We made it und jetzt Kissen auspacken…

Natürlich habe ich nicht vorwiegend Kissen ein- und ausgepackt, das war ein Tippfehler 🙂 Und ich habe ganz vergessen, wie lange das Kissen also Kisten auspacken dauert… Eigentlich wollte ich letzten Samstag schreiben: It was a breeze. Ich bin so stolz, dass wir es diesmal so gut hinbekommen haben und alles gepackt war. Und diese Umzugsmänner, amazing. Alles größer hier in den USA, hab ich das vielleicht schon mal erwähnt. Irma würde jetzt sagen: Männer sind so stark und haben „one, two, three“ unser Vollholzbüffett geliftet als wäre es aus Pappe.

Wie bei jedem Umzug spielte ich währenddessen mit dem Gedanken künftig in einer Klosterzelle mit zwei Kutten zum Wechseln, einem PC und einem E-Reader zu leben, maximal noch einem Block und einem Bleistift (nein nicht 500) einem paar Schuhe und drei Unterhoserln. Vor allem wenn man nach einer Woche die 23. Tasse auspackt und denkt: „Es ging jetzt eine Woche ganz prima ohne dich. Warum habe ich dich seit meinen 7 Umzügen eigentlich immer mitgenommen?“ Das war nicht nur diese eine Tasse, glaubt mir. Dementsprechend packe ich noch aus und ab und an kommt noch der Alan unser Contractor vorbei.

Also wenn einer ein Haus komplett umbaut, sucht er sich einen General  Contractor. Das ist eine Art Bauleiter/Architekt/Baumeister… Ich bin mir nicht sicher ob es dafür eine Ausbildung gibt. Ah, natürlich gibts dazu was auf wiki…

https://en.m.wikipedia.org/wiki/General_contractor

Entsprechend ist das immer so ein Glücksspiel. Wir brauchten ja nicht viel umzubauen und hatten dafür eine Empfehlung von den Nachbarn, konnten vergleichen mit dem was unsere anderen, französischen Nachbarn, für Erfahrungen hatten etc.

Unserer Contractor ist ein wenig untypisch, sein Vater hat jahrlang in Tübingen an der Uni gearbeitet und die ganze Familie fährt jedes zweite Jahr nach Deutschland und Alan selbst, frisch verheirateter amerikanischer Hühne, der schreinern, Fliesen legen und viele Sachen selber kann, hat sich ganz bewusst für diesen handwerklichen Beruf entschieden und ist  ein überlegter, ruhiger Typ. Er hat dann die anderen Handwerker, die er für das Projekt Masterbath brauchte, als subcontractors eingestellt und uns dann deren Rechnung mit Aufschlag in Rechnung gestellt. Weil das hier so läuft habe ich diejenigen Gewerke beauftragt, die ich mir selber zutraute zu „managen“ – ich habe ja schon mal quasi Bauleitung gemacht nicht wahr, Bauleitung ist mein zweiter Vorname. (Ich wurde von den Handwerkern Chefin genannt, mei war des schee.“He Chefin, die Metall Balken, bleibn die so? Des schaut nämlich total scheiße aus“ (um nur ein Highlight aus Pöcking zu nennen). Also Maler, Bodenleger, Holzbodenrefinisher, Fensterauswechsler habe ich bestellt, bezahlt fertig. Plumbers (keine Pflaumen, sondern Installateur), Electricians und Duschglaseinbauer hat Alan noch mit dazugeholt. Bis auf eine paar Kleinigkeiten (Irgendwas is immer) hat es ziemlich gut geklappt.

Im Unterschied zu Deutschland sind die Handwerks“meister“ hier gibts ja keine Ausbildung in dem Sinne für diese ganzen Menschen, deshalb wieder „Glücksspiel“-  tw. 70+, Rente gibts auch nicht hier. Bei drei Gewerken wusste ich wirklich nicht, ob da jetzt der Opa mitgekommen ist, damit er mal rauskommt, aber nein es war der Chef. Diese ältern Herren sind super lustig, eh klar, teilweise sehr schwer zu verstehen für mich vor allem, weil da ja Fachbegriffe herumfliegen, aber ich bin beeindruckt bzw. ist es schon bedrückend, dass die Menschen hier so wenig abgesichert sind und man bis ins hohe Alter arbeiten muss.

Dazu passt, dass Sabine mich auch auf den SZ Artikel hingewiesen hat…

http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/45737/Ein-Baby-bedeutet-kein-Job-und-keine-Versicherung

Ich habs gleich mit meiner amerikanischen Spaziergehfreundin besprochen, die sagt, ja das ist so. Mit viel Glück und unbezahltem Urlaub kannst du vielleicht 3 Monate pausieren und dann deine Eltern einspannen (sofern vorhanden) und dann vielleicht erst mit 6 Monaten das Kind abgeben. Und Alan, dessen Frau gerade das erste Kind erwartet, sagt ja eine gute Kinderbetreuung kostet  $ 30.000 im Jahr und eine Lehrerin verdient $ 50.000, da bleibt nicht so viel über. Weshalb sie jetzt auch den job gewechselt hat und mit ihm im Team arbeitet, um z.B. Kundinnen wie mich bei der Auswahl der Fliesen, der Farben, des interior design zu beraten, die Buchhaltung zu machen etc. und das Baby dabei haben zu können.

Hier gilt absolut, du bist deines Glückes Schmied und wenn es nicht klappt, dann hast du eben nicht hart genug gearbeitet. Sorry. Vielleicht führt ja der Trump die Sozial-Demokratie ein (ich weiß diese immer mehr zu schätzen!!!) wobei die politischen Systeme inn Europa wie z.B. in Schweden als kompletter Sozialismus aus USA Sicht angesehen werden.

Zur Aufheiterung noch ein Link: Ich habe sehr geschmunzelt und wenn es auch nicht mehr ganz so ist, meine Kinder kennen die ein oder andere Situation. Definitiv wurde ich schon von Ihnen dabei ertappt und gerügt, weil ich alles toaste was hier als Brot verkauf wird – lest bitte selbst:

http://germangirlinamerica.com/when-your-parents-are-german/

In diesem Sinne, immer schön lüften und die Fleischplatte auftischen. Fotos demnächst…

 

 

 

When pigs can fly!

Wo fange ich an? Ja, ich wollte vieeel regelmäßiger schreiben, ja, ich tue das wieder ab 15. März, warum? Einige wissen es schon: Wir haben im Überschwang ein Haus gekauft. Dabei dachte ich: Ein Haus in USA kaufen – when pigs can fly, also nie. Ich habe (innerlich) jedem den Vogel gezeigt, der mir das im Sommer 2015 vorgeschlagen hat und das waren ein paar. He, was? Nein wirklich nicht, wir sind doch nicht total bekloppt und ne, definitiv niemals. Mieten ist super. Ich erinnere mich noch heute an den Spruch eines Makler: Ja der Vermieter kann immer sagen: „We love you over the rainbow, but you have to move out.“ Und uns damit die Härte des amerikanischen Mietmarktes vor Augen führen wollte. Hier mietet man ja – wie vielleicht schon erwähnt – eher kurzfristig. Ein Jahr ist Standard,  6 Monate oder 2 Jahre gibts auch gelegentlich. Natürlich verlängern viele einfach Jahr für Jahr und unsere Vermieter hätten das auch noch ein, zweimal mitgemacht, aber uns schon darauf hingewiesen, dass die Miete erhöht wird.

Dann habe ich eine total nette Bekannte, die Maklerin ist und mich dann seit letztem Frühling „just for fun“ auf ihre Häusertouren mitgenommen hat, hier auf MI. Hier gibt es jeden Mittwoch „Open House“ für Makler und am Samstag „Open House“ für alle. Adresse, Preis etc. sind immer alles online gleich zu sehen und in ein open house gehen manche einfach so, mal so checken. Das hat auch mir viel Spaß gemacht – ich mag ja gerne fremde Häuser ankucken. Und ich habe ein Gefühl für den Markt entwickelt. Mhm, hört sich bisschen gespreizt an, ist aber so.

Der Markt hier ist so: Wenn Häuser gut „geprized“ (ich weiß die Mischmmasch wörter schleichen sich mittlerweile bei uns allen ein) sind und im mittleren bis unteren Preissegment liegen (also $ 600.000 bis $ 1.200.000), dann sind sie tw. innerhalb von 5 Std. wieder vom Markt und „pending“. Dann geht dieser Prozeß los, dass ein oder mehrere Interessenten ein Angebot gemacht haben, welches der Verkäufer entweder gleich annimmt oder es wird dann noch hin und her verhandelt. Also der Verkäufer hat ja seinen Wunschpreis schon in der Anzeige angegeben und meist kommt es zu einer „multiple offer situation“, also dass mehrer Leute sich gegenseitig überbieten möchten. Natürlich dauert der Prozess umso länger je teurer das Haus ist. (Bei einem 2 Mio Haus, ca 20 Tage, 4 Mio 4 Monate usw. bis es verkauft ist, ist ja ein kleinerer pool an Käufern. Aber dennoch höchst erstaunlich wie schnell hier entschieden wird) Die Seegrundstücke fangen bei 4 Mio an und man kann auch 20 Mio ausgeben. Der Paul Allan, Mitbegründer von Microsoft hat auf MI so ein Anwesen. Ein Haus wirdzu 99% über einen Makler verkauft und Menschen die Häuser kaufen wollen, haben auch einen persönlichen Makler des Vertrauens (realtor), der dann für sie mit dem anderen Makler verhandelt. Beide Makler werden am Ende vom Verkäufer bezahlt, so dass man als Käufer erstmal nicht so viele Gebühren hat. Beim Verkauf sind es zwischen 5 und 6 Prozent (für die Makler eben usw.). Hat man sich geeinigt gibt es ein paar Wochen später bis die Kredite fix gemacht wurden, die Eigentumsverhältnissse überprüft werden etc. einen „closing day“. Dazu kommt dann ein Notar in Haus. In unserem Fall im Jogginganzug und um 20.30 Uhr abends, damit auch alle Zeit zum Unterschreiben haben! Sehr erstaunlich. Und dann gehört dir die Bude oder zumindest zum Teil (das meiste gehört ja immer der Bank, nicht wahr)

Es gibt auch den Fall, dass Häuser zu lange auf dem Markt sind, weil zunächst overprized zum Beispiel und dann kann man auch runterhandeln, das haben wir gemacht und deshalb mussten wir auch nicht in 5 min entscheiden.

Ich habe lange nicht davon erzählt, weil es für uns auch sehr überraschend und durch eine Verkettung aller möglichen Umstände zustande kam und wir uns teilweise gar nicht sicher sind, ob es eine gute Idee war, da genau zwei Tage nach der Entscheidung für das Haus Trump gewählt wurde und der reißt ja neben allen möglichen Grundwerten sicherlich auch ein paar Unternehmen in den Abgrund, vielleicht auch wieder den Häusermarkt. Ansonsten stiegen und steigen die Hauspreise jährlich um 8 bis 12% im Raum Seattle. Unsere Miete wäre um 20% (in Worten zwanzig) erhöht worden, denn die Vermieter haben es dann natürlich wieder angeboten und wir hatten große Bedenken, ob überhaupt so schnell Nachmieter gefunden werden können, da wir ja theoretisch bis August (2 Jahres Vertrag) Miete hätten zahlen müssen. Aber hey, no problem, nach drei Besichtigungen wars neu vermietet und wir aus dem Vertrag entlassen. Und die neuen Mieter zahlen jetzt tatsächlich 20 % mehr als wir.

Das Gute ist, man kann Häuser hier (hopefully) auch ebenso ruckizucki wieder verkaufen. Und wir mussten unseren Kindern hoch und heilig versprechen, dass wir auf gar keinen Fall nur wegen eines Hauses jetzt für immer bleiben. Natürlich nicht. Höchstens ein, zwei Jährchen oder auch nicht.

Zum unserem neuen Haus: Viele Häuser hier sind älter und von einem Architekten namens „Ralph Anderson“ entworfen.

https://en.wikipedia.org/wiki/Ralph_Anderson_(architect)

Ein Seattler, der gerne die Natur in Haus holte mit viel Glas und Holz. So auch bei unserem Haus, bei dem wir uns den Mount Rainier in fast alle Zimmer holen – wie so ne Fototapete…

 

Das  Haus war recht gepflegt, aber es herrschten doch viele Braun-, Beige- und Grüntöne vor. Die Amerikaner im Nordwesten lieben es ja eher beige gedämpft. Ich sehe es jetzt schon nicht mehr so, aber die Häuser sind gestrichen in Rentnerjackenfarben. Ziemlich strange, auch die neuen Häuser. Außen, gut da sehe ich es ja nicht so, aber innen sollte es doch schon frischer sein.

Viele Stunden habe ich mit dem Maler diskutiert. Ein wirklich tolles Team fröhlicher Mexikaner, die einen grandiosen job gemacht und das Haus total verwandelt haben. Aber von weiß an den Wänden wollte der Chef nichts wissen. „It will look, like a hospital“ „Yes but, you know in Germany we like light walls, mostly white“ „Yes, but it still, will look like a hospital“ Ja ok, ich habe es verstanden. Dann habe ich zwischen 97 verschiedenen Weißgrauvanillebeigehell Tönen entscheiden müssen. „No Tino, thats too dark“ „No it is not dark, a lot of people like it and the white doors have to pop out, you know! I wanna show my work“ „Ok, but lets take the „Natural Choice, it is a big difference between white and this color“ „Only if we take double tint“ Und so weiter und so weiter. Ja am Ende haben wir jetzt ein cremeweiß,  eben „Natural Choice“ genannt und viele, viele „accent colors“ an einigen Wänden. Valentins Zimmer hat die Farbe eine Granny Smith Apfels, Sophies Zimmer ist bananengelb und das kann nur dauerhaft gute Laune bedeuten (in diesem Alter seeeehhhr wichtig) und das Gäste Arbeitszimmer ist wieder natural und beruhigendes babyblau – ein Traum. Im Badezimmer wiederum – ach sehts Euch selber an, ich schicke ein Fotos, wenn alles fertig ist.

Was ein „contractor“ ist und warum wir den am Ende auch noch brauchten, erzähle ich euch demnächst. Jetzt muss ich Kissen packen, wir ziehen nächste Woche um!!!

 

 

 

 

Wortschatzerweiterung – it’s true!

Was mir große Sorgen bereitet, Donald T. hat meinen Wortschatz erweitert. Also den aktiven. Er spricht ja so einfaches Englisch, das ist auch für Anfänger wirklich super zu verstehen – folgt eigentlich irgendjemand seinem Getwitter? Ich weiß gar nicht wie das geht, aber da kann man sich nochmal genauer ein Bild machen, wie er so funktioniert, wie schlicht er sich ausdrückt. Und weil er alles ständig wiederholt und ich jetzt auch noch all diese http://everysecondcounts.eu Filme ansehe, von denen manche ein bisschen wehtun und einige nicht wirklich für Kinder geeignet sind (einmal Lehrer immer Lehrer), brennen sich diese typischen expressions einfach ein. Neben dem Klassiker Niederlande, sind Schweiz und Bayern meiner Meinung nach sehr gelungen, Österreich und Deutschland sind da teilweise sehr grausig und a bisserl ordinär.

 

Für die wenigen unter Euch, die es noch nicht kennen…

Nun zu den (banalen) Ereignissen der letzten Woche, die sich aus der Trumpelperspektive ungefähr so gestalteten:

Last Sunday night – biggly blizzard over entire state – it was huge! Really bad, huge snowstorm. Monday morning – total desaster, its true. About 40 inches of snow, totaly covered – whole city shot down. Power outage! DANGER! Schools closed for the week, 100.000 people lost power! Kids unbelievable happy, like crazy, wonderful kids by the way. The best kids. People on Mercer Island, total loosers, didn’t drive to work, even important people couldn’t do it. Bad Germans cars could’nt do it. Its simple. Couldn’t do it. Every other tree fallen down, that is very, very, very bad. Bad weather, really bad. Kids built a lot of walls on the island and made the neighbor kids pay for it. Now everyone can see what a badly infrastucture we have – failed, total desater. Landslides everywhere – cities will not pay for it. It’s not even a real city, it’s a fake city, so true.

Das waren die alternativen Fakten, weil er es so ähnlich vielleicht wahrgenommen und trumpesk ausgedrückt hätte. Ich habe hier ca. 20 cm Schnee gesehen und es brach tatsächlich das Chaos aus, weil das hier ein absolut seltenes Schausspiel ist und so nach dem Motto, damals 2003, weißt du noch der Eissturm, da hatten wir auch eine Woche keinen Strom. Wir hatten 12 Stunden (tagsüber) keinen Strom und das ist im Winter begrenzt lustig, da auch die Heizung mit Strom funktioniert. Die Kinder hatten 2 tage schulfrei, jippih (müssen aber nachgeholt werden) und sind mit den Bobs und Schlitten (puh, doch nicht völlig umsonst über den Atlantik geschippert) die Straße runtergebrettert. Ja die Straße. Mercer Island hat ca. 1 Schneeräumfahrzeug, vielleicht teilen sie es auch mit Bellevue und da ja eh alles geschlossen war, hat es sich ganz gemächlich die Hauptstraße rauf und runterbewegt und wenn in Nebenstraßen Bäume im Weg lagen ist es, logisch, nicht reingefahren, warum auch. Am nächsten Tag was alles vereist und man kam die beiden Tage tatsächlich, wenn überhaupt nur mit dem 4-Wheeler oder Truck voran. Der Golf ist ganz wichtig aus der Garage gepflügt, bisschen um die Kurve geschlittert, auf der Stelle gefahren und dann wieder brav in die Garage zurückgerutscht. Der Audi hat es dann doch geschafft.

Aufwärmen konnten wir uns bei Freunden um die Ecke, denn obwohl viele Haushalte ohne Strom waren, manche 3 Tage und Nächte!, gab es einige Straßenzüge mit Strom. Es lag ja an den vielen umgestürzten Bäumen, die auf die Stromleitungen (sind nicht unter der Erde, nein) gefallen sind und Leitungen abegrissen haben. Abends wurden wir zum Essen eingeladen und dann kam auch schon die SMS von den Nachbarn, Strom wieder da. Ja, ein Abenteuer, so 20cm Schnee, die da einfach im Winter so runterdonnern. Apropos am Donnerstag hat es wirklich gedonnert und geblitzt und geschüttet wie aus Eimern, da gab es auch ein paar Erdrutsche auf der Insel. Soweit meine Wahrnehmung.

So, wonderful people out there – good nighty it’s true.

Maui first – und dicke Socken

Isn’t it f….. , ich meine freezing cold??? It is. Hier auf Mercer Island lag tagelang Schnee!!! Mindestens 1cm, ach was 1,5 cm, amazing. Aber die Kälte, hey minus 5, das sind plus 21 Fahrenheit, das sind gefühlt minus 21 für uns Shortsträger! Ja und die tragen ihre Shorts, Schnee und Eis, wurscht egal. Meine Schüler-Mütter, mit denen ich ja immer auch die kulturellen Unterschiede bespreche, haben mir genau erklärt warum das mit der Kälte hier so ein Problem ist. Denn ich so ganz unschuldig: Das ist doch jetzt mal richtig Winter und die Sonne scheint auch viel öfter, das geht nicht so aufs Gemüt, wie der Regen im letzten Winter usw. Und die Mütter dann: Nein, da ist uns der Regen lieber, dann ist es nicht so kalt. Ich meinte die schön pedikürten Füße sind ja nett, aber jetzt wäre ja eine gute Gelegenheit auch mal Socken zu tragen. Ich habe jetzt in diesem Winter doch meine Strumpfhosen und Wollsocken ausgegraben und trage sie mit großem Behagen. Aber nein, nicht so der Amerikaner…. Denn: DAS ENGT SO EIN. Ja, weißte bescheid, die Socken, vor allem so dicke Socken, die engen ein. Und im Land der Freiheit, da darf man nicht eingeent werden, auch nicht vom Socken. Die Kinder radeln deshalb auch ganz frei mit kurzen Hosen, gerne wird auch im T-Shirt gepokemon goed usw.

Auf die aktuellen politischen Geschichten gehe ich sicher demnächst ein, im Moment bin ich dazu, wegen Würgereiz und Panikatacken, noch nicht in Lage, deshalb heißt es jetzt

MAUI FIRST!

Das wars also zur aktuellen Wetterlage und ihren kulturell unterschiedlichen Auswirkungen und damit gleich zum eigentlichen Beitrag – das neue Jahr hat für uns ja sowieso nicht in klirrender Kälte und mit Socken begonnen, nein es begann 11 Stunden nach der deutschen Mitternacht, unter Palmen auf MAUI.

Maui nach Weihnachten ist dekadent, weil da viele, viele Amerikaner hinfliegen. So ähnlich wie die Dortmunder nach Sölden brausen, nur eben ins Warme. Nix gegen die Dortmunder, ist mir nur so eingefallen, weil ich da so ein paar Erinnerungen habe.

Es war unser erster Wintertrip in den Südpazifik und es war natürlich AMAZING. Ein perfekter Tag auf Maui sieht nach meiner 10 tägigen Erfahrung so aus:

Morgens – vom Meeresrauschen geweckt – auf zum Strand, Schnorchelbrille auf und zum Riff paddeln. Vom 24 Grad (celsius) warmen Salzwasser und der leichten Dünung auf und ab getragen, schaut man dann kleinen gepunkten Kugelfischen, quietschgelben Segelflossendoktorfischen (auf english yellow tang, um einiges kürzer nicht wahr?) und silbernen Seenadeln beim Frühstück und Morgenschwumm zu. Zwischendurch lässt man sich auf 2 bis 4 Meter absinken, (Vorsicht, Fett schwimmt immer oben, Absinken ist daher für manche leichter, für manche „more challenging“) um dann besser die Wale singen zu hören. Kein Witz. Ein fröhlicher Frühstückskellner hatte uns darauf hingewiesen und es stimmt. Ca. 15.000 Buckelwale kommen jeden Winter von Alaska nach Maui gewandert, um ihre „Kleinen Jungen“ zu bekommen. Besonders vor Maui, wo eine natürliche geschütze Bucht vor Lanai liegt, sind die Buckelwale während der Wintermonate. Man sieht sie atmen, springen und hört sie wirklich singen, wenn man den Kopf ein wenig unter Wasser hält. Da bekommt man direkt „goosebumps“, echt. Und wir sind tatsächliche auch schwimmenden Meeresschildkröten begegnet, also unter Wasser. Sehr, sehr schön!!!

Danach gibts erstmal Frühstück in der Sonne mit Ananas, Papaya und was die Insel sonst noch so hergibt und man kann dann wahlweise im warmen Sand sitzen, auf die Ostseite der Insel fahren und Surfer beobachten oder die Straße nach Hana abfahren. Hier findet man sich dann im Regenwald wieder. Wir haben unseren Ausflug ab der Hälfte der Strecke wieder abgebrochen, nicht wie man uns vorausgesagt hatte, weil es einem von uns übel wurde von den Serpentinen, nein weil wir einen Tag mit echt authentischem Regenwaldfeeling ausgewählt hatten. Nach der 17. einspurigen Brücke unter der Wasser Richtung Meer brodelte, das wir weges des Dunstes aber nicht sehen konnten, auch wenn es Luftlinie nur 500 m entfernt war, und nach dem dritten Schlammberglein dem wir auswichen, beschlossen wir doch lieber einen U-Turn zu machen und zurückzuschlingern. Schön war es trotzdem…

An einem anderen Strand konnten wir auch Windsurfer beobachten. Wir völlig fasziniert sprachen mit einem ergrauten Surfer, der wie ein junger Gott über die Wellen gesprungen war, ja heute sei ja auch ein easy day. Das seien 14jährige draußen, kein Problem, das seien ja keine Wellen. Und auch ein paar Profis, also der 3. auf der Weltrangliste, das sei der da mit dem gelben Segel…. mhm, auch schön.

Windsurfen und Surfen ist ja dort so ein ähnlich populärer Wintersport wie bei uns Skifahren. Die Kinder hier unten auf den Bildern waren alle unter 10 Jahre und haben sich in die Brandung geworfen als ob sie gerade am Babylift in Beuerberg runterbrettern.

An diesem Strand gab es auch sehr viele Turtles, die im Sand dösten sich dann neben den Surfen in den Wellen am Riff tummeln.

 

Abends gibt es dann gerne Fisch, in Form von Sushi oder catch of the day am Grill.

 

Es ist paradiesisch, aber auch wirklich sehr, sehr hochpreisig, um es mal euphemistisch auszudrücken.Wenn es zeitlich einzurichten ist, wählt man vielleicht doch besser ein, zwei Wochen vor oder nach den Weihnachtsferien oder überhaupt Feburar, März. Im Sommer ist es unwesentlich wärmer und es soll dann richtige „Schnäppchen“ geben. Viele hoppen auch auf mehrere Inseln, aber wir waren sehr zufrieden einfach 10 Tage am selben Ort zu sein, am Strand zu spazieren, zu schnorcheln, mit dem Buggy Bord zu schwimmen und abends 10 verschiedene kitschige Sonnenuntergänge, die trotzdem nie langweilig werden, zu beobachten und alles zu vergessen was auf dem Festland so los war.

Aloha!

 

 

 

Happy Holidays und literature

Ach, ich wollte doch so oft und sooo viel schreiben, dass ich jetzt endlich, endlich ohne Frust und sogar mit Vergnügen englische Literatur lese…

Dann war nach Thanksgiving sofort die Holiday Season mit all der Deko in der Nachbarschaft… Wir bekamen gerade noch rechtzeitig drei Wochen vor Weihnachten unseren Baum, waren auf diversen Christmas-, Hanukkah-, Nutcracker-Events…

dann kam Weihnachten – happy holidays by the way und schon ist das Jahr 2016 fast zu Ende.

Jetzt sitze ich hier mitten im Pazifik, die Wellen kommen und gehen, die Wale springen und bevor ich Euch mit Bildern von Sonnenuntergängen und Meeresbrandung und Palmen verwöhne (foltere) lasst mich meine Reflektion der „Middle School“ nach dem ersten Trimester noch einschieben:

Bislang habe ich neidvoll auf Sophie geblickt, die mich mittlerweile erstaunt ansieht, wenn ich frage „Liest du grade deutsch oder englisch?“ Oder Valentin, der sagt, „lass einfach“, wenn ich anbiete, ob man den Kinofilm evtl auch mit deutschen Untertiteln ansehen kann. Es ist den Kindern quasi wurst, ob sie deutsch oder englisch lesen, Filme sehen oder reden. OK, es wird alles nicht fluent-fluent sein, aber egal. Und wie gesagt auch ich nähere mich langsam langsam der Lesefreude auf englisch an.

Zum Thema Literatur für die Profi- und HobbypädagogInnen unter euch: Ich mache mir natürlich nach wie vor Gedanken, wie unsere Zwei dem deutschen (bayerischen) Schulsystem wieder folgen können und was sie hier alles nicht lernen müssen. Aber zwischenzeitlich habe ich das Gefühl sie lernen doch auch was. Sophie hat in Science gerade alles über Wellen im Bereich Schall, Licht und Wasser gelernt und uns eben erklärt warum wir einen Regenogen sehen und der Apfel rot ist.  Aber das haben wir ja auch mal gelernt, nicht wahr? Ist schon so lange her. Was aber höchst intensiv betrieben wird, ist „Language Arts“ gerne kombiniert mit „Social Studies“, zwei Fächer, die Sophie in der 6. Klasse jeden Tag hat. Sie hat, um das auch noch zu ergänzen, jetzt in der Middle School, sowieso jeden Tag „One“ Science, Language Arts, Maths, Social Studies, und Band (also Klarinette im Ensemble) sowie ein Trimester Health oder Sport oder Tech und an jedem Tag „Two“ die gleichen Fächer nur statt Band „Extended Core“, bei dem keiner so genau weiß was es ist, man redet halt über dies und das, so ne Art Ethik Stunde würde ich meinen.

In Language Arts müssen pro Trimester (!) ungefähr 10 Bücher aus verschiedenen Genres gelesen werden, (es gilt auch einmal ein Comic oder Märchenbuch), einmal im Monat muss eine „reading reflection“ über ein selbst gewähltes Buch geschrieben, abgegeben und der Klasse vorgestellt werden. Ab und an gibts dazu noch Klassenlektüre (die 10 Bücher liest man natürlich zu Hause) und die lesen dann alle gleichzeitig. Zum Beispiel: „The Giver“ , ein Jugendroman von Lois Lowry über eine zukünftige Gesellschaft, in der alles ganz klar geregelt und Jahreszeiten und Gefühle ausgeschalten sind. Dazu haben wir uns zu Hause das Movie gleich mal angesehen und die Schüler mussten sich in Gruppenarbeit auch Gesellschaftsformen ausdenken.

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Puh, gar nicht so ohne. Machen das die bayrischen 6. Klässler auch?

Sehe gerade, dass das Buch und der Film diese schöne deutsche Übersetzung haben:

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Dazu gibts dann noch weitere Romane, die sich Sophie gerade einverleibt:

Wie auch immer sie es anstellen, in Bezug auf Lesen….

They do a great job!

Melde mich demnächst aus Maui – ALOHA!

Thanks and give und 2 Österreicher auf dem ersten Platz

So, erstens jährt sich schon wieder was – Thanksgiving und vielleicht wird das ja jetzt irgendwann mal langweilig, ihr wisst schon über alles Bescheid und könnt auch ausmalen wie es für uns so läuft, oder?

Auf der anderen Seite, es gibt ja immer was Neues, nicht wahr 🙂

Dieses Thanksgiving waren wir nicht allein, sondern eine liebe, gaaaanz alte Sandkastenfreundin aus Salzburger Kleinkindertagen, kam mit ihrem Mann hierhergeflogen, unter anderem um den Seattle Marathon zu laufen! Ja auch im November kann man hier Urlaub machen, wenn ich auch zugeben muss, dass ich selbst mehrfach auf das – nennen wir es – etwas instabile Herbstwetter hingewiesen habe… Bei gemütlichem Dauerregen versuchten wir uns nach dem (tapferen, letzten) Lacrosse-Game des Söhnleins, die Snoqualmifalls anzusehen (ihr erinnert Euch).

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Wir mussten jedoch erst unter die Wasserdampgsprühwolke klettern, um sie zu erahnen.

Dann Thanksgiving week. Wir wieder Truthahn, mashed potatos, Cranberries and so on. Die Marathon Läufer sind  Vegetarier, so dass ich erfreulicherweise – thats America – auch einen tofurkey erwerben konnte…

Na, kaum ein Unterschied nicht wahr? Gibt bei uns auch schon einen  Tofu-Gänsebraten? Und Weizeneiweißschnitzerl? Diese erinnern mich geschmacklich an einen panierten Schirmpilz. Davon abgesehen habe ich natürlich, diverse lecker vegetarische Hauptgerichte kennengelernt.

Ansonsten habe ich passend zum Fest eine weitere kulinarische Leckerei entdeckt. Valentin ist ja recht aufgeschlossen und hat mich überzeugt dass man dies mal probieren muss und siehe da, I love it:

Mit Erdnussbutter gefüllte Laugenkissen (alles was hier salzigen Laugenteig hat wird „Pretzel“ genannt). Machen süchtig, bringe ich im Sommer mit, versprochen.

Nebenbei hoffen viele auf die Neuauszählung der Wahlergebnisse dreier Bundesstaaten – ihr habt es sicher gehört. VIelleicht habt ihr auch im Auslandsjournal auf ZDF diesen Bericht über ultrarechte weiße Amerikaner der „alt-right“ Bewegung, die gerne Ausrücke wie „Lügenpresse“ und „Hail Blubla“ angelehnt an deutsche Sprache verwendet und den Donald, der ja dagegen schon ein Mulit-Kulti Anhänger ist, mehr für ihre nationalistischen Ideen begeistern will. Quo vadis USA? Wie wir Lateinerinnen sagen.

Und Sonntag dann der SEATTLE MARATHON. Einer der hügeligsten Marathon Strecken mit einigen unangenehmen Steigungen – für mich ist es sowieso unvorstellbar wie man überhaupt so weit laufen kann, aber bitte – und dazu das Wetter. Glücklicherweise hat es erst die letzten 10 km angefangen und so kamen die beiden nach 3 Std und 36 bzw. 34 min ins Ziel neben der Spaceneedle gehopst. Ich war extrem erleicherte, dass sie überlebt haben, ich wäre nach 6 Std. 33 min vmtl. bei km 32 zusammengebrochen. Einige Teilnehmner sind dann in der Recover Area eben eingenickt oder weinend neben ratlosen Angehörigen zusammengesackt. Unsere tapferen Besucher haben statt dessen ihre Metall in die Kameras gehalten und haben es sich bei Dauerregen vor dem Kamin gemütlich gemacht, als wären sie eben von einem Hundespaziergang nach Hause gekommen.

Und als Ergebnis konnten beide die Landesmeisterschaft einfahren, denn sie waren die schnellsten Österreicher! (Es waren nicht ganz so viele Österreicher am Start 🙂 Morgen fliegen sie wieder nach Hause und wählen eben noch ihren neuen Bundespräsi, in der Hoffnung dass die Trumpeuphorie nicht auch noch die kleine Alpenrepublik überrollt.

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In diesem Sinne: Gut Nacht mein Heimatland!

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Bin ohne Worte, eigentlich…

Es fehlen Worte.

Nun also doch „orange is the new black“, nun also doch „grab her by p…“, nun also doch eine Mauer bauen, nun also doch Folter wieder einführen, nun also wieder white power, nun also „love uneducated people“, nun also goldene Wasserhähne.

Was für eine Wahlnacht! Ich wollte ja nichts mehr über die Wahl schreiben, aber das ist nach dieser Entscheidung etwas schwierig, also sorry falls ihr schon 10.000 Meldungen gelesen, Berichte anlysiert und Cartoons geteilt habt, ich muss berichten, wie es sich hier anlässt.

Also erstmal ging man davon aus, am Dienstag Abend so um 8 Uhr die ersten Ergebnisse zum Sieg von Hillary zu haben und als wir uns beim kleinen Japaner im Süden unserer Insel mal wieder ein paar Suhsirollen einverleibten, flimmerten dort die ersten Zahlen über den Bildschirm. Eine ältere Dame hielt sich da schon geschockt die Hand vor dem Mund und irgendwie sah die amerikanische Landkarte so sehr rot aus, aber hey, da waren ja zahllreiche Staaten noch laaange nicht ausgezählt. Also rasch das letzte Reisröllchen haps und los nach Hause. Dort live ins Wahlstudio, es liefen immer die States mit den jeweiligen Prozentzahlen vorbei und die Wahlmänneranzahl für die einzelnen Staaten wurde auch eingeblendet und dann alleine schon wegen dieser Farbdominanz wurde deutlich, das sieht ziemlich trumpy aus das Ganze. Also verd… das nein, aber das kann doch nicht wahr sein!!!

Mit offenen Mündern und zunehmend panisch saßen wir da, schickten irgendwann die Kinder ins Bett, trotz der Frage: „Also wird des jetzt die Hillary oder nicht?“ „Spatzi das wissen wir morgen früh, da schau mer mal, ist noch nicht so ganz klar.“ Sugar, sugar, sugar, das war sowas von klar ab 22 Uhr. Dazwischen nochmal hektisch auf die deutschen Sender, dort nur ein veraltetes Magazin mit jungen Amerikanern: „Ja da müsste er ja Florida gewinnen, nur dann hat er irgendeine Chance.“ Also zurück zum US Fernsehen,  Florida eindeutig von Trump gewonnen. OMG, was steht noch aus? Oregon, Washington, Alaska, Hawai, Pennsylvania… Ja super, Hawai für Hillary – 4 Wahlmänner, Pennsylvania für … Trump  – 20 Wahlmänner… usw. usw. irgendwann war klar, da kann man noch so oft schauen, wie die Frauen unter 21 und die Studenten kurz vor dem Abschluss und African Americans in Idaho gewählt hätten, Tatsache war das – ähnlich wie beim Brexit – super knapp aber letztlich einfach zu viele Wahlmänner, zu viele Amerikaner für Trump (auch wenn Hillary mehr Stimmen erhalten hat). Aus, vorbei.

Am nächsten Tag war gefühlt ein Trauertag: Leere, Fassungslosigkeit, hin und wieder schlicht große Traurigkeit und Ratlosigkeit unter den Leuten hier. Die Frage/Begrüßung „how are you?“ wurde allseits eher mit: „war schon mal besser“ beantwortet und dazu wurde dann wissend genickt. Man fühlte sich wie mit dem Hammer auf den Kopf gehauen.

Drei Tage später bilden sich solidarische Gruppen und werden E-Mails versendet in denen Mut gemacht wird. Man soll doch den Menschen in der Nachbarschaft, die einer Minderheit angehören, signalisieren, dass man nicht „trumpisiert“ und sie weiterhin willkommen sind. Außerdem werden jene, die sich jetzt mit einem „make America great again“ Shirt herauswagen (ja die gibts hier auch) ganz genau im Auge behalten. Man befürchtet jetzt sei Rassismus, Sexismus, Populismus Tür und Tor geöffnet und das macht Angst.

Nachdem ich das erste Treffen zwischen Trump und Obama angesehen habe und er da so wie der liebe Onkel neben Obama saß und sich tausendmal bedankt hat und auf einmal so ganz großen Respekt für die Arbeit hat und sich weiterhin beraten lassen möchte, da war mein ganz persönlicher Eindruck, dass der Donald vielleicht viel lieber weiterhin der „bad guy“, der alle schön beleidigen und bedrohen kann, geblieben wäre und upsi jetzt muss er auf einmal alles very, very great machen und den Weltfrieden herbeiführen – sofern die Länder das bezahlen schon klar – und ein paar Hoffnungen seiner Wähler erfüllen, das könnte vielleicht doch ein bisschen unvorbereitet auf ihn einprasseln. Sorry, Donald.

Hillary wäre eine professionelle, kompetente Präsidentin geworden, hätte aber sicher ständig Gegenwind gehabt und Veränderungen werden in diesem riesigen Land (big wheels turn slow) so oder so sehr langsam vorangetrieben, vielleicht ist die Opposition immerhin eine Möglichkeit Schlimmeres zu verhindern. Und das was vielleicht das einzig Positive aus dieser Wahl werden könnte, die Menschen reden, reden, reden, wollen gemeinsam überlegen, man ist wachsam und nimmt sich vor, genau hinzuhören und hinzuschauen, will hilfsbereit, hoffungsvoll und „divers“ leben.

Mehr fällt mir nicht ein, um Kommentare wird deshalb gebeten (ihr könnt mir auch mailen… )

Und schon wieder Halloween, Pumpkingfieber und Seattlewetter

Seit Wochen stehen schon wieder „pumpkinspiced things“ umanand. Also angefangen bei der süßen pumpkinspiced (ich kürze jetzt mit psp) Latte bei starbucks über psp Bier (brrrr) zum klassischen psp pumpkincake, psp Nüsse, psp Chips, psp Brot, psp Apfelsaft fehlt noch die psp Salami, aber das habe ich sicher nur übersehen. Das Pumpkin Fieber gipfelt am Montag in Halloween. Jetzt wo wir kapiert haben, dass das hier der Faschingersatz ist und man sich einfach irgendwie verkleidet und nur die Häuser und Speisen gruselig dekoriert werden, sind wir als Hippies und Dumbledor unterwegs. (Fotos demnächst) Und machen auch gleich eine Pre-trick-or-treat Party – nur ganz casual – für ein paar Mädchen bei uns. Wir haben uns noch nicht entschieden ob wir die „Cemetery Cookie“ Nachspeise anbieten oder das Knochenbrot backen, sicher jedoch gibts die putzigen Messermuffins mit blutrotem Icing und die niedliche Pumpkin-Variante für die Sensibleren. Dazu ein Getränk mit Eyeball Ice Cubes, alles was man eben so auftischt an Hallooween …

Da fällt mir noch ein: die schrecklichen Clowns kommen von der Idee her vielleicht aus USA, aber dank LOGO Nachrichten, wissen wir jetzt, dass irgendwelche Quatschtüten in Deutschland so erfundene Geschichten verbreiten und kaum einer einen solchen gesehen hat oder sind die im Münchner Umfeld tatsächlich gesichtet worden? War sogar im „heute journal“ Thema, Problem v.a. in NRW, alles sehr seltsam. Aber vielleicht ist ja nach Halloween der Spuk wieder vorbei.

Auch ein paar andere Events haben sich nun für uns wiederholt. Die beliebte „International Night“ und huch, so schnell sind wir die einzigen Deutschen an der Schule. Denn Hans Richter`s Dad sagt nur „schonen Abend“ und ist sowieso Amerikaner, die lieben Freunde mit den fünf Kindern wohnen im Norden unserer Insel und gehen jetzt auf die neue „Northwood“ Schule, und die anderen dt. Freunde  wegen neuer Sprengeleinteilung und Middle school, jetztauf Lakeridge und Middle School. Also dann, auf gehts: Bei Bavarian meats am Pike Market, 40 Landjäger zum Spezipreis bestellen  – wir Deutschen essen nun einmal vorwiegend sausage und Brezel. Poster basteln, ein paar bekannte Kinderbücher aufstellen, dank unserer gut sortieren King County library ist es kein Problem Ottfried Preußler, Erich Kästner oder Cornelia Funke auf deutsch zu leihen. Und schon ist der Tisch fertig. Obwohl die letzte Debatte lief, waren Viele (vermutlich nicht Wählend, da Legal Aliens) da. Ein nettes Fest, wirklich. Die Landjäger ist durchaus beliebt, natürlich auch die Gummibärchen. Und Funfrage: Ein beliebter dt. Fußballer, klar Thomas Mulla!

Dann gab es wieder die „All-Bands-night“ also die Halbzeit Performance beim Heimspiel der Highschool Football Mannschaft, wo Sophie jetzt nicht mehr in 5., nein im fortgeschrittenen Middle-School- Band-Program mitspielt. Engagierte Eltern oder so haben das Ganze schon auf youtube gestellt. Wer entdeckt unsere Klarinettistin vorletzte Reihe rechts, direkt vor dem unifomierten Highschooler ganz hinten? 🙂

Wahnsinn ist wirklich auch das nächste Stück, Can`t hold us… das sind aber nur noch Highschool Kids und bitte beachtet die Posaunen im Mittelteil…

Mehr videos unter „all band night Mercer Island 2016“ (wen es interessiert) da spielen 800 Kinder/Jugendliche mit, eine Sache die sie wirklich gut machen hier auf der Insel….

Ja und das Seattle Wetter – gefühlt hat der Regen dieses Jahr früher eingesetzt (Ich dachte wir hatten schon der nassesten Winter), aber da Regenfotos so schlecht rüberkommen und wir gelernt haben die Sonnenstunden immer zu nutzen hier ein paar Impressionen…

In diesem Sinne genießt das letzte Oktoberwochenende und bis bald – Booh!

Bad language

Tatsächlich weiß ich gar nicht was ich dazu sagen soll. Also Sonntag – nach einem  alternativen Strandhotelaufenthalt mit unserem Besuch in Long Beach, gerade noch im State Washington mit Abstecher nach Astoria (Oregon) alles bisschen grau in grau, aber trotzdem schön –

 

– wieder alle vor dem TV versammelt und Donald und Hillary kucken. Ich weiß gar nicht was schlimmer war, diese Debatte oder die Kommetare der Donald Anhänger, die das super fanden wie er den ganzen Clinton Clan abgewatscht hat, hehe. ??? Er war für die der ganz klare Gewinner des Abends und er hat zu allen wichtigen Themen was Essentielles gesagt. Syrien z.B. , also mit Trump hätte es das ganze Desaster gar nicht erst gegeben, alle möglichen Szenarien, die Obama und Clinton quasi erst möglich gemacht haben, wären bei ihm erst gar nicht passiert. Kurz zusammengefasst, er hätte den Weltfrieden schon längst geschlossen und Hillary wäre im Gefängnis. Und – ganz wichtig – er ist überhaupt ein großer Freund aller Menschen und auch Frauen. Das bisschen Dahergerede vor ein paar Jahren – kommt Jungs – das passiert uns doch allen Mal in der Umkleide, im Bus, hoppala, da sind mir schon wieder ein paar Floskeln bad language rausgerutscht, und da ist man auch nicht so stolz drauf – na dann passt es wieder, gell?

No consensus on who won debate, but many agree: All Americans lost!

Hießt es dazu nur in der Seattle Times.

Der Liebling der Amerikaner bzw Medien, ist der lustige Mann im roten Pullover aus dem Publikum, aber ansonsten war der Abend ein einziges Grauen. Nach und nach spingen zwar die promenten Trump-Anhänger ab, aber da sind noch so viele anonyme Fans, die jetzt erst recht zu ihrem Donald stehen. Es bleibt leider immer noch offen.

Zudem habe ich die ZDF Info Dokumention über Rassismus in den USA gesehen – und erneut den Film Mississippi Burning aus den 80ern, der ja auf Tatsachen basiert – und es hat sich eigentlich nur oberflächlich bzw. auf dem Papier viel geändert. Der einzige Afroamerikaner, den ich auf Mercer Island getroffen habe, ist der Mann von Valentins neuer Lehrerin, der uns mit „Ah Munich, bist du Bayern Muncken Fan, oder?“ begrüßt hat – sie haben drei Jahre in Heidelberg gelebt (and we loved it) – und die Lehrerin schreibt jetzt immer biligungale Kommentare auf Hausis und Proben (Super! Great!). Aber leider ist die Stimmung im Pacific Northwest leider nicht übertragbar auf den großen, großen Rest der USA. Pooja eine Nachbarin und Mutter eines Klassenkameraden sagte nur zur Debatte: I couldn´t listen to him anymore. I switched off and said – kids, lets get some icecream, it was soooooo frustrating and embarrassing…

Warum noch mal rasch make America great again?

Also der Wah(nsinn)lkampf geht in eine neue Runde. Gestern die erste Fernsehdebatte. Wir saßen wie 100.000.000 Amerikaner vor einem Bildschirm (es gab auch Public Viewing  – Fußball WM nichts dagegen) und hörten uns ganz unvoreingenommen die beiden Kandidaten an. Nun, nach ca 3 Min war es mit der Unvoreingenommenheit dann endgültig vorbei, vielleicht war sie auch nur geheuchelt. Zwischendurch kurzer Spaziergang mit Sohn und Hund, gespenstisch – kaum jemand auf den Straßen.  Also wenn die DEN wählen (ich trau mich nach dem Film „SNOWDEN“ sowieso nichts Konkretes mehr zu schreiben und bitte klebt Eure Kameras an PC und Handys zu!!!!) also wenn die DEN T Rum P wirklich wählen, dann gute Nacht. Erstmal verhält es sich so, dass die bösen Länder rund um USA, also eigentlich alle, nicht dafür zahlen, dass der große Bruder sie so beschützt, da will er dann auch nicht mehr so viel Geld ausgeben für diesen bösen, kleinen, dummen Länder – gibt’s das nicht auch bei der Mafia, Schutzgelderpressung??? Dafür will er Flughäfen etc. wieder great machen, gell, denn es ist ja wie wenn man im einem „third world country“ landet (Ich dachte diesen Bergriff gibts so nicht mehr, aber bitte) in so desolatem Zustand sind die Flughäfen in USA. Na egal, und wenn die Hillary ihre E-Mails veröffentlicht, dann macht er seine Steuerzahlungen auch öffentlich usw.  Natürlich mag die Hillary auch keiner, aber die hat wenigstens eine Ahnung, was dann so auf sie und die USA an Aufgaben zukommt. Er ist dann noch ziemlich auf ihrer nicht vorhandenden „stamina“ herumgeritten, was ich erstmal nachschauen musste. Kann mit Ausdauer oder aber Stehvermögen übersetzt werden, war klar. Er hat überhaupt seine inhaltslosen Phrasen mehrfach wiederholt, sonst hätte er die Redezeit vermutlich gar nicht füllen können. „I just don’t believe she has the presidential look“ und später „She doesn’t have the look, she doesn’t have the stamina, I said she doesn’t have the stamina, and I don’t believe she does have the stamina.“ Genau.

trump_and_clinton

Aber da hat sie ganz nett gekontert, dass er mal 112 Länder besuchen und die ein oder andere Rede halten soll, dann kann er gerne nochmal mit seiner Ausdauer daherkommen. „As soon as he travels to 112 countries and negotiates a peace deal, a cease fire, a realease of dissidents, an opening of new opportunities in nations around the world, or even spends 11 hours testifying in front of congressional committee he can talk to me about stamina.“

Allein die Konzentration, jede Antwort und jedes Statement in eine Minirede zu verwandeln, ist eine Fähigkeit, die jetzt nicht unbedingt bei jedem so ausgesprägt ist. Mehr dazu sagen und schreiben sicherlich sehr viele schlaue Journalisten, das war jetzt wieder nur eben ein sponti blogg.

Und um mit der Überschrift und ein paar netten Impressionen abzuschließen. Am Grand Canyon zu stehen gibt einem wieder die Bodenhaftung – wie klein und unbedeutend wir kleinen Menschenwürstchen doch sind… Ameisen am Grand Canyon, geviertelte Einzeller im Universum.

Ich bin wirklich kein Patriot, aber wenn du kreuz und quer in diesem Land herumfährst, wie ich in den letzten 12 Monaten durfte, dann muss ich schon sagen also great im Sinne von groß, ist diese Land schon lange bevor ein Europäer hier sein plumpen Fuß draufgesetzt hat und teilweise ist die Größe noch spürbar.

Arizona und Las Vegas…

 

Und zu letzt gestern Abend  „zu Hause“ bei uns… gute Nacht liebe Europäer!

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