So, wie verprochen weiter gehts. Und ja, ich sehe ja dann wie es mit neuen Ideen im Sommer bzw. neuen Schuljahr weitergeht…:-)

Zur Schule: Wir müssen es so oder so auf uns zukommen lassen, wie die Kinder back in the old world dann zurecht kommen und ich bekomme immer wieder widersprüchliche Infos. Der bayerische Gymnasiast hat bestätigt, dass man in Mathe nur leicht hinterher ist. Dass man in Deutsch 6. Klasse nicht ganz so viel liest, diverse Textsorten kennenlernt und schreiben muss. Dazwischen Theater spielt und Deutsch auch mal ausfällt und gerne Filme gesehen werden. (Stimmt das so ???) : Unsere 6 Klässerlerin hatte ja jeden Tag 6 Stunden:

1. Science, 2. Social Studies, 3. (jedes trimester neu: 1x PE (Sport), 1x Health 1x Tech) 4. Mathe, 5. Language Arts 6. Excore oder Band (jeden Tag im Wechsel)

Für jede Stunde wechseln die Kinder den Klassenraum und den Lehrer. Der Lehrer sitzt sozusagen in seinem Raum und die Kinder kommen hereingetrömt. Auch die Klassenzusammensetzung ändert sich von Stunde zu Stunde. So waren z.B. Freundinnen in Band, aber nicht in Mathe. Im Sport, aber nicht in Language Arts etc. Bisschen kompliziert am Anfang, aber man wächst da rein.

Sciene ist so eine Bio/Physik, Social Studies Geschichte/Erkunde/Sozialkunde, Excore so eine Art Ehtik/Gesprächskreis. Fällt was auf? Kein Religion, kein Kunst und keine Musik. Dafür eben Band und freiwillig jeden Donnerstag Artclub.

Das ganze geht täglich von 8.25 bis 14.55, außer Mittwochs da sind alle Stunden kürzer und die Schule endet um 13.25.

In der 4. und auch 5. Klasse (Elementary) hat man ja noch einen Klassenlehrer und eine feste Klasse und einen flexibleren Stundenplan, mit ähnlichen Fächern, aber Musik und Spanish (neu), dafür kein Tech und keine Band. Unterricht von 9.10 bis 15.45, außer Mittwoch Ende um 14.00 Uhr…

Dazu täglich mal mehr mal weniger Hausi, vor allem in der 5. und 6. Klasse. Dazu werden vor allem aber der 6. Klasse die Hausis täglich von allen Lehrern online gestellt (also keine Ausreden mehr) und die Schüler bekommen ihr persönliches I-Pad, auf dem sie die Hausi machen, tippen oder das Papier fotografieren und alles muss eingesendet werden (submit or turn it in) Was zu den Deutsch-Englischen Mixed Aussagen führt. „Aber ich habs gemacht, ich habs nur nicht submittet“ oder „Ich habs schon eingeturnt“ Hausi wird auch bewertet, nach Rechtzeitig, vollständig und richtig, das fließt dann in die Gesamtnote ein.

In Englisch /Language Arts musste man in der 6. Klasse jedes trimester 11 Bücher lesen und 3 Reading reflections also Zusammenfassen und eine Verbindung zu anderen Büchern herstellen (hä?) und „total viel schreiben“. Brief schreiben, Sachtexte, persönliche Geschichten etc.

Social Studies: Ancients Civilations like Homo sapiens, Greek, China, India, Mesopotamien usw. Im Zuge dessen wurde dann auch „the giver“ gelesen und das Buch über die Kulturrevolution.

Gleichzeitig höre ich, dass man in Physik 12. Klasse Dinge macht, die in der 8. Klasse Realschule Bayern schon dran waren (Info via Tacoma von N.)

Und Deutsch? Nur lesen, sprechen und hören, ist das genug? Keine Ahnung.

Insgesamt macht mich stutzig, dass meine Kinder nicht gestresst sind, dass sie nur  A oder B Grades bekommen und sie und vor allem auch alle Kinder im Umfeld keine, also zero, null Schimpfwörter benutzen. (Das heißt nicht das keine schlechte Laune, Streit mit Geschwistern etc haben!!!) Ich habe darüber eventuell schon ein paar mal geschrieben, aber ich finde das höchst angenehm und erstaunlich. Töchterlein ist schon leicht genervt, dass ich jetzt mit allen möglichen Amerikanern darüber spreche, wobei die mich sowieso alle ansehen wie Autos, weil sie nicht genau wissen was ich meine. Dazu muss ich sagen, dass wir generell und auch in Deutschland nicht so oft Sch…, und f… und Ar….. benutzten, aber hier hat es sich komplett aufgelöst wie ein Morgennebel im September. Herrlich, das würde gerne mitnehmen.

In die Ferien wurden wir mit 4. Klass-Klassenparty entlassen. Dabei hat die Lehrerin ihre Geschenke bekommen und sie hat für JEDES KIND also 24 mal eine Paket bereit gehabt. Die Mütter „amazing!“ die Kinder „Oh no!“: Ein Schreibheft mit 50 Anfängen, eine Sommer Mathereview mit einer kleinen Rechnung für jeden Tag. Eine Leseliste und eine „Mein Sommerlesebuch“ Blatt mit einer Frage/Aufgabe pro Tag, ein Lesezeichen mit Namen und den Lösungen im Kuvert für die Eltern. Sofort wollte die 6. Klässlerin auch so ein Journal…

 

Sport: Wir dachten, hui dieses Jahr super sportlich, mit Lacrosse und Volleyball, inklusive Spielen etc. Aber weit gefehlt, ein netter Mann, der meinte, ja seine Tochter sei schon in good shape, sie spielt Tennis, schwimmt im Schwimmteam, spielt in der Fußballmannschaft, ist aktiv bei den girlsscouts usw. Jungs spielen neben Lacrosse auch gerne, Fußball, Basketball und sind im robots-club. Nicht zu vergessen die sportlichen Sommercamps… Aber egal wir sind eben the lazy Germans, we only do recreational sports (2x die Woche Training und 1x Spiel am Wochenende). Trotzdem kam der Sohn in die Selection und hat bei einem der beiden Wochenendtournaments mit seiner Mannschaft den Goldpokal geholt – yeah!

Lacrosse ist ja eine relativ rauhe Sportart, deshalb all die Schoner. Die Eltern (natürlich nur der gegnerischen Mannschaft) feuern dementsprechend an, das muss man mögen: „Come on, push him! Give it back! Stick with him! Push back, go, go GO!“

Sofort nach dem Sieg wurde ein T-shirt kreiert und der Teamspirit weiter fördert.

Puh, das strengt ja schon beim Schreiben an… Außerdem ist heute der heißeste Tag des Jahres mit 35 Grad, schwitz. Bis demnächst in der Heimat!

 

Der Berg

Meine Güte 17. Mai habe ich das letzte Mal geschrieben, jetzt wird es aber wieder mal Zeit! Ich wollte über den Mount Rainier, Schule und Lacrosse und unsere Vorfreude schreiben und dann vielleicht die Bloggerei beenden, denn nächsten Monat sind es zwei Jahre, dass wir hier sind und da gibts ja nicht mehr ständig Neues nicht wahr.

Also Mount Rainier zuerst. Unser lieber Besuch aus Tutzing hat uns bestätigt, dass dieser Berg was Besonderes ist. Seit wir hier an der Südspitze wohnen, ist eine gängige Frage am Morgen (an den jeweils früher Aufstehenden und das bin nicht ich) Ist er heute da? Oder morgentlicher Ausruf im Bad: Ui, er ist da! Das hört sich ziemlich bescheuert an, wenn man das so liest, aber Nicola weiß was ich meine. Und sie hat mich auch dazu bewegt, endlich mal ein wenig zu recherchieren, denn „also der muss ja den Indiandern heilig gewesen sein“ und siehe da, war er bzw. sie, ich zitiere:

„Für die Indianer war der Berg eine Göttin und er wurde in zahlreichen Sprachen Takhoma genannt, möglicherweise abgeleitet von dem Puyallup-Wort tacobet. Die Bedeutung dieses Wortes war in den verschiedenen Sprachen unterschiedlich und hing mit der jeweiligen Lebenssituation der Indianer zusammen, so konnte es Großer Berg, Schneespitze oder Ort, von dem das Wasser kommt bedeuten. Die Legenden der Indianer berichten von den Launen der Göttin, die ohne Vorwarnung Blitze vom Himmel schleuderte und Überschwemmungen schickte, die ganze Wälder zerstörte. Eine andere Legende weiß, dass der weibliche Berg Takhoma von den anderen Bergen vertrieben wurde, und dass ihr Sohn nun das Wasser bereithalten musste. Auf dieser Legende basiert die Deutung des Namens als Wasserjunge. In jedem Falle wurde der Berg gelegentlich zu spirituellen Zwecken aufgesucht, insbesondere, um eine Schutzmacht zu finden.

George Vancouver, der 1792 in den Puget Sound hineinsegelte, war der erste Europäer, der den Berg zu Gesicht bekam. Er benannte ihn nach seinem Freund Admiral Peter Rainier.

1833 erforschte William Tolmie das Gebiet auf der Suche nach medizinisch nutzbaren Pflanzen. Nach ihm folgten weitere Forscher. Hazard Stevens und Philemon Beecher van Trump waren die ersten, denen es 1870 gelang, den Gipfel zu erreichen; sie wurden dafür wie Helden gefeiert, John Muir folgte 1888. Muir war einer von vielen, der empfahl, den Berg zu schützen. Im Jahr 1893 wurde das Gebiet der Pacific Forest Reserve hinzugefügt, um seine natürlichen Ressourcen wie Bäume und das Wasser der Flüsse und Bäche zu schützen.

In der Hoffnung, den Tourismus zu fördern, forderten die Eisenbahngesellschaften und die lokalen Geschäfte die Schaffung eines Nationalparks. Am 2. März 1899 erklärte Präsident William McKinley das Gebiet zum Mount-Rainier-Nationalpark, dem fünften US-amerikanischen Nationalpark.

2012 entstand eine Initiative zur Wiederherstellung des indigenen Namens.

Heute ist es so, dass man sagt, wenn der Mount Rainier zu sehen ist sind alle happy. Man kann ihn wohl nur rund 90 Tage im Jahr sehen, und wenn er in Wolken gehüllt ist, heißt das oft auch in Seattle keine Sonne und meist dazu noch (a bissl) Regen. Ich wünsche mir an jedem dieser 90 Tage eine Kamera mit der ich die jeweilige Stimmung auch wirklich einfangen kann, auch die beste Handykamera kann das nicht wirklich…

Manchmal erscheint er riesig und klar, abends verfärbt er sich kurz rosa-orange, um dann in zartem Lila zu verblassen. Weil er mit seinen 4300 m Höhe aus der Umgebung recht proment hervorragt, wirkt er immer ein wenig unwirklich. Stichwort Fototapete.

Ansonsten noch ein paar facts:

Klima

Durch seine Höhe erzeugt der Mount Rainier sein eigenes Mikroklima. Die durchschnittlichen Niederschläge liegen bei Paradise bei jährlich 2500 Millimeter, die meist als Schnee fallen. Durchschnittlich fallen im Winter bei Paradise 17 Meter Schnee, der Rekord lag im Winter 1971/72 mit fast 28,5 Meter Neuschnee. Von Februar 1971 bis Februar 1972 fielen insgesamt 31,1 m Schnee. Im Regenschatten des Gipfels im Nordosten sind die Niederschläge deutlich geringer, im Nordwesten dagegen höher. Die Tagestemperaturen liegen im Sommer bei Paradise um 15 Grad Celsius, im Winter um −2 Grad Celsius.

Gletscher

Die heute den Mount Rainier bedeckenden Gletscher bilden mit einer Fläche von über 90 Quadratkilometern das größte zusammenhängende Gletschergebiet eines einzelnen Berges der USA außerhalb Alaskas. Die jährlichen Niederschläge von bis zu 28 Metern Schnee speisen die Gletscher, so dass sie heute als stabil gelten. Die Vergletscherung führt dazu, dass sich der Berggipfel durch Lawinen und Felsrutsche weiter verändert. Von den insgesamt 26 Gletschern ist der Emmons Glacier der größte, der zweitgrößte ist der Carbon Glacier, der über 6,5 Kilometer nach Nordwesten fließt. Weitere Gletscher sind unter anderem der Nisqually Glacier, der North Mowich Glacier, der Tahoma Glacier, der Winthrop Glacier und der Gowitz Glacier.

Im Paradise Glacier befinden sich die Paradise Ice Caves, die 1978 als das weltweit größte Gletscherhöhlensystem mit einer Gesamtlänge von etwa 13 Kilometern vermessen wurden.

Also schon ein recht „merkwürdiger“ Berg… Ja und by the way, er/sie ist ja eigentlich ein Vulkan schon klar und dazu noch schnell zitiert:

Die letzte aufgezeichnete Eruption fand zwischen 1820 und 1854 statt, es gibt aber Augenzeugenberichte über mehrere Ausbrüche im späten 19. Jahrhundert (Harris, 1888). Obwohl zurzeit die Gefahr eines Ausbruchs nicht besteht, rechnen Geologen ihn zu den schlafenden Vulkanen und gehen davon aus, dass der Vulkan wieder ausbrechen wird. Lahare sind die größte Gefahr, die vom Mount Rainier ausgeht, aber er ist auch in der Lage, pyroklastische Ströme zu verursachen und heiße Lava auszustoßen. 1947 ging eine Schlammflut den Kautz Creek hinab und verwüstete den tiefer gelegenen Wald. 1963 wurde an der Nordseite des Little Tahoma Peak vermutlich durch eine vulkanische Dampfexplosion eine Steinlawine ausgelöst, die sechs Kilometer weit bis in das White River Tal hinabging und erst einen Kilometer vor einem Campingplatz zum Stillstand kam.

Sehr beruhigend, dass sie noch vor dem Campingplatz zum Stillstand kam. Also da wird die Takhoma schon aufpassen….

Gerade wandert die Sonne am längsten Tag des Jahres weiter nach Westen und wird bei Euch schon bald wieder aufgehen, deshalb zu Schule und Lacrosse, demnächst. Good Nighty!

Multitasking

Multitasking ist ganz, ganz uneffizient und schlecht. Leider bin ich ständig im multitask Modus, das liegt auch daran, dass der Sommer sich jetzt mit rasender Geschwindigkeit auf uns zu bewegt (das kommt mir jetzt grad ungelegen) und noch so viel erledigt werden muss. Ich versuche das bisher geschaffte und noch zu bewältigende zumindest nacheinander aufzuführen.

Ihr glaubt es nicht, meine neue Nachbarin, die (natürlich) auch in ihrem schwarzen Turnanzug oder wie sagt man – Work-out-outfit – Gartenklamotten – Dahoam-umadum-Hosn – aussieht wie aus einer Loreal Paris – du darfst – das Leben ist schön – Werbung und sie ist außerdem super nett AHHHHH – also Kim ist sie ist eine „professional Organizer(in)“ Ich komme nicht aus, denn sie hat mir auf mein gemurmeltes, „I’m not so good at organizing“, gleich angeboten, as a friend, jawoll, auch mal ein paar Tipps über den Zaun, den nicht vorhandenden, zu geben. Sophie hatte ja die Katze in den Ferien im Nachbarhaus versorgt (first pet sitting job ever) und mir schon berichtet wie organized es da aussieht.

Die alten Nachbarn haben uns in den ersten German Beerhouse Besuch – rheinhausseattle.com – „with real German brats“ gequatscht und natürlich war es fun, fun, fun! Die Riesen-Brezn (vom Manager vermutlich afrikanischer Herkunft organisiert) waren sehr yummi, auch wenn ich nicht wusste, dass man sie wahlweise in Obatzdn (Oh, I know that, in Georgia we call that pimento cheese), Senf (?), Meerrettich-Sahne oder Ketchup eintaucht…. Die Brats kommen mit oder ohne Kraut, Senf, Pickels und was weiß ich noch für toppings und ist unser deutsches Essen wirklich so schwer, puh? Als Brunch ist das schon recht üppig, so ne fette Brats. „Sauerkraut hot, I never ate it hot… “ Und weitere Überraschungen für unsere Freunde. Die Biere waren so lala, habe ich mir sagen lassen. Und da würde ich mich schon freuen, mal in München und Umland eine Tour für diese Blosn zu machen. (Wenn sie auf ihre nächsten Europa Reise 24 Std. für Bayern einplanen)

Second house warming: Wir haben ganz ohne Druck (no pressure) unser Housewarming vorbereitet. Unser Nachbar links ist der Bürgermeister von Mercer Island, übrigens ehrenamtlich, da es ja nur ein kleines Städtchen mit ca. 25.000 Einwohner ist, das kann man ja wohl im Team (eine Art Weisenrat und einer macht dann für eine paar Jahre den Chef) stemmen. Ja, Herr Schnitzel, das geht auch ehrenamtlich. Und dann haben wir durch unsere volleyballspielende Tochter (das hat sie nicht von mir) zwei Familien ums Eck quasi zum „carpooling“ kennengelernt und siehe da: Eine Mom hat österreichische Wurzeln (der Opa kam über Ellis Island, klassisch mit dem Schiff), allerdings sind die Deutschkenntnisse über das Jahrhundert verloren gegangen, und die andere Mom ist tatsächlich eine bislang von mir nicht entdeckte Deutsche, die mit ihrem amerkanischen Mann, den sie in Kiel kennengerlernt hat, und ihren Mädchen hier auf Mercer Island lebt. Die Kinder verstehen, aber sprechen kein Deutsch. Für mich ist das immer noch ein Rätsel, wie schnell man so eine Sprache verlieren kann. Eine Generation, schwups… Auf jeden Fall viele nette Menschen auch hier am Southend und diese neuen und ein paar alte Bekannte haben mit uns gefeiert.

Mothers Day, hier big deal (ich verlier mein Deutsch nicht, nein!) und die Lehrer hängen sich recht rein, damit die Kinder was Schönes zum Verschenken haben…Ein paar Sprüche muss ich einfach mit euch teilen. Denn wiederum gilt: Ist doch egal wenn es auch „unter Zwang“ geschrieben wurde, ist schöner als unser „nix gsagt is a globt“

Dann das Theater Stück „100 Dresses“ – exceptional, really touching! Es geht um EinwanIMAG7123derung, Bullying (hier wird überhaupt mit den Kindern sehr viel in der Schule darüber gesprochen) und Dabeistehen oder Courage zeigen… Unsere ehemalige Nachbarin hat da mehr oder weniger die Hauptrolle gespielt.

 

Heute gabs eine feste Zahnspange für das schnellwachsende Mädchen. In der Schule ein bisschen Verwirrung. Ja muss ich das Kind nicht abmelden, wenn sie einen Zahnarzttermin hat, dass Sie das wissen? Doch sie kommt dann ja später. Eben und wann, soll ich sie abmelden, was soll ich schreiben? Nichts, sie kommt später und dann geben wir das ins System und wenn sie eine Entschuldigung vom Arzt hat gut, sonst schreiben Sie halt eine Notiz. Und sie rufen dann nicht an, wenn sie morgens nicht kommt? Hey, das ist hier die middle school. Ok. Sie melden sie nur ab, wenn sie mehrere Tage weg ist, wegen Urlaub und so. Klar, ich vergaß, Urlaub und so. Und die Lehrer, sollen wir das nicht sagen? Die Lehrer, die haben das doch morgen vergessen, dass das Kind beim Zahnarzt ist. Ok, jetzt weiß ich Bescheid. Die Schulsekretärin der Middle-School, könnte übrigens auch gut in Deutschland als resolute  Vorzimmerdame durchgehen. Ich habe jedefalls keine Fragen mehr. Thats the middle school, you know! All righty.

Daneben Anmeldungsüberlegungen für diverse Summercamps, („Wir mögen aber keine camps“), Ausflugsmöglichkeiten mit den Besuchern werden abgewogen, lieber Weingut oder Whale-watching? In zwei Wochen sind schon bayerische Pfingstferien und da kommen die lieben Tutzinger N, R und M…, das erinnert mich an NRW, hey was ist den mit der alten Tante SPD??? Und dem Schulzzug? Anpacken statt rumschnacken, das kann man ja noch verstehen, aber Hannelore Kraft, die war doch patent. Bei uns wird statt dessen der FBI Chef mal eben rausgeschmissen, aber der hat auch nicht sagen wollen, ob er den Präsidenten im Visier hat, der alte Geheimniskrämer. Dann buche ich noch für meine liebe Schwiegermutter die Unterkunft „Ich will die Kinder schon sehen in Bayern“ und buche wieder um – „Wir haben jetzt den Zug schon einen Tag früher genommen“ und vollbringe logistische Meisterleistungen „Ja das macht ja nichts, wenn ihr schon eingeladen seid und das Hotel am Samstag voll ist, wir schlafen dann bei Euch auf dem Sofa, wir sind auch ganz leise, Willis Raucherhusten ist ja auch nicht so schlimm“ Ich habe rasch einen schönen bayrischen Gasthof für den Raucher gefunden, puh und überlege ob ich nicht doch was mit Senioren-Reisen machen sollte, wenn ich zurück bin. Oder mit Schulhunden, oder Schreiben, oder Schülertheater, oder Schafskäse oder Schau mer mal…

Ganz prima, ich freue mich auf den Sommer in Deutschland und euch alle zu treffen (um rechtzeitige Terminanfragen wird gebeten) Bussilein

Frolic – frolicking

In meiner „Klasse“haben wir jetzt das Thema Gefühle! Die sind sehr schwer auszusprechen – vor allem für die Eltern. Frolik, draurrik, glucklik – alles super kompliziert. Der kleine Andrew hat dann für glücklich, „cookie“genommen, das ist ja recht nah beinand. Frolic, kannte ich wiederum in 80er Jahren als lecker Mahlzeit  für meinen Hund, jetzt weiß ich warum er immer so guter Laune war. Ist vielleicht von einem happy Amerikaner erfunden, denn  frolicking heißt so was wie herumtollen, Scherze treiben… was ja ein Hund gerne macht, nicht wahr. Also gehört das zusammen? Ich bin ja kein Sprachwissenschaftler, aber das passt. Bin sosusagen gans sufriedn. (Z auch leider unaussprechlich)

Der Frühling lässt trotz der (Frühlings-)Gefühlseinheit nach wie vor auf sich warten. Seit den Wetteraufzeichnungen gab es wohl nie, niemals nicht so viel Regen zwischen Oktober und April. Über 45 inches, wieviel das ist, keine Ahnung, zu viel in jedem Fall. Nächste Woche dann, soll es was geben mit dem Frühling. Wenn die Sonne heraus kommt, dann wird natürlich ein Foto geschossen oder zwei und der neue unicorn frappuccino getestet…

 

IMAG7010Und noch zum Verdrängen: in der Seattle Times wurde mit Bild (für die, die es nicht so ganz plastisch vor Augen haben) dargestellt, welche Amerikanische Stadt (Alaska mal außen vor) für Nordkorea so am nächsten kommt. Surprise, es ist Seattle!!! Wie beruhigend, dass die ballistic missile vermutlich noch nicht so weit kommen und ob es dann überhaupt die atomaren sind, ah geh weida.

Ansonsten bin ich im podcast Fieber und höre mir täglich auf meine längeren Fahrten oder beim Aufräumen (so aufgeräumt wars noch nie) Christine Nöstlinger, Cornelia Funke, Charles Schuhmann, Ingo Zamperoni usw. im Gespräch auf BR2 an. Cornelia Funke lebt ja seit einigen Jahren in Los Angeles und sagt, es sei doch ziemlich seltsam, dass wir Deutschen den Amerikanern immer unterstellen so oberflächlich zu sein, wo diese nur höflich sind. Da unser Deutschlandaufenthalt nicht mehr so weit weg ist (Nur noch 2 Monate!!) bin ich sehr gespannt, ob mir die Freundlichkeit schon fehlen wird. Nach wie vor will man hier von mir wissen, ob ich „something fun today“ geplant habe, wie mein „day going so far“ ist, „love your jacket“ (des alte)  by the way und „I carry this for you“ Wer von Euch hat kürzlich einen 15 Kilo Hundefuttersack zum Auto geschleppt? Eben, da ist es doch nett, wenn es die junge Dame vom Hundefutterladen übernimmt.

Bis der Frühling endlich kommt und ich im Garten frolicking kann, denke ich am 1. Mai an die Maibaumaufstellung in Pöcking (bitte schickt mir Bilder, sonst glauben es mir meine Schülereltern nicht) mit Dirndl und Brezn und Bier… Ein Prosit!

Übers Verdrängen …

Einer unsererLehrer in Burghausen hat mal gesagt, der Mensch überlebt eh überhaupt nur, weil das Gehirn ständig alles was uns zu sehr belasten würde verdrängt. In diesem Sinne liebe Kommentartorin N. verdränge einfach die geplante Stauraumverkleinerung! Ich sehe bei deinem Oragnisationstalent und deiner Umzugserfahrung ohnehin kein Problem. Außerdem ist das Minihaus ja jetzt total in und man lebt darin mit Dingen die in einen Koffer passen (da müsste ich allderings noch mehrere Jahre aussortieren, geht schon los mit welchen Koffer ich da überhaupt wähle). Über die Möblierung in der Gästewohnung können wir tatsächlich gerne verhandeln, den Mann und seine Kisten müsstest du allerdings schon mitumziehen (Man sollte ja nichts doppelt haben).

Und liebe S., ich habe auch manchmal vor lauter Verdrängen, die „ist eh alles wurscht“ Haltung eingenommen. Die brauche ich hier generell recht häufig, denn für ihre großartige Umweltpolitik waren die US Bürger nicht bekannt und es wird nicht besser, oder? Trump probiert lieber die Mutter aller Bomben aus, anstatt mal Flaschenpfand einzuführen. Ich darf in meine Recyclingtonne (wie vielleicht erwähnt) Dosen, Glas, Papier, Plastik, Metall, Styropor uvm. legen und verdränge wer das dann wo wie und ob überhaupt wieder auseinanderklamüsert. Dazu verdränge noch wie es meiner türkischen Freundin hier geht, die sich erstmals diesen Sommer nicht zurückfliegen traut, um ihre Verwandten und Freunde zu treffen. Ich verdränge, dass der Kim Jong-un, wenn überhaupt, dann die Westküste der USA mit seinen Langstreckenraketen erreicht und sowieso verdränge ich Flüchtlinge aus Syrien und Afganistan, den Hunger in Jemen, Somalia, Nigeria, Äthiopien, ach komplett Afrika muss ich verdrängen. Wenn man erstmal anfängt, kann man im Moment gar nicht mehr aufhören mit der Verdrängerei.

So saß ich gestern bedröppelt herum, verdrängte vor mich hin. Ostermontag wird hier ganz allgemein nicht gefeiert, statt dessen sind die Kinder mit einem Schokohasen (gegen das Verdrängen) in der Lunchbag losgtrabt.

Am Wochenende (Ende der Sping Break) waren wir spontan am Strand in der Nähe von Aberdeen (wo der Kurt Cobain aufgewachsen ist). Aberdeen selbst ist reichlich trostlos, und da der Kurti sich das von der Seele gesungen (statt verdrängt) hat, kann man sich auch heute noch anhand der Lieder ein Stimmungsbild von der Stadt machen, ohne selbst dort zu verweilen.

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Nach einem „Come as you are“ und einer Stadtdurchfahrt ist es wirklich gut und man hält dann besser Richtung Norden, wo wie Olympic Peninsula endet und endlose, großteils unbebebaute Strandabschnitte warten und gerade die Saison der Razor Clams zu Ende geht.

Bildergebnis für Razor Clams

Das sind lange Muscheln, die sich ganz schnell senkrecht nach unten in den nassen Sand eingraben und deshalb nur mit bestimmten Equipment (sieht aus wie ein überdimendionaler Tulpenzwiebelstecher) herausgeholt werden. Man darf nur eine bestimmte Anzahl sammeln und dann zum Beispiel  in ein lecker Clam Chowder  Bildergebnis für clam chowderverarbeiten. Wir haben das ganze nur mit großem Erstaunen beobachtet – he wo kommen denn plötzlich diese hundert Menschen her. Die durften dann auch noch mit dem Auto an und auf den Strand fahren…. Bei Flut sind sie alle wieder weg.

Und am Sonntag dann Lunch in Seabrook. Eine neu gegründete Stadt und die ist so süß und lieblich ist, dass es auch eine Filmkulisse sein könnte.

Bildergebnis für Seabrook State Washington

Ist es aber nicht. Dort leben seit 2004 echte Menschen, es gibt eine Schule, eine Kirche, ein paar Läden, aber man kann sehr viele der Häuser auch für de Urlaub mieten. Ich schätze 50 % der 200 Häuser sind Privathäuser und 50% Ferienhäuser, mit und ohne Meerblick, petfriendly oder no dogs please. Alle Häuser sind im gleichen für mich „Ostküsten-Craftmans-Style“ gebaut. Sehr schick und das ist wirklich wie Disneyland. Man kann ganz wunderbar alles Verdrängen. Das Leben ist schön, die Sonne scheint, verweile Augenblick….

 

Die blaue Schürze

Das Problem überflüssige Dinge loszuwerden habe ja nicht nur ich, sondern viele Menschen auf der ganzen Welt. Vor allem Amerikaner kaufen ja gerne ein, man wird täglich per Post, per Mail und teilweise sogar mit Anrufen bombadiert kann man schon fast sagen. Heute sale, morgen sale, hier 20% off, dort 75% off nur noch heute und alles, wirklich alles kann man sich natürlich online ganz bequem nach Hause bestellen und die Versuchungen zu kaufen und zu bestellen sind recht groß. Das Schöne ist, man kann auch alles wieder zurückbringen, gebraucht, gewaschen teilweise. Man sagte mir sogar, wenn das Hundegeschirr sich als unbequem herausstellt (für den Hund) dann einfach zurückbringen. Habe gehört es wurde es wurde mal ein Hundebett zurückgebracht, weil der Hund mittlerweile gestorben war – und zurückgenommen!!! Danke für Ihr Vetrauen, lieber, lieber Kunde.

Bei Lebensmittel bin ich mir nicht so sicher, wie das läuft, aber selber kaufen ist auf jeden Fall out. Meine dt. Freundin, die ja mehr als 3 Kinder hat, kennt eine andere Mutter mit 2 oder lass es 3 Kinder sein, die ganz klar sagt: Also Lebensmittel einkaufen, mit meinen Kinder, das geht gar nicht. Ich lass mir meine Lebensmittel liefern. Täglich, frisch, an die Haustür!!! Manche kochen nicht mehr selbst, man geht generell gerne essen oder die Mikro machts. Irgendwie waren mir Mikrowellen schon immer unsympatisch, ich weiß nicht warum. Auf jeden Fall wäre das nichts für mich. Aber (mal wieder:) man passt sich ja an und deshalb habe ich mich von meinem ehemaligen Nachbarn bequatschen lassen. Er ist ja quasi „Stay at home dad“ und kocht auch selbst (beste original Lasagne nach Omas Rezept aus Italien) und war aber Zitat: „Blown away“ von diesen Köstlichen Gerichten von „Blue Apron“ https://www.blueapron.com/

Und da Essen gehen ja immer teuerer wird (man soll jetzt nicht nur 15 – 20% an den Service zahlen, sondern nochmal den selben Anteil an den „Chef“ (also Koch) sei so ein Dinner von blue apron eine echte Altnerative, ist wie Essen gehen zu Hause (?) Gut also ausprobieren: Die Leute von der blauen Schürze schicken jede Woche eine Kiste mit frischen Zutaten für 2 oder 4 Personen für die zwei (aus vier) ausgewählten Gerichten. Das heißt wirklich genau die Zutaten, also z.B. eine Schalotte, 50 gr Balsamicocreme, 30 Kapern, 4 Fischfilets, 1 Ei, whatever. Eine Karte mit Rezept und Arbeitsschritten für jedes Gericht und du kochst, brätst, backst und garnierst dann alles. Raus kommt dann im besten Fall eine Gericht, das du noch nie gekocht hast, das erstaunlich leicht zu machen ging und sehr gut schmeckt. Im schlimmsten Fall denkt man, ok. das hätte ich auch alleine hinbekommen. Es kommt ein wenig Abwechslung in Muttis Speisplan und die Kinder lernen auch noch kochen. Es ist natürlich ebenso dekadent und Verpackungsintensiv, aber als Stimmungsaufheller in diesen – ja, immer noch – verregneten Pseudofrühling ganz nett. Ansonsten müsste ich mich zur Vollendung des Winterschlafs uf das neu erworbene Hundbett legen und warten bis endlich wieder die Sonne rauskommt, aber das Bett ist ja schon besetzt…

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Alle Tassen im Schrank?

Diese freche Frage hat mir eine meiner lieben Kolleginnen geschickt und auch sonst habe ich den Eindruck mit meinem Aussortierpost einen Nerv getroffen zu haben. Ich will mich ja hier nicht offenbaren als ANA „AnonymeNichtAufräumerin“ oder Tipps geben unter WWL „Wegwerfenleichtgemacht“. Aber ein wenig ausholen, das darf sein oder? Liebe Kommentatorinnen, wenn ihr wüsstest wie viele Bücher ich zu dieser Thematik schon gelesen habe, sogar RTL Sendungen deren Titel ich über die letzten Monate vergessen habe (hier sehe ich glücklicherweise nur ZDF und ARD) – habe ich mir angesehen. Etwas wie „Messi Chaos“  in denen Menschen mit Kameras bei anderen Menschen, oft mit Zahnlücke, über Berge von Abfall, Zeitungsstapel und Dosen steigen, um dann in verschimmelten Küchen auf Mäusenester zu stoßen. Ich dachte dann immer, supi ich doch nur ein bisschen unordentlich, bzw eigentlich doch total organisiert und alles halb so wild! Schon vor Jahren habe ich in „Feng-Shui gegen das Gerümpel im Alltag“ gelesen, wie befreiend es ist, sich von allem zu trennen, das man nicht liebt (ja N.H.!). Auch von Dingen, die man erst reapieren müsste (nur eben die Batterie auswechseln, das ist ja nicht reapieren oder? Wo sind eigentlich neue Batterien?) oder die zu eng sind (also wenn ich den Bauch ein bisschen einziehe und man soll ja ruhig körperbetont tragen), die man von einem netten Menschen bekommen hat, einem aber trotzdem nicht gefallen (Aha, soll ich also sagen, sorry das ist aber hässlich und so was Geschmackloses, gut, dass ich jetzt jede Woche auf den Wertstoffhof fahre), womit die Kinder nicht mehr spielen (wenn sie aber wie ich mit 13 noch mal die Kasette „Pumuckl und der Schnupfen“ anhören möchten und dieses Kulturgut an meine Enkel weitergeben wollen???) Außerdem sind Lehrerinnen sowieso verkappte oder offenene Sammlerinnen. (Damit könnte ich ne super Stunde zum Thema … machen. Ui damit können wir mal…. basteln.) Ich kenne Menschen in Deutschland und auch hier in USA, die strikt der Regel „Habe ich ein Jahr nicht benutzt, brauche ich vermutlich nie wieder, weg damit“ leben. Und was wenn doch? Dann stehn wir da. Ihr seht, absolut zweckloses Unterfangen. Ich habe schon kurz überlegt einen Aufräum Blogg zu schreiben. „Mein Wandel vom Messie zum Oragnizer“ oder so. Und man soll ja dann auf einmal auch plötzlich Gewinne machen und Geld überwiesen bekommen etc. wenn man sich von seinem Gerümpel trennt. Mal sehen, wenn mir nicht besseres einfällt, dann entrümpel ich eben. Oder kauf erstmal weniger ein, nicht wahr, das hilft auch und ist hier in USA auch gaaaanz einfach. Zunächst habe ich aber noch eben das Buch gekauft: „the life-changing magic of tidying up – the Japanese art of decluttering and oranizing“ (das war das auf das ihr euch bezogen habt, oder?) zumindest versucht zu lesen – bin aber nicht vorangekommen. Denn mein Leben hätte sich dann so dramatisch verändert, das war mir dann zu magic und ich hab eh schon genug Drama.

Statt dessen kurzer Blick ins Ostersortiment dieses Jahr

 

Wer kann da schon aufs Kaufen verzichten? Immerhin kann man sie im Bauchraum verstauen, diese Einkäufe. Das Wetter ist weniger österlich, statt dessen ist dieses Jahr wiedermal der Winter mit den höchsten Niederschlagsmengen seit den 60er Jahren – das war irgendwie letztes Jahr ähnlich und deshalb ein paar Regenfotos. Macht also nichts, dass ich zwei Wochen lang nur meine Gummistiefel ausgepackt hatte.