Traffic

Und nochamal ohne Bilder – sie wäre alle nicht schön und wozu wollt ihr hässliche Autokolonnen sehen? Alle wissen in USA fährt jeder überall hin, also mehr Verkehr everywhere. Trotzdem ist es meist etwas entspannter – es gibt manch harte Situation für den Autocholeriker (wie mich), aber sonst entspannt.

Los gehts damit, dass man hier nicht „rechts vor links“ gilt, sondern „wer zuerst da ist, darf zuerst fahren“. Immer noch fixiere ich deshalb von recht heranfahrende Autofahrer, denn es ist nach wie vor ein komisches Gefühl abzubiegen, wenn da einer von rechts daherbraust, nur weil ich erster an der Kreuzung war. Das gilt auch bei Stopschildern, die dann logischerweise auf vier Seiten der Kreuzung stehen und es kommt oft dazu, dass man fast gleichzeit mit einem anderen stoppt und dann wird freundlich gewunken und man fährt oder man winkt selber freundlich und der andere fährt. It`s my pleasure…

Man liebt es klar geregelt und der Reihe nach, vordrängeln kommt nicht gut an, zu schnell fahren ist sehr, sehr teuer, wenn man erwischt wird und Zeit spielt im Auto keine Rolle. My car is my castle…

Zur Schule: Werden die Kinder endweder im gelben Klassikerbus gefahren oder sie werden von den Eltern gefahren… Gehen, das tun morgen nur ganz Hartgesottene (wie unsere Nachbarsmädels) und dann gibts auch posts von besorgten Mitbürgen auf den „Nachbarschaftsseiten“ im Internet, wo man vom verlorenen Hund, über das zu verschenkende Boot bis zum Einbruch in den Briefkasten alles melden und posten kann, was einem so für die Nachbarschaft relevant erscheint. Und ich bin natürlich Teil dieser Gemeinschaft und bekomme 33 Mails pro Tag und fand auch diejenige wo ein besorgter Islander veröffentlichte, dass er immer ein Mädchen mit Fahrrad zur Schule fahren sieht und dass es ja jeder selber wissen muss, aber das das ganz schön riskant ist, vor allem wenn es um 8 Uhr noch etwas dämmrig ist… Unsere Nachbarn wurden sofort angesprochen, dass das wohl eins ihrer Mädels sei, oder?

Viel lieber wird es gesehen, wenn man die Kinder mit dem Auto in die Schule fährt (Fußmarsch 8 min von Tür zu Tür z.B. für uns) und sie in der Drop-off-zone rausspringen lässt. Um das Abbiegen von der und wieder Einbiegen in die Hauptstraße zu koordinieren stehen unermüdliche Damen und Herren morgens und nachmittags da und stoppen den Verkehr und winken die einen raus, die anderen rein usw. Morgens ist das nicht schlecht, man wartet nur kurz, Kinder springen an der Schultüre raus (OMG, das war ein absolutes no-go in Pöcking, da warst du der Pfuideifi sozusagen, vor die Schultüre, das hat sich immer nur eine getraut,…) und man fährt munter weiter zum Hundepark, zum Einkaufen, nach Hause, äh manche vielleicht auch ins Büro.

ABER mittags, das ist dann selbst für mich immer wieder unbegreiflich. Da geht das ja nicht so einfach mit hop on, weil es passen ja nur 5 Autos vor die Schule und es kommen 400 Kinder gleichzeitig raus. Also manche parken dann ab 15.00 Uhr (Schule ist 15.30 aus) in der pole position, es füllt sich und es steht da wieder ein Winker und man fährt dann in einer Schleife auf den Parkplatz (wo immer Plätze frei sind, weil aussteigen ist ja nicht geplant) und wartet bis die richtigen 5 aus 400 Kinder die ersten Autos gefunden haben und dann zuckelt die Runde weiter und weiter. Viele parken an Straße oder am Park neben der Schule und die Busse fahren – grad schee is um 15.30. Ein halbe Stunde Autochaos. Zu Fuß wäre das Kind 15 min nach Schulende zu Hause, mit dem Auto ist man locker eine halbe Stunde mit Fahren, Stehen, Warten, Rollen, Parken und was auch immer beschäftigt, crazy.

Über Baustellen, Unfälle etc. sei nur gesagt, Geduld ist ein Tugend und man muss nicht alles verstehen. Aber es ist nicht gut für den hohen Blutdruck, das steht mal fest. So drive safe oder geht doch lieber einfach zu Fuß und genießt es!!!

 

 

 

 

 

Ein Gedanke zu “Traffic

  1. Wie in Pöcking, wie in Pöcking, dabdabiduu 🙂
    oder nicht ganz? Ich nutze den Kommentar jedenfalls mal zum Missionieren:
    Bis zur Öko-Trophy ist es noch eine Weile hin, und bis dahin geht es hier doch leider gar nicht sooo anders zu, zumindest was die Fahrgewohnheiten angeht!

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