Idioms…

Wie Ihr sicher wisst – es werden im Englischen, wie auch im Deutschen gerne idioms verwendet – also Redewendungen, die man nicht so eins zu eins übersetzen kann. Ich bin ja keine Sprachwissenschaftlerin – aber habe jetzt verstanden, ich kommeunder all pig da nicht drum rum, diese auch ein wenig zu lernen. Nicht dass ich dann lotharmatthäend „again what learned“ „nice corner here“ sage oder wie meine lieben Kolleginnen mir zum Abschied mitgaben:

However. Das Gute ist, ich habe ja Kontakt zu einem herausragenden Sprachwissenschaftler und Namenserfinder – Werner Brandl. Und ich erinnere mich wie wir am Königsplatz in München  – mei des is ja scho gar niIMAG0636mmer wahr – mit einem Studi aus Portland saßen (er hat sehr laut geschmatzt beim Essen) und er hat dich unterstützt Werner, beim Schreiben deines Buchs – ja das muss man schon erwähnen. Und wer schmöckert gerne darin – natürlich ich, denn es besteht ja nur aus idioms. IMAG0637Vielleicht könnte man mit einer leicht veränderten Aufmachung und etwas peppigeren Illustrationen sogar einen Bestseller oder zumindest Standardlektüre für Auswanderer machen???

In meinen Conversation Lessons müssen wir uns gegenseitig jeweils ein idiom vorstellen. Wir  haben auch schon gelernt „it is a piece of cake“ and „it costs me an arm and a leg“ – grübelt mal schön.

Meine Frage an Euch Sprachwissenschaftler und Englischlehrerinnen: Benutzt man wirklich all diese idioms so häufig? Merke ich in meiner Muttersprache vielleicht gar nicht wie viele ich davon verwende? In Österreich werden ja auch gerne idioms verwendet, z.B. von meinem Onkel Kurti: „I bin do ned deppat und steh do wia a pik simma und woat auf eich“ („da stehen wie ein Pik 7er“ bedeutet lange auf jemanden warten und sich dabei doof vorkommen) oder allgemein von Österreichern verwendet: „Bist du deppat!!“ ( = Bist du bescheuert!! bedeutet: Wirklich???)

Ich schweife wieder ab. Also Frage: Sind diese idioms – z.B. auch die in dem Buch zeitgemäß? Ändern die sich? Gibts welche, die nur Engländer verwenden, nur Texaner, nur Seattler??? Ich möchte es halt ganz genau wissen :-).

So im Groben verstehe ich schon alle, aber es gibt ja auch die Feinheiten. Eine Sache ist auch diese social security number hier. Ich habs noch nicht ganz kapiert. Es heißt nö, die braucht man nicht. Die bekommt man auch nur in Kombination mit der Arbeitserlaubnis. Gut soweit. Ich will ja erstmal pausieren. So dann in der ersten Klamottenladenkette wiedermal super advantage Karte angetragen bekommen. Oh, sorry you need a social security number (ssn). Gut, dann nicht. Nächste Gelegenheit. Ich ca. 5 Std. im Musikladen, um das Prinzip rent and buy or not Prinzip für Sophies Klarinette zu kapieren und dem Klarinettisten zuzuhören, wie er die Instrument nochmal durchcheckt. Dann o.k. nehm mer die Jupiter… Oh, da brauch mer aber die ssn. So dann muss ich immer meinen husband anrufen, wenn er überhaupt in der Stadt ist, kommt er dann angefahren und löst mich aus, quasi. Und das hat es dann zum Überlaufen gebracht, das Fass (idiom) : Ich kann nicht Volunteer sein an der Schule ohne ssn… So es reicht. Her mir der Arbeitsgenehmigung, dem drivers license (krieg ich sonst auch nicht, ist auf Dauer ungünstig). Mal sehen wie lange es dauert, aber dann fühle ich mich wieder vollwertig.

Kurzer Exkurs zum Führerschein: Lustigerweise ist es in jedem State anders, welche „Ausländer“, „Einwanderer“ nochmal eine Prüfung machen müssen und welche nicht. Hier im State Washington ist es so, dass alle eine Püfung für einen lokalen drivers license machen müssen außer Menschen mit Führerschein aus :

A valid license from:

  • Another U.S. state
    • District of Columbia
    • U.S. Territory or possession
    • U.S. Department of State
  • British Columbia
  • Germany
  • South Korea
  • Taiwan

Flag

So it will be a breeze for me to get the license…. 🙂

Nature

So vorweg: Ich puste ja meine Erlebnisse so in den Kosmos hinein gell, ich weiß ja nicht wer oder wer nicht das hier alles so liest – aber jeder ist willkommen (färbt scho ab, färbt scho ab) Ich stelle fest – und vermute – gar nicht nur ein paar enge Freunde (Irmi hat schon zugegeben es ist immer viel los und sie skype lieber – ist ja auch völlig in Ordnung) lesen, sondern liebe Kolleginnen aus Kindergärten, anderen Schulen … Ich freu mich über alle Rückmeldungen und dass es Freude macht hier was zu lesen!!!

Jetzt naturIMAG0530e: Ich schau immer wieder mal auf den Globus und meinte eigentlich Seattle liegt vom Breitengrad her gesehen auf Höhe Bodensee. Aber klimatisch haut das irgendwie nicht so hin und so wie hier Herbst und Winter beschrieben werden, sind das eher südschwedische Lichtverhältnisse. Wir werden es ja sehen. Ich fang mal ganz aktuell an – heute REGEN (endlich mal, es sPioneer 9-25-2oll ja scheinbar IMMER regnen hier – bislang war es eher weniger als bei uns und wenn dann nur so Schauer – und dann reißt es wieder auf) und ich mit Bella ab in den Regenwald. Heute extrem früh (7.10 Uhr) aufgestanden, weil Sophie ihre erste „Bandprobe“ hatte und von einer anderen Mom abgeholt wurde, die mir auch zurief: „Its soooo early“ „Yes, yes“ (Sophie hätte bei uns in Pöcking um 7.10 die S-Bahn nehmen müssen – jeden Tag, das ist ja der eigentliche Auswanderungsgrund)

So also ValPioneer Park 9-25i um 9.00 abgesetzt und dann in den Regenwald – PioneerPark. Obwohl es mitten auf der Insel ist und von Straßen in drei Quadrate aufgeteilt, ein wilder Park. Überall Farne, bemoste Bäume, riesige rote Zedern… Unbekannte Vogelstimmen – Zeiserl sinds keine – graue Eichhörnderl, die aber jetzt wie bei uns im September total ungebremst mit viel zur großen Nüssen im Maul über uns herumbalancieren und etwas Hektik verbreiten. Bella glaubt immer noch, das wäre evtl. 2. Frühstück.

Dann Rückblick – letzten Sonntag – nur eine halbe Autostunde von uns entfernt – zu den Snoqualmi Falls (toller Name!). Das ist im Wesentlichen ein sehr großer und beeindruckender Wasserfall, den schon die Indianer als heilige Stätte verehrten. Im Fluß unterhalb laichen Lachse, es soll auch Schwarzbären, Cougars (Silberlöwen, Pumas) Wölfe geben… Habe gerade gelesen, dass Cougar gerne als Slang für … Ach lest selbst – weißte Bescheid. Sind wir nicht Mädels, schon allein altermäßig kommen wir da gar nicht hin! „Nature“ weiterlesen

School and Enrichment…

So, nachdem wohl mein letzter Beitrag irgendwie nicht zu öffnen ist – war auch eine „Seite“ und kein „Beitrag“ – bin ja auch Anfänger… schreib ich jetzt zum Schulsystem noch ein bisschen was für uns (Hobby)-Pädagogen – Eltern und Kolleginnen:

Also es scheint schon so als hätten wir mit unserem schooldistrict das große Los gezogen – Mercer Island ist schon eine gute Gegend und hier in USA ist es ja so, dass die Hausbesitzer jedes Jahr so eine Art Grundsteuer zahlen, die dann zum großen Teil in die Schulen fließt – also je größer und besser die Häuser, desto besser die Schulen… Wie bei uns in Bayern: Deshalb gehen ja auch im Landkreis Starnberg 95% der Kinder aufs Gymnasium, weil die Häuser so schön, die Schulen so gut und die Kinder deshalb so besonders schlau sind 🙂

Hier sind allerdings dafür auch noch zusätzlich zur Schulausstattung die Eltern sehr gefragt mit Zeit und Donation… Also hier eine Spende für den Elternbeirat (empfohlen werden so 475 $ pro Kind und Schuljahr), dort noch für die Gruppe der Jahrbuchmacher und dann noch 25 $ für Buch mit Adressen von allen Kindern… Dann die Materialien etc. also so 550 $ / Kind wenn man alles erstmal wie empfohlen zahlt – und schon ist man dabei. Aber natürlich freiwillig.

Allerdings gibt es z.B. für die 5th Grader ein Musikprogramm – wo sie ein Band- oder Orchesterintrument lernen (Gruppenunterricht) und noch einmal die Woche eine Bandprobe haben. Das ganze ist dann vor der Schule (also um 8.10 Uhr :). Man kann vom Kindergarten an eine Computer-Programmiergruppe besuchen (für die kleinen Nerds der Zukunft). Dann kann man auch klassisch (aber wieder vor der Schule) den Schulchor besuchen oder auch eine Gruppe in der man Probleme in der Kleingruppe zu lösen versucht:

DESTINATION IMAGINATION 2015-2016

 This is an international creative problem solving program. Your child would be on a team with six other students and the team would select one of five challenges to solve over a five month period. Please go to idodi.org to learn more about this program.

         If you have not had any children participate in DI within the past two years you must attend one of the following parent meetings. If you have participated recently you are warmly invited to also attend. If your child has participated recently please email me if your child wishes to continue this year. Our application for this season will be due on Fri. Sept. 25. There will be a meeting on Monday Sept. 14 and one on Wed. Sept. 23. Both will be held at West Mercer and begin at 7:00 pm. Attending one of these meetings will answer all of your questions. I hope to see you soon.

Irgendwie schon recht anspruchsvoll. Wir werden erstmal Band testen… Und dann die vielen „new families coffee“, „ice-cream-social“, „new-ELL-families“ – Bingo-Night, international night… Also man kann quasi bis Weihnachten jede Woche irgendjemand an der Schule treffen…

Elternbeirat arbeitet sehr geschickt: „Hier lernt Ihr Freunde fürs Leben kennen – wir brauchen Euch – es gibt so viel zu tun – wir wollen doch, dass die Schule weiterhin auf diesem hohen Niveau weiterarbeiten kann… hier sind die Listen.“

Es ist auch insgesamt diese Art mit den Kindern zu sprechen. Als Sophie jetzt zwei Tage krank war, bin ich an die Schule, um Hausi oder Infos mitzunehmen und während mir die Lehrerin – sehr ausführlich und genau wie und was erklärt hat (ich lerne durch das Thema der Wasserkreislauf auch alle für mich relevanten Wörter wie Evaporation, Condensation and Transpiration etc.) – kamen immer wieder Kinder zur Lehrerin und sie hat sie mit Sätzen wie „Put the sheet on my desk, honey“ oder „Did you finish your maths-work, sweetheart?“ Hey und das klingt jetzt komisch, aber da fühl ich mich zunächst schon mal nicht so unwohl. Gut, für die amerikanischen Kids ist das Alltag und die hören das gar nicht mehr, aber meine Zwei, sind ja erstmal meinen rauhen Ton gewohnt (Biggi, ich wart nur drauf, dass sie mich German Witch nennen und das wird nicht Halloween sein:-) und auch in der Schule wurden sie bisher nicht Honig oder Süßherz genannt… Die zwei kommen natürlich voll zufrieden nach Hause und Vali meinte locker, Also ich hab mich schon oft gemeldet in Mathe und so die nimmt mich auch immer dran.

Ja es ist ganz wunderbar, bis jetzt. Aber wie gesagt, hier ist das ganz normal, dass man aus Frankreich, Korea, Israel oder Japan mal eben einwandert…. Siehe Brief unserer lieben ELL Lehrerin:

Greetings!
All the kids are off to a great start this week! Below is a quick profile of our ELL students.
47 ELL students at Island Park (29 continuing, 12 kindergartners, 6 new students in grades 1-5)
12 different languages spoken (Mandarin, Korean, Japanese, Vietnamese, Cantonese, Russian, Hebrew, French, German, Dutch, Spanish and Malayalam)
Seid auch von mir ganz herzlich gegrüßt!
Gute Nacht Ihr Honigs und Süßherzen!
Julie

Warm Welcome…

Also ich habe schon kurz überlegt, ob ich gar nicht mehr weiterschreibe, denn ich kenn jetzt schon soooo viele Menschen hier, dass ich Euch im Grunde… NEIN, natürlich nicht – es ist nur sehr viel los gewesen die letzten Tage.

Am Wochenende: Housewarming mit den Neighbors (Ihr merkt es – es geht total voran fremdsprachlich). Alle waren sie da. Der Less, die Robin (beliebter Frauenname), die Tana (benannt nach einem Fluss in Kenia…), der Kourt, usw. Viele haben europäische Wurzeln (Italien, Norwegen) Also Namen ist schon so eine Sache, ich glaube es gibt hier viele ungewöhnlich Vornamen und Valentin gehört hier definitiv auch dazu 🙂 zumindest für einen Jungen. Und Smalltalk können die ja alle – denen fällt immer irgendwas ein – da kann ich mir eine Scheibe abschneiden. Und natürlich ist alles great (Haus), wonderful (Familie), delicious (Suppe).  Unsere Kinder dürfen jetzt ganz offiziell das Trampolin der Nachbarn nutzen (So nice, that you were asking – they are more than welcome).

Das leitet schon über zum nächsten: Also ich bin ja viel unterwegs gewesen in Wäldern und am See usw. bei uns im schönen Bayern und man trifft viele Menschen und Hunde, einige grüßt man oder spricht mit ihnen. Aber niemals, nie, niemals wurde ich bei einer ersten Begegnung nach meiner Telefonnumer gefragt oder Kontaktdaten oder so. Hier: TÄGLICH!!! Beste Begegnung dieser Art: Schon beim Housewarming hieß es – ja in dem Pioneer-Park (Hundepark) trifft jeder Ulrika, eine Schwedin, sie ist eine gute Freundin, ihr Hund ist öfter bei uns… und jeder kennt den Hund und Ulrika auf der ganzen Südhälfte. Ich also Sonntag im Park – spricht mich eine super symptische, 10 Jahre ältere Version von Prinzessin Viktoria von Schweden an – what a gorgeous dog – are you new? Ja und wer war es – Ulrika. Sofort sollte ich eine Runde mit ihr laufen und sie erzählte, dass sie mit zwei Kindern und ihrem Mann für drei Jahre hierhergezogen ist – dabei wollten sie gar nicht weg aus Schweden – und jetzt sind sie schon acht Jahre hier!! Und ich musste versprechen, sie anzurufen, wann auch immer . Sie weiß genau wie es mir gehe… Eins ihrer Kind habe nach zwei Tagen nicht mehr in die Schule gewollt – hat ja auch nichts verstanden – und als sie weinend vor der Schule stand hat sie gleich jemanden kennengerlent usw. Also einfach mal zum was vorweinen anrufen. Und natürlich bitte Telefonnummer…. Gestern – zwei andere Spaziergängerinnen: Ich bin Englischlehrerin und reise oft nach Europa – gib mir doch deine Kontakdaten und wenn Du Fragen hast – rufe mich an! Hier gibts in der Bücherei Konversationsrunden – geh doch hin.. Kennst Du die Bücherei noch nicht – you have to go there!!

Ja und dann war gestern der ERSTE SCHULTAG!!!

Wir waren alle sehr aufgeregt und sind um 8.50 Uhr (so super, Schule beginnt um 9.10 YES!) losgebraust – 50 m, dSophie 1ann standen wir im Stau, weil JEDER sein Kind gestern gefahren hat. Haben dann auf dem Lehrerparkplatz geparkt (immer gleich einen guten Eindruck hinterlassen) und sindSophie 2 reingestürmt  – Sophie blass und tapfer rein ins abslolute Nichtsverstehen – und Bussi. Valentin lächelt noch kurz in die Kamera, dann wird es ihm doch ganz arg und still greift er meinen Arm und ein paar Tränchen rollen ihm übers Gesicht. Mist, Mist, Mist – also schluck noch kurz den Kindern am Tisch erzählt: „Its because he does not understand – we are from Germany“ Ein Junge (Name HANS!) Oh, Germany, I thVali 1ink my father can speak a little german… Das tröstet Vali nicht wirklich. Aber dann kommt schon Miss Kimm vom ELL-Programm und zeigt uns die Übersetzungsapp auf dem I-Pad, das Vali zur ValiVerfügung steht. Man kann sogar mit den Fingern schreiben… Und als ihm sage, dass er schon um 10.15 Pause hat und bis dahin einfach auf dem Pad alles eintippen soll, was er will – kann ich gehen.

Elterncafe: Viele, viele Eltern, fast ebensoviele Tische, wo man sich in Listen eintragen kann, um irgendwelche Events zu unterstützen. Treffe zum Glück Selma und sie erklärt nochmal rasch wie das hier funktioniert. Ich trage mich dann brav für die INTERNATIONAL NIGHT ein, wir machen dann einen deutschen Tisch – war ja klar 🙂 Der Principal – ein kleiner Mrs Hofmann stellt sich nochmal vor.

Er ist es auch, der uns am Ende des Tages (15.30 Uhr) nochmal auf dem Weg zum Auto fragt, wie der erste Tag war und sagt – er sagt es: We are so happy to have YOUR WONDERFUL KIDS in our School – also er sagt das vermutlich zu jedem, schon klar – trotzdem Eltern: Habt Ihr das in einer öffentlichen, deutschen Schule von Eurem Schulleiter am ersten Tag am Parkplatz gehört???? Also vielleicht hab ich es überhört oder meine Rabauken wollte eben keine so gerne haben – aber ich hab es noch nie gehört. Das macht schon so bissi gute Stimmung. Insgesamt diese – wenn auch vordergründig – ausgesuchte Höflichkeit ist schon irgendwie angenehm. Vielleicht ändert sich das ja noch, aber bis jetzt ist es ziemlich super, dass z.B. jedes Auto hält, wenn Du eine Straße mit Kindern (oder ohne) überqueren möchtest – dass ältere Herren die Türe zum Cafe aufhalten und sagen „Its a pleasure“, oder?

Warm regards – Julia

Zweite Wochenmitte…

Nach Euren zahllosen postitven Rückmeldungen, o.k. 5 :-), nutze ich die Zeit und werde mal wieder nicht staubsaugen, sondern weiter berichten. Dafür, Manni, wird dann nicht mehr in Champagnerlaune geskypt, sonst heißt es wieder: „Hey schau, was da alles rumliegt – wie bei uns.“ …oder so. Gell, entweder ich konzentriere mich hier aufs Schreiben oder aufs Aufräumen. Nein, Aufräumen kommt gleich, denn wir wollen ein kleines Housewarming machen am Wochenende. Sie scheinen nämlich alle recht nett zu sein hier, die NACHBARN:

Wurde schon von zahlreichen Nachbarn angesprochen – hey, you are new! I´m Less, it`s a great place to live. What brought you guys here… oder so ähnlich. Leider bin ich noch nicht in der Lage alles so geschliffen wiederzugeben. Auch wenn höfliche Amerikaner mein Englisch als „brillant“ bezeichnen (Verena du warst dabei), hab ich schon das Gefühl das noch ein bisschen zulegen zu müssen. Und bin auch schon im Bellevue College für  Lessons:  Conversation 2 angemeldet. Juppi. Also Nachbarn sprechen einen sofort an, wollen ziemlich viel wissen, haben alle zwei bis fünf Kinder oder Hunde- Die Kinder sind ebenso direkt und lustig und stellen sich gerne mir ihrer Klassenstufe vor: Hi, I`m Nora, I´m a Firstgrader. This is Rachel, she`s a 5th Grader. O.k.

HUNDE:

Überall Leinenpflicht! Das wusste ich ja, aber zum Glück gibt es neben den Off-leash-Parks auch den ein Pionieer Parkoder anderen Wald auf der Insel, in dem Hunde auch einfach so rumrennen dürfen. Ist nämlich für unsere verwöhnte Sisischloßparkherumspringerin recht doof nur an der Leine zu spazieren (und für mich erst). Die Hunde hier scheinen noch weniger erzogen, vielleicht deshalb Leinenpflicht und sind meist recht übergewichtig, v.a. die Labbis. Unser Grundstück ist nicht eingezäunt und die Vermieter wünschen nur einen „invisibel fence“ also einen Zaun, der dem Hund einen (kleinen) elektrischen Schlag versetzt, sobald er sich über bestimmte unsichtbare Grenzen begibt. Ich bin nich wirklich überzeugt, ob das für unsere Süße Eulenalarmder richtige Zaun ist. Die Übergänge zum Nachbarn sind fließend. Auf meine Frage wo denn das Grundstück endet hieß es nur  – ja da im Gebüsch (ist 4m breite Zone). Wir werden sehen wie wir das lösen, bis jetzt mit Hilfe einer Wäscheleine, nur verheddert sich Bella bei ihren ausgieben Schnüffelaktivitäten nach 4 min im Gebüsch und bellt um Befreiung.

DEUTSCHE:

Gestern Erstkontakt mit Deutschen – ja und ich habe am Ende vorgeschlagen, ob wir nicht mal einen deutschen Abend machen – klingt total bescheuert, oder? Und dann hieß es: Wir machen sowieso eine kleines Oktoberfest am 3.10. in unsere Hütte in den Bergen, kommt doch auch. O.k. Also gar nicht so verkehrt, so ein deutscher Abend fern der Heimat. Also das Treffen war sehr, sehr nett. Ja, das Wasser schmeckt nach Chlor, ich bilde mir das nicht ein. Ja, es war ein Supertipp das Haus vor dem Umzug zu finden und nicht 3 Monate mit 4 kleinen Kindern und Hund im zwei Zimmerappartment downtwown zu leben und dann erst was zu suchen (Danke Simone! „Wenn du da Pfingsten bist, machst du kein sightseeing, kein shopping, nichts nur HAUSSUCHE!!!“) und es ist ein Kommen und Gehen, nach zwei Jahren, nach fünf Jahren. Eine gewisse Sehnsucht nach Berlin/Hamburg war schon spürbar, aber gut eine Familie lebt jetzt 13 Jahre hier. Die Kinder sind hier geboren und sprechen lieber englisch mit den Eltern als deutsch. Da sind wir noch weit entfernt!

SCHULE:

Gestern wurden die Lehrer verkündet und eine Lehrerin hat sofort ausführlich geschrieben, wie sehr sie sich freut und was sie alles machen in der 5. usw. Und Superservice: Wir müssen nicht mit einer Liste herumrennen und 3 Bleistift HB,  Hefte Lineatur xy, mit umlaufenden Rand und apfelgrüner Hülle usw. besorgen, nein, beide Kinder bekommen – wie alle Kinder – eine Box mit allen Materialien und dann zahlt man es – und alle haben das Richtige. Ich bin schon mit den three items, die ich besorgen soll durchaus gefordert: A3 Ring Zipper binder? spiral notebook, wide-ruled? ear buds? Ich werde es rausfinden – heute ist ja open door!

Machts gut Ihr Lieben  – bis bald!

Julia

Die erste Woche

Vor einer Woche also die Anreise und ab dann wird es gemütlich und noch recht unspektakulär.
Wir schlafen erstmal immer recht früh ein, aber nach drei Tagen ist das Jetlag überwunden und wir verbringen die ersten Tage mit Kisten auspacken. Schränke um- und wieder einräumen. UND EINKAUFEN:
Die wenigen elekrtronischen Geräte, die wir überhaupt mitgebracht haben, funktieren nur in sehr sehr kleiner Anzahl – also eigentlich nur PC und Telefon – der deutscher Fön mit Adapter summt wie eine Biene auf dem Heimweg und haucht ein wenig warme Luft), der Termomix pipst und zeigt ERROR an, die Stereoanlage brummt grantig und die italienische 1500 Watt Kaffemaschiene macht keinen Zuckerere. Also gibt es Schwarztee (super) oder Starbucks, den Andre nach dem Joggen mitbringt – ja den  gibts hier halt 27.000 mal im Großraum Seattle, wurde ja hier erfunden.
Ich war auch einmal Joggen (Bella machts möglich) und war bei Starbucks, aber ich sage Euch: Einmal und nie wieder verschwitzt unterwegs. Ich kam mir vor wie der totale underdog. Die anderen (amerikanischen) Menschen, die teilweise so aussahen als kämen sie auch vom Sport, sahen alle extrem gepflegt und gefönt aus, waren frisch geschminkt und hatten definitiv nich diesen „out-of-bed-look“ wie ich und der ist hier auch ganz sicher nicht angesagt. Vielleicht waren es auch Perücken, aber ich arbeite künftig auch hart an meiner Fönfriseur, ehrlich.
Ach ja ich war bei EINKAUFEN:
Fön und Staubsauger, Waschmittel (gibt es vorwiegend schön mit bleach), IKEA (da weiß man ja was es so gibt), Lebensmittel (unter zwei Stunden komme ich aus den Läden nicht raus – diese AUSWAHL, dasmall selction softdrinksbei bin ich doch so entscheidungsschwach) Es gibt allein 27 Milchsorten (Biggi, es ist schrecklich!!!) Mit etwas Fett, ohne Fett, normal, mit Calcium, mit Vitamin D, ohne Laktose, aber mit …. und so ist das auch bei Käse, Bier, AyingerChips (was man halt so täglich braucht). Und alles ist erstaunlich teuer – für mich als sparsame Käuferin. Ab es gibt für jeden Laden eine Vorteilskarte (habe bereits 4 für QFC, SEARS, IKEA, Whole Food steht noch aus etc)
Zu jedem Laden fährt man – logisch – mit dem Auto und zum nächsten wieder usw. es gibt für jeden Laden Parkplätze und für die Shopping Malls auch große Parkgaragen und alles was nicht downtown ist auch umsonst. Ich bin mir sicher, ich könnte hier 3 Jahre ununterbrochen einkaufen, aber das ist ja nicht der Plan. Zum Glück gibts es alles für den täglichen Bedarf hier auf der Insel und sogar eine schicken Tierfutterladen, also ist auch für Bella gut gesorgt.
SCHULE:
Am Mittwoch waren wir in der Grundschule (Elementary) Island Park und alle waren super nett. Sofort gab es einen Termin für den Englisch einstufungstest  – und jetzt für alle, deren Kinder schon 2 Jahre Englisch hatten: Sophie wurde mit 3 Punkten ebenso wie Valentin (0 Punkte)  auf das absolute Anfängerniveau eingestuft.  Sophie hatte ZWEI Jahre Englisch!!! Sie sagt selber, ich weiß zwar was Brot und Nase oder so heißt, aber ich kann keine Sätze schreiben und verstehen…
Im Februar gibt es den nächsten Test, mal sehen was sich bis dahin tut. Die Schule hat ein Programm, das für Nichtmuttersprachler sowohl im Unterricht, als auch zusätzlich Englisch abietet. Ca. 50 Kinder sind an der Schule in dem Programm, ca. 10 fangen bei komplett neu mit Englisch an… Morgen erfährt man welche Lehrer welche Klasse bekommen – gut das sagt uns jetzt noch nichts – und am Donnerstag ist nachmittags „open door“, da kann man durch die Schule wandern und die Lehrer kennenlernen… 8.9. ist dann der erste Schultag und diverse Events:
First Day of School – School Starts at 9:10 AM
Sept 8 IP PTA General Meeting and Welcome Back Coffee, 9:10 AM-11:00 AM |
Sept 10 IP Ice Cream Social, 6:00 PM-7:30 PM  |
Sept 14 IP PTA New Family Coffee, 9:10 AM  |
Also während des ersten Schultags gibts Elternstammtisch etc. Bin vor allem auf Ice Cream Social gespannt 🙂 Alles in allem sehr viele Kontaktmöglich eiten. Und sofort wurden mir zwei dt. Familien vermittelt, die haben mir schon geschrieben, sind seit einem Jahr und länger hier auf der Insel, haben Kinder an der gleichen Schule etc.
Jetzt muss ich wieder einkaufen fahren 🙂 und da mein Smartphone gestern abgestürzt ist – gibt es grad keine Bilder zu alldem… aber bald!

Bis demnächst – Julia

Anreise

Ich hab schon ein paar unsere gute Ankunft kundgetan und jetzt also Bericht: Abreise – Reise – Ankunft…
Hauskomplettentleerung in der ersten Ferienwoche – Danke an alle, die da noch mitgeschleppt und weggeschmissen haben!!!
Dann eine Woche Entspannung an der Ostsee – ganz wunderbar, auch wenn ich drei Tage lange dachte, so und jetzt muss ich noch zum Wertstoffhof oder? Aber nein, ich musste nur zum Strand und zum Essen und zum Strand und auf die Liege….
Dann nochmal eine komplette Durchquerung Deutschlands wegen Hausvermietung und Autoübergabe an meinen Vater.
Am 22.8. dann mit „Handgepäck“ (3 Koffer 7 Täschchen) in den Zug nach München – dort zum Glück Spontanverabschiedung durch Irma und Eduard (+Hundi Janik) – dann ICE nach FRA, dort veschwitzt im Flughafenhotel angekommen (Nein, den Hund nehmen wir nicht im Shuttle Bus mit – bitte, bitte, o.k. aber er muss hier liegen…). So jetzt die Koffer aus der Gepäckaufbewahrung und alles nochmal umpacken. Flüssigkeiten, Nagelscheren in die großen Koffer zum Abgeben etc.
Dann Vali schläft sofort, Sophie und ich tun kaum ein Auge zu. Um 5.30 Uhr sind alle wach, mit Bella ums Hotel – Frühstück: keiner kriegt einen Bissen runter, Bella spukt in den Frühstücksraum.  Wieder Shuttle zum Terminal 1, 6 Koffer und 2 kleine Täschen und die Hundebox (Wie haben wir da geschafft? – immer nette Menschen die zugepackt haben und die Kinder voll auf Zack)
Fix und fertig checken wir  am Hundecheck in alle Koffer ein – und als Bella in ihrer Box (nebean wird ein aggresiver Schäferhund abgegeben, dort noch ein kleiner Dackel von Kindern verabschiedet)  sitzt und mir nochmal die Hand abschleckt, breche ich kurz mal in Tränen aus – meine armen Kinder müssen micht trösten – ganz prima. Soviel zur positiven Energie und Gelassenheit die ich noch auf der Reise haben sollte. Ist ja auch mein Geburtstag, da darf man sich ein bisschen gehen lassen.
Dann steigen wir endlich, endlich in dieses Flugzeug und puhhhh alles wird gut.
Flug wunderbar – die Kinder im Glück, Mutti erlaubt zwei Filme, dann schlafen alle erschöpft, dann noch ein Film und noch was zu Essen und schon sind die 10 Stunden um. LANDUNG: Alle wieder hellwach es ist ja auch erst 11.30 Uhr in Seattle. So dann nur noch schnell durch die Passkontrolle – Andre wartet schon. Ja Pustekuchen: Es ist Wochenende und Mittag, da kommen hier viele, viele Menschen aus der ganzen Welt an und so stehen wir 2 Std in verschiedenen Schlangen. Mittlerweile weint Vali (ich nicht mehr) und Sophie ist so weiß wie eine Kerze. Ich frage gefühlt 10 mal nach einer Kinder- oder Familienschlange, doch hier im Land der ubegrenzten Möglichkeiten sind wir alle gleich. Chinesinnen mit Hüten, Italiener ohne Zähne (echt, war vor uns), Inder, Schweizer usw. Endlich, endlich rucki-zucki Passkontrolle – welcome back. Noch rasch durch den Zoll, zum Glück sind keine Spürhunde da, sonst hätte ich die Leckerlis und das Nothundefutter sicherlich abgeben müssen und eine erste Rüge eingefangen und schon springt uns Andre entgegen. Bellas Papier wurden schon geprüft und schließlich wird sie uns ans Gepäckband gerollt – sie sitzt zitternd in der Box, springt aber gleich heraus juhu und zum Glück gibts nach dem Eingang ein paar Bäumchen.

Zum Glück jetzt nur noch ins Auto und ins neue Zuhause…