Warm Welcome…

Also ich habe schon kurz überlegt, ob ich gar nicht mehr weiterschreibe, denn ich kenn jetzt schon soooo viele Menschen hier, dass ich Euch im Grunde… NEIN, natürlich nicht – es ist nur sehr viel los gewesen die letzten Tage.

Am Wochenende: Housewarming mit den Neighbors (Ihr merkt es – es geht total voran fremdsprachlich). Alle waren sie da. Der Less, die Robin (beliebter Frauenname), die Tana (benannt nach einem Fluss in Kenia…), der Kourt, usw. Viele haben europäische Wurzeln (Italien, Norwegen) Also Namen ist schon so eine Sache, ich glaube es gibt hier viele ungewöhnlich Vornamen und Valentin gehört hier definitiv auch dazu 🙂 zumindest für einen Jungen. Und Smalltalk können die ja alle – denen fällt immer irgendwas ein – da kann ich mir eine Scheibe abschneiden. Und natürlich ist alles great (Haus), wonderful (Familie), delicious (Suppe).  Unsere Kinder dürfen jetzt ganz offiziell das Trampolin der Nachbarn nutzen (So nice, that you were asking – they are more than welcome).

Das leitet schon über zum nächsten: Also ich bin ja viel unterwegs gewesen in Wäldern und am See usw. bei uns im schönen Bayern und man trifft viele Menschen und Hunde, einige grüßt man oder spricht mit ihnen. Aber niemals, nie, niemals wurde ich bei einer ersten Begegnung nach meiner Telefonnumer gefragt oder Kontaktdaten oder so. Hier: TÄGLICH!!! Beste Begegnung dieser Art: Schon beim Housewarming hieß es – ja in dem Pioneer-Park (Hundepark) trifft jeder Ulrika, eine Schwedin, sie ist eine gute Freundin, ihr Hund ist öfter bei uns… und jeder kennt den Hund und Ulrika auf der ganzen Südhälfte. Ich also Sonntag im Park – spricht mich eine super symptische, 10 Jahre ältere Version von Prinzessin Viktoria von Schweden an – what a gorgeous dog – are you new? Ja und wer war es – Ulrika. Sofort sollte ich eine Runde mit ihr laufen und sie erzählte, dass sie mit zwei Kindern und ihrem Mann für drei Jahre hierhergezogen ist – dabei wollten sie gar nicht weg aus Schweden – und jetzt sind sie schon acht Jahre hier!! Und ich musste versprechen, sie anzurufen, wann auch immer . Sie weiß genau wie es mir gehe… Eins ihrer Kind habe nach zwei Tagen nicht mehr in die Schule gewollt – hat ja auch nichts verstanden – und als sie weinend vor der Schule stand hat sie gleich jemanden kennengerlent usw. Also einfach mal zum was vorweinen anrufen. Und natürlich bitte Telefonnummer…. Gestern – zwei andere Spaziergängerinnen: Ich bin Englischlehrerin und reise oft nach Europa – gib mir doch deine Kontakdaten und wenn Du Fragen hast – rufe mich an! Hier gibts in der Bücherei Konversationsrunden – geh doch hin.. Kennst Du die Bücherei noch nicht – you have to go there!!

Ja und dann war gestern der ERSTE SCHULTAG!!!

Wir waren alle sehr aufgeregt und sind um 8.50 Uhr (so super, Schule beginnt um 9.10 YES!) losgebraust – 50 m, dSophie 1ann standen wir im Stau, weil JEDER sein Kind gestern gefahren hat. Haben dann auf dem Lehrerparkplatz geparkt (immer gleich einen guten Eindruck hinterlassen) und sindSophie 2 reingestürmt  – Sophie blass und tapfer rein ins abslolute Nichtsverstehen – und Bussi. Valentin lächelt noch kurz in die Kamera, dann wird es ihm doch ganz arg und still greift er meinen Arm und ein paar Tränchen rollen ihm übers Gesicht. Mist, Mist, Mist – also schluck noch kurz den Kindern am Tisch erzählt: „Its because he does not understand – we are from Germany“ Ein Junge (Name HANS!) Oh, Germany, I thVali 1ink my father can speak a little german… Das tröstet Vali nicht wirklich. Aber dann kommt schon Miss Kimm vom ELL-Programm und zeigt uns die Übersetzungsapp auf dem I-Pad, das Vali zur ValiVerfügung steht. Man kann sogar mit den Fingern schreiben… Und als ihm sage, dass er schon um 10.15 Pause hat und bis dahin einfach auf dem Pad alles eintippen soll, was er will – kann ich gehen.

Elterncafe: Viele, viele Eltern, fast ebensoviele Tische, wo man sich in Listen eintragen kann, um irgendwelche Events zu unterstützen. Treffe zum Glück Selma und sie erklärt nochmal rasch wie das hier funktioniert. Ich trage mich dann brav für die INTERNATIONAL NIGHT ein, wir machen dann einen deutschen Tisch – war ja klar 🙂 Der Principal – ein kleiner Mrs Hofmann stellt sich nochmal vor.

Er ist es auch, der uns am Ende des Tages (15.30 Uhr) nochmal auf dem Weg zum Auto fragt, wie der erste Tag war und sagt – er sagt es: We are so happy to have YOUR WONDERFUL KIDS in our School – also er sagt das vermutlich zu jedem, schon klar – trotzdem Eltern: Habt Ihr das in einer öffentlichen, deutschen Schule von Eurem Schulleiter am ersten Tag am Parkplatz gehört???? Also vielleicht hab ich es überhört oder meine Rabauken wollte eben keine so gerne haben – aber ich hab es noch nie gehört. Das macht schon so bissi gute Stimmung. Insgesamt diese – wenn auch vordergründig – ausgesuchte Höflichkeit ist schon irgendwie angenehm. Vielleicht ändert sich das ja noch, aber bis jetzt ist es ziemlich super, dass z.B. jedes Auto hält, wenn Du eine Straße mit Kindern (oder ohne) überqueren möchtest – dass ältere Herren die Türe zum Cafe aufhalten und sagen „Its a pleasure“, oder?

Warm regards – Julia

Hinterlasse einen Kommentar